veruteilter Armbrust-Schütze im Gerichtsaal mit seinem Anwalt
Der Armbrustschütze von Wernigerode bei der Urteilsverkündung am Magdeburger Landgericht Bildrechte: MDR/Annette Schneider-Solis

Landgericht Magdeburg Armbrustschütze von Wernigerode zu Haftstrafe verurteilt

Der Armbrustschütze von Wernigerode wurde zu einer mehrjähigen Haftstrafe verurteilt. Wegen einer psychischen Erkrankung wurde er jedoch auf unbestimmte Zeit in die Psychiatrie eingewiesen. Das Landgericht in Magdeburg verurteilte den 33-Jährigen wegen versuchten Totschlags und Sachbeschädigung. Der Mann hatte vor einem Jahr von einem Fenster aus Bolzen mit Stahlspitzen auf ein gegenüberliegendes Haus geschossen. Wie durch ein Wunder wurde dabei niemand verletzt.

veruteilter Armbrust-Schütze im Gerichtsaal mit seinem Anwalt
Der Armbrustschütze von Wernigerode bei der Urteilsverkündung am Magdeburger Landgericht Bildrechte: MDR/Annette Schneider-Solis

Im Prozess um einen Angriff mit einer Armbrust hat das Landgericht Magdeburg am Donnerstag sein Urteil gefällt. Der Schütze aus Wernigerode wurde wegen versuchten Totschlags und Sachbeschädigung zu drei Jahren, drei Monaten und einer Woche Haft verurteilt. Nach Ansicht der Richter stellt der 33-Jährige weiterhin eine Gefahr dar. Ein Gutachter stellte bei ihm eine schizophrene Psychose fest. Deshalb wird der Mann in einer Psychiatrie untergebracht. Wie lange er dort bleiben muss, ist offen.

Pfeile aus Fenster geschossen

Der Verurteilte hatte im Juni vorigen Jahres vom Dachfenster seiner Wohnung aus mehrere Stahlbolzenpfeile mit der Armbrust auf ein gegenüberliegendes Haus abgefeuert. Dass dabei niemand getroffen wurde, war Glück.

Denn zwei Frauen standen im Schussfeld der Geschosse, und eine von ihnen muss der Schütze laut Gericht wahrgenommen haben. Heimtücke, wie von der Staatsanwaltschaft angenommen, konnte das Gericht nicht feststellen. Vielmehr aber leide der Verurteilte wegen seiner Krankheit an einer verminderten Steuerungsfähigkeit. Zudem nehme er regelmäßig Alkohol und Drogen zu sich.

Vor Gericht beteuerte der Mann, er habe nur auf die Hauswand gegenüber gezielt – aus Frust. Der Schütze war damals von einem Spezialeinsatzkommando überwältigt worden und saß seitdem in U-Haft.

Weitere Armbrust-Vorfälle

Erst vor kurzem hatte in Magdeburg ein Mann mit Pfeil und Bogen auf Autos geschossen. Er wurde durch Spezialkräfte gestellt. Verletzt wurde bei dem Vorfall niemand. Auch hier waren Drogen im Spiel.

Aufsehen erregt aktuell ein Fall in Bayern. In Passau wurden Mitte Mai in einer Pension drei Leichen gefunden, die durch Armbrust-Pfeile gestorben sind. Ermittler stellten drei Armbrüste sicher. Weitere Leichenfunde in Niedersachsen sollen mit dem Fall in Verbindung stehen. Die Ermittlungen laufen.

Quelle: MDR/agz

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 23. Mai 2019 | 11:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 23. Mai 2019, 13:10 Uhr

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5 Kommentare

24.05.2019 13:18 Nordharzer 5

@3 jackblack, der Unterschied zwischen Singular und Plural ist Ihnen anscheinend nicht geläufig. Aber was solls. Was Sie für ein Problem mit geltendem Recht haben, erschließt sich mir allerdings auch nicht. Es ist doch ganz einfach, der Richter ist an das (derzeit) geltende Recht gebunden, innerhalb gewisser Auslegungsspielräume kann er sich bewegen. Das Gericht darf weder den gesetzgeberischen Willen ändern, noch korrigieren. Wer es anders will, muss erst die entsprechenden Gesetze ändern. Dass Rechtssprechung eher selten mit gesundem Menschenverstand zu tun hat, ist genauso bekannt, wie normal.

23.05.2019 16:19 Sylter 4

@23.05.2019 15:12 jackblack
Aua.

23.05.2019 15:12 jackblack 3

Zu 2 es heißt übrigens keineM ( Dativ ) und ich habe dann ein Problem mit GELTENDEM Recht ( eventuell auch andere Leser ), aber wir wissen, vor Gericht gibt es ein URTEIL, Recht gibt es LEIDER nur im Himmel