Harz Ein Toter nach schwerer Explosion in Blankenburg

In Blankenburg hat sich am Freitagmorgen eine Explosion in einem Mehrfamilienhaus ereignet. Laut Polizei gibt es ein Todesopfer und 15 Verletzte. Es wurden Flüssiggas und Heizgeräte gefunden. Die genauen Zusammenhänge und die Identität des Toten müssen noch ermittelt werden. Das Gebiet im Norden der Harzstadt wurde weiträumig abgesperrt.

Beschädigtes Haus nach einer Explosion in Blankenburg
Das Haus in Blankenburg wurde stark beschädigt. Bildrechte: MDR/Stephan Schulz
Polizeiabsperrung vor einem Mehrfamilienhaus in Blankenburg
In Blankenburg im Harz hat es am Freitag eine schwere Explosion in einem Mehrfamilienhaus gegeben. Bildrechte: MDR/Johanna Daher
Polizeiabsperrung vor einem Mehrfamilienhaus in Blankenburg
In Blankenburg im Harz hat es am Freitag eine schwere Explosion in einem Mehrfamilienhaus gegeben. Bildrechte: MDR/Johanna Daher
Beschädigtes Haus nach einer Explosion in Blankenburg
Dabei kam ein Mensch ums Leben, weitere 15 Menschen wurden zum Teil schwer verletzt. Bildrechte: MDR/Stephan Schulz
Rettungskräfte arbeiten vor einem Mehrfamilienhaus nach einer Explosion.
Bei dem Toten handelt es sich wahrscheinlich um einen 78 Jahre alten Bewohner. Bildrechte: dpa
Satellitenbild von der Explosion in Blankenburg
Zu der Explosion kam es in der Bertolt-Brecht-Straße. Bildrechte: Landesamt für Vermessung und Geoinformation Sachsen-Anhalt / Twitter Polizei Magdeburg
Ein zertrümmertes Fenster nach einer Explosion in Blankenburg
Das Gebäude wurde schwer beschädigt. Laut dem Kreisbrandmeister Kai-Uwe Lohse muss die Statik des Hauses geprüft werden. Durch das Unglück seien mehrere Decken und Wände beschädigt worden. Bildrechte: MDR/Stephan Schulz
Feuer im Fenster eines Mehrfamilienhauses
Das Feuer breitete sich im zweiten Stock des Hauses aus. Bildrechte: Harzer Blitzergruppe
Rettungskräfte nach einer Explosion in einem Mehrfamilienhaus in Blankenburg
Feuerwehr, Notärzte, THW und Polizei waren zeitweise mit etwa 160 Einsatzkräften am Unglücksort. Bildrechte: MDR/Stephan Schulz
Rettungskräfte nach einer Explosion in einem Mehrfamilienhaus in Blankenburg
Die Schwerverletzten wurden mit Hubschraubern in Krankenhäuser gebracht. Bildrechte: MDR/Stephan Schulz
Feuerwehrautos im Einsatz
Laut Polizei wurde die Unfallstelle weiträumig abgesperrt. Bildrechte: MDR/Lisa Reber
Feuerwehrautos im Einsatz
In der Wohnung fanden die Ermittler mehrere Flaschen Flüssiggas und Weltkriegsmunition. Sie gehen derzeit davon aus, dass die Explosion durch das Gas ausgelöst wurde. Bildrechte: MDR/Lisa Reber
Scherben und Splitter nach einer Explosion in Blankenburg
Eine Reporterin von MDR SACHSEN-ANHALT berichtet, dass Passanten am Morgen einen lauten Knall gehört hatten. Bildrechte: MDR/Johanna Daher
Scherben und Splitter nach einer Explosion in Blankenburg
Rund um das Mehrfamilienhaus liegen viele Glasscherben, Autos wurden von bis zu 60 Meter weit umherfliegenden Teilen beschädigt. Bildrechte: MDR/Johanna Daher
Atemschutzgeräte nach einer Explosion in Blankenburg
Dieses Thema im Programm:
MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 13. Dezember 2019 | 10:00 Uhr
Quelle: MDR/sp
Bildrechte: MDR/Johanna Daher
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Bei einer Explosion in einem Mehrfamilienhaus in Blankenburg ist am Freitag ein Mensch ums Leben gekommen. Die Polizei geht davon aus, dass es sich um einen 78-Jährigen Bewohner handelt. Wie Kripo-Chef Frank Götze am Freitag auf einer Pressekonferenz mitteilte, wurden in der betroffenen Wohnung "eine größere Anzahl von Flüssiggasen" sowie Heizkörper gefunden. Die Ermittler vermuten daher, dass die Detonation auch durch Flüssiggas ausgelöst wurde. Das Haus besitzt laut Feuerwehr keinen Gasanschluss, die Fernwärme sei intakt gewesen. Dem Vermieter zufolge ist es untersagt, mit zusätzlichen Geräten in den Wohnungen zu heizen.

Identität des Toten wird später ermittelt

Frühere Informationen, wonach in der betroffenen Wohnung auch Weltkriegsmunition gefunden worden sei, zog Götze zurück. Die Leiche des mutmaßlichen Wohnungsinhabers konnte nach seinen Worten zunächst nicht aus der schwer beschädigten Wohnung geborgen werden. Die Identität werde somit erst später sicher festgestellt werden können.

Nach Angaben vom Mittag wurden 15 Menschen verletzt, darunter vier Beamte, die eine Rauchgasvergiftung erlitten. Eine Person gilt als schwerverletzt. Dabei handelt es sich möglicherweise um die Frau des Wohnungsinhabers, die mit Brandverletzungen nach Halle geflogen werden musste. Zunächst war von mindestens 25 Verletzten die Rede gewesen. Bis zum Vormittag galt eine Person als vermisst – sie konnte aber gefunden werden. Blankenburgs Bürgermeister Heiko Breithaupt sagte, einen genauen Überblick über die Zahl der Leichtverletzten gebe es noch nicht. Betroffene sollten nicht zögern, sich zu melden.

Derzeit wird die Statik des Hauses und der Wohnungen untersucht. Davon hängt den Beamten zufolge ab, ob und wann die Bewohner zurück nach Hause können. Sie erhalten aber die Möglichkeit, im Beisein der Polizei zunächst noch persönliche Dinge aus ihren Wohnungen zu holen.

Wohngebiet weiträumig abgesperrt

Ein zertrümmertes Fenster nach einer Explosion in Blankenburg
Die Explosion hat das Wohnhaus schwer beschädigt, ein Balkon wurde abgerissen. Bildrechte: MDR/Stephan Schulz

Bei der Explosion mit anschließendem Feuer um kurz vor 9 Uhr am Freitagmorgen wurde ein Fünfgeschosser im Neubaugebiet Regenstein schwer beschädigt. Splitter flogen bis zu 60 Meter weit, ein Balkon wurde abgerissen. Nach Angaben einer MDR-Reporterin wurden auch die Scheiben vor dem Haus parkender Autos beschädigt. Etliche Zeugen berichteten von einem lauten Knall und einer spürbaren Erschütterung.

Feuerwehr-Einsatzleiter Alexander Beck schilderte im MDR-Gespräch die Situation kurz nach der Explosion so: "Wir haben eine Wohnung in Vollbrand vorgefunden und zusätzlich mehrere Personen bewusstlos auf der Straße liegend." Feuerwehr und Rettungskräfte waren zwischenzeitlich mit über 200 Einsatzkräften am Unglücksort. Laut Polizei wurde das Gebiet weiträumig abgesperrt, in Blankenburg ein Rettungsstab eingerichtet.

Das THW ist angerückt und wird jetzt die Statik des Gebäudes prüfen. Offenbar sind durch die Explosion mehrere Decken und Wände beschädigt.

Kai-Uwe Lohse, Kreisbrandmeister des Landkreises Harz

Die Polizei werde nun weitreichend und in alle Richtungen ermitteln, so Kreisbrandmeister Lohse. Das Wohnhaus mit 50 Mietern liegt im Norden Blankenburgs. In der Nachbarschaft befinden sich eine Grundschule und eine Kita. Die rund 100 Kita-Kinder blieben unverletzt. Sie wurden laut Polizei von ihren Eltern abgeholt. Die Grundschüler erhielten schulfrei.

Martin Skiebe (CDU), der Landrat des Landkreises Harz, dankte am Mittag allen Helfern: "Wenn wir mit einem solchen Ereignis konfrontiert sind, muss man dankbar sein, dass wir solche Einsatzkräfte haben." Auch Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) dankte den Rettungskräften und erklärte: "Meine Gedanken sind bei den Opfern und bei ihren Angehörigen. Ich spreche ihnen mein Mitgefühl aus." Innenminister Holger Stahlknecht wünschte allen Verletzten eine schnelle Genesung und dankte ebenfalls den Einsatzkräften "für ihr schnelles und besonnenes Handeln".

Stadt richtet Spendenkonto und Bürgertelefon ein

Am frühen Nachmittag richtete die Stadt ein Spendenkonto für die Opfer der Explosion ein. Wie Bürgermeister Breithaupt sagte, setzt sich die Stadt später mit den Betroffenen in Verbindung, um die Mittel zu verteilen. Von Sachspenden solle zunächst abgesehen werden. Es sei noch nicht klar, was gebraucht wird, so Breithaupt. Außerdem wurde ein Bürgertelefon eingerichtet.

Spendentonto der Stadt Blankenburg Geldspenden für die Opfer der Explosion in Blankenburg können auf folgendes Konto überwiesen werden:

Stadt Blankenburg (Harz)
Harzsparkasse
DE78 8105 2000 0320 2531 04

Verwendungszweck: Bertolt-Brecht-Straße

Bürgertelefon und Beratungsstelle Für Betroffene hat die Stadt Blankenburg ein Bürgertelefon geschaltet – unter 03944 3142.

Die Polizei hat in der Grundschule "Am Regenstein" eine Opferberatungsstelle eingerichtet.

Der Tag in Blankenburg zum Nachlesen im Ticker

Quelle: MDR/ap, dpa,AFP

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 13. Dezember 2019 | 10:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. Dezember 2019, 17:08 Uhr

7 Kommentare

Ines W. vor 5 Wochen

Kommt jetzt wieder die übliche Jammerei wie unsozial unser Staat ist und dass man da nur radikal genug wählen muss, damit plötzlich alle Probleme für alle Menschen verschwinden?

Ihre Schlussfolgerungen sind zudem unlogisch! Es gibt wohl kaum teurere Formen des Heizens als mit Flüssiggas aus Kartuschen / Flaschen.

Ich denke die weiteren Ermittlungen zum Toten werden mehr Klarheit in die Sache bringen.

Janes vor 5 Wochen

Hätte wäre könnte. Vlt war der Mann nur so reich, dass er sich das teure Propan kaufen wollte. Offenbar haben sie null Ahnung, wie Nebenkosten in Mietshäusern abgerechnet werden. Tatsächlich hat unsere Regierung hierfür andere Prioritäten.

SchneeGuevara vor 5 Wochen

Vielleicht jemand, der sich das Heizen nicht mehr leisten konnte? Von einer wachsenden Zahl solcher Menschen war neulich im Bericht der Tafeln die Rede. Unsere Regierung hat eben andere Prioritäten.

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