Mit aller Kraft arbeiten Mitarbeiter der Harzer Schmalspurbahn HSB auf dem Brocken um einen seit Dienstag eingeschneiten Zug zu bergen.
Die festgefahrene Lokomotive konnte inzwischen freigelegt werden. Bildrechte: dpa

Bergungsaktion Festgefahrene Brockenbahn ist wieder frei

Nach drei Tagen im Schnee ist die festgefahrene Brockenbahn wieder frei. Neben dem letzten Waggon konnte nun auch die Lok abtransportiert werden. Schon bald könnte die Brockenbahn wieder regulär zum Gipfel fahren.

Mit aller Kraft arbeiten Mitarbeiter der Harzer Schmalspurbahn HSB auf dem Brocken um einen seit Dienstag eingeschneiten Zug zu bergen.
Die festgefahrene Lokomotive konnte inzwischen freigelegt werden. Bildrechte: dpa

Die festgefahrene Brockenbahn ist wieder frei. Nach dem letzten Waggon konnte am Donnerstagnachmittag auch die Lokomotive aus der Schneewehe befreit werden. Sie wurde anschließend zum Bahnhof nach Wernigerode zurück transportiert. Insgesamt dauerte die Bergungsaktion fast drei Tage.

Angst vor größeren Schäden

Christian Hentschel ist Werkstattmeister bei den Harzer Schmalspurbahnen (HSB) und erklärt, was die Bergung der Lok so schwierig gemacht hat: "Wir mussten die Treibstangen abbauen. Das Wasser war noch im Kessel drin. Bis jetzt war es noch kein Eis, deshalb war es wichtig, sie schnell runter zu bekommen."

Die größte Gefahr bestand laut Hentschel darin, die Lok nicht rechtzeitig zu befreien. Es drohten Entgleisung und größere Schäden durch einen vereisten Kessel. Zwischenzeitlich konnten die Bergungskräfte nicht mal ihre Schippen einsetzen, erzählt Einsatzleiter Marcel Kretschmann. Sie mussten die Lok mit den Händen freiräumen. Eine Situation, die auch ältere Kollegen noch nicht erlebt hätten, so Kretschmann.

50 Fahrgäste stecken fest

Der Zug war am Dienstagnachmittag unweit des Brockenbahnhofs in einer Schneewehe stecken geblieben. Etwa 50 Fahrgäste saßen mehrere Stunden fest. Mit Hilfe einer Schneefräse und einer Ersatzlok wurden sie und ein Teil des Zuges zurück nach Drei Annen Hohne gebracht. Weil der Bahnverkehr am Brocken nicht mehr möglich war, mussten weitere 60 Personen noch länger am Gipfel ausharren. Sie wurden schließlich mit Kleinbussen zurück ins Tal gebracht.

Schon vor dem Zwischenfall hatte die Harzer Schmalspurbahn entschieden, keine weiteren Züge auf die Strecke zu schicken. Seitdem ruhte der Verkehr am Brockengipfel. Die Züge verkehrten nur noch zwischen Wernigerode und Schierke. HSB-Sprecher Dirk Bahnsen ist jedoch optimistisch, dass die Bahnen am Freitag wieder zum Brocken fahren können.

Nach drei Tagen frei Kampf um die Brockenbahn

Männer in orangenen Warnwesten stehen neben einer vereisten und eingeschneiten Lok.
Am Dienstag blieb ein Zug auf dem Weg zum Brocken in einer Schneewehe stecken. Bildrechte: MDR/Matthias Strauß
Männer in orangenen Warnwesten stehen neben einer vereisten und eingeschneiten Lok.
Am Dienstag blieb ein Zug auf dem Weg zum Brocken in einer Schneewehe stecken. Bildrechte: MDR/Matthias Strauß
Ein Waggon der Harzer Schmalspurbahnen steckt in einem Berg aus Schnee fest.
Seitdem waren zahlreiche Mitarbeiter der Harzer Schmalspurbahn im Einsatz. Bildrechte: MDR/Matthias Strauß
Helfer beim Versuch die Brockenbahn zu  bergen.
Ihre Aufgabe: erst die Passagiere und anschließend den Zug zu befreien. Bildrechte: MDR/ Elke Kürschner
Mitarbeiter in orangenen Warnwesten im Schneegestöber auf dem Brocken
Am Mittwoch wurden zunächst zwei Waggons befreit und abtransportiert. Bildrechte: MDR/Matthias Strauß
Eine Schneefräse fährt auf dem Brocken durch hohe Berge von Schnee.
Am Donnerstag waren dann der dritte Waggon und die Lokomotive an der Reihe. Bildrechte: MDR/Matthias Strauß
Mitarbeiter in orangenen Warnwesten schaufeln Schnee an den Rädern einer Lok.
Doch die Bergung gestaltete sich schwierig. Bildrechte: MDR/Matthias Strauß
Helfer beim Versuch die Brockenbahn zu  bergen.
Teilweise mussten die Helfer Schnee und Eis mit der Hand entfernen. Bildrechte: MDR/ Elke Kürschner
Mit aller Kraft arbeiten Mitarbeiter der Harzer Schmalspurbahn HSB auf dem Brocken um einen seit Dienstag eingeschneiten Zug zu bergen.
Am Ende ging alles gut. Auch die Lokomotive wurde befreit und nach Wernigerode gebracht. Ab Freitag könnten die Bahnen wieder planmäßig zum Brocken fahren. Bildrechte: dpa
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Mitarbeiter in orangenen Warnwesten schaufeln Schnee an den Rädern einer Lok.
Doch die Bergung gestaltete sich schwierig. Bildrechte: MDR/Matthias Strauß

Quelle: MDR/olei

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 10. Januar 2019 | 17:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 10. Januar 2019, 20:11 Uhr

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8 Kommentare

11.01.2019 18:45 Christian Schubert 8

@der_Silvio: die Mütze mit Emblem fand sich im Nachmittagsprogramm: https://www.mdr.de/thueringen/video-264216_zc-1201c59b_zs-4e0ede05.html (ab 1:37). Da habe ich auch gestaunt und schon geahnt, dass es deswegen Unmut geben wird. Eine Diskussion darüber, ob dieser Unmut berechtigt ist, dürfte erfolglos und endlos verlaufen. Also werde ich sie auch nicht anfangen. Argumente gäbe es für alle Gefühlslagen genug.

11.01.2019 11:06 der_Silvio 7

@2 Ronny; "Einsatzleiter im Jahr 2019 mit einem NVA-Emblem auf der Mütze!"

Hab mir gerade die Bilder und das Video des Artikels angesehen und nichts dergleichen gesehen.
Aber gut...
Andere Frage; soll man eine Mütze, die wärmt, wegschmeißen weil da ein altes Emblem drauf ist?
Wenn Sie sonst keine Probleme haben; Hauptsache stänkern.
Ist doch gut, daß die Lok geborgen ist und niemand verletzt wurde!

11.01.2019 10:26 Christian Schubert 6

@Erni01

Wenn die Lok komplett eingeschneit / zugeweht ist, kommt auch keine Luft mehr ans Feuer. Dann riskiert man eine CO-Vergiftung, wenn man auf der Maschine bleibt. Wäre für diejenigen, die die unter Feuer stehende Maschine betreuen müssen, dann der letzte Ausflug zum Brocken gewesen.

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