"Domina" defekt Halberstädter sammeln für neue Dom-Glocke

Es war ein Jahrhundertereignis in Halberstadt: Der öffentliche Guss der Dom-Glocke "Domina" im September 1999. Doch nun, 20 Jahre später, ist die Glocke verstummt. Sie soll ersetzt werden – und zugleich erhalten bleiben.

Halberstadt (Sachsen-Anhalt): Innerhalb von 15 Minuten fließt am späten Abend des 03.09.1999 die Bronze in die Glockenform.
Diesen Moment haben nicht nur viele Halberstädter noch in lebendiger Erinnerung: Innerhalb von nur 15 Minuten ließen Kunstgießer aus dem brandenburgischen Lauchhammer am 3. September 1999 Bronze-Schmelze in die Glockenform der "Domina" fließen. Tausende Schaulustige sind auf dem Domplatz, wo die Glockenform installiert worden war, dabei. Die "Domina" sollte die größte unter den 13 Glocken des Halberstädter Domes werden. Bildrechte: dpa
Halberstadt (Sachsen-Anhalt): Innerhalb von 15 Minuten fließt am späten Abend des 03.09.1999 die Bronze in die Glockenform.
Diesen Moment haben nicht nur viele Halberstädter noch in lebendiger Erinnerung: Innerhalb von nur 15 Minuten ließen Kunstgießer aus dem brandenburgischen Lauchhammer am 3. September 1999 Bronze-Schmelze in die Glockenform der "Domina" fließen. Tausende Schaulustige sind auf dem Domplatz, wo die Glockenform installiert worden war, dabei. Die "Domina" sollte die größte unter den 13 Glocken des Halberstädter Domes werden. Bildrechte: dpa
Archivaufnahme vom 3. September 1993 zeigt die frisch aus der Form genommene Bronzeglocke
So einen öffentlichen Glocken-Guss hatte es in Halberstadt seit 485 Jahren nicht mehr gegeben. Zwei Wochen später konnte die "Domina" vom Gussmantel befreit werden, es folgte eine Klangprobe. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Die neu gegossene «Domina»-Glocke für den Halberstädter Dom ist am Sonntag (31.10.1999) in Rekordzeit hinaufgezogen worden.
Am Reformationstag 1999 hievten rund 60 starke Männer die 8,2 Tonnen schwere "Domina" per Seilzug auf 30 Meter Höhe vor den Südturm des Halberstädter Domes. Sie brauchten dafür nur neun Minuten. Anschließend bauten Monteure ein Holzpodest darunter, sodass die Glocke anschließend in den Dom gerollt werden konnte. Bildrechte: dpa
Nahaufnahme einer Glocke mit der Inschrift 1999 LR für Lauchhammer
Danach wurde der Glockenstuhl um die "Domina" herum gebaut. Unverkennbar: Die Inschrift der Glocke mit der Jahreszahl 1999 und dem Monogramm "LR" der Kunstgießer aus Lauchhammer, darüber die Grafenkrone. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Blick von unten in eine Glocke mit kleinen Löchern am Ende des Klöppels
Doch die "Domina" schweigt seit Monaten und wird auch nie wieder klingen. Der Grund: Bei Wartungsarbeiten Ende 2018 wurde ein Riss in der Glocke festgestellt. Nun sind erneut die Bürger gefragt. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Luftaufnahme des Halberstädter Doms mit Blick durchs Kirchenfenster auf eine Glocke
Halberstadts Oberbürgermeister Andreas Henke glaubt fest an das Verbundenheitsgefühl der Halberstädter. Rund 200.000 Euro wird ein Neuguss Schätzungen zufolge kosten. Die Kulturstiftung Sachsen-Anhalt als Eigentümerin von Dom und Domschatz hat ein Spendenkonto eingerichtet. Schon im nächsten Jahr könnte eine neue Glocke entstehen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Animation: Auf dem Domplatz von Halberstadt steht umringt von Geländer eine Kirchenglocke
Aber auch für die defekte "Domina" gibt es einen Plan. Sie soll den Halberstädtern als Symbol erhalten bleiben. Die Kulturstiftung gibt die Glocke der Stadt als Dauerleihgabe, damit sie ausgestellt werden kann. Den Plänen zufolge soll dies auf dem Domplatz passieren – wo die Glocke einst gegossen worden war.

Dieses Thema im Programm:
MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 22.07.2019 | 19 Uhr

Quelle: MDR/ap
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Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 22. Juli 2019 | 19:00 Uhr

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