Attraktion im Harz Harzdrenalin-Betreiber wollen Areal erweitern

Die beliebte Freizeitanlage im Harz "Harzdrenalin" soll erweitert werden. Neben der Vergrößerung des Parkplatzes sollen Aussichtsturm, Restaurant und Unterkünfte entstehen. Es gibt Befürworter, aber auch Gegner des Vorhabens. Der Ortschaftsrat Rübeland hat schon grünes Licht gegeben. Am Dienstagabend hat der Stadtrat der Stadt Oberharz am Brocken den Plänen zugestimmt.

Hängebrücke an der Rappbodetalsperre
Die "Harzdrenlin"-Anlage im Harz soll wachsen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die Betreiber der Freizeitanlage "Harzdrenalin" im Oberharz am Brocken wollen anbauen. Die Anlage an der Rappbodetalsperre ist den Touristen unter anderem mit einer Seilhängebrücke und einer Zipline bekannt. Nun soll eine Aussichtsplattform sowie ein Restaurant und Übernachtungsmöglichkeiten dazukommen. Auch der Parkplatz soll von jetzt 125 auf 430 Stellplätze vergrößert werden. Damit sollen künftig gut 300 Parkplätze zusätzlich zur Verfügung stehen.

Diesem Bebauungsplan hat am Dienstagabend der Stadtrat der Stadt Oberharz am Brocken einstimmig zugestimmt. Der Ortsteil Rübeland, zu dem die Anlage gehört, hatte bereits zuvor grünes Licht gegeben. Ronald Fiebelkorn, Bürgermeister der Stadt Oberharz am Brocken, sprach nach der Entscheidung des Stadtrats von einem guten Zeichen. Fiebelkorn sagte MDR SACHSEN-ANHALT, "Harzdrenalin" habe noch viel Potenzial. Das müsse man nutzen. Die Stadt sei auf den Tourismus angewiesen.

Bebauungsplan wird ausgelegt Damit die geplante Erweiterung von "Harzdrenalin" umgesetzt werden kann, müssen Flächennutzungs- und Bebauungsplan öffentlich ausgelegt werden. Das soll ab 7. Januar der Fall sein – und ab dann vier Wochen lang. Sollte es keine begründeten Einwände gegen die Pläne geben, ist der Weg für die Investitionen frei.

Aussichtsplattform mit Restaurant

Um zu den Attraktionen der "Harzdrenalin"-Anlage zu gelangen, gehen die Besucher derzeit vom Parkplatz neben dem Tunnel der Rappbodetalsperre durch ein Wäldchen. Genau dort wollen die Betreiber eine 30 Meter hohe Aussichtsplattform mit Restaurant und Ausstellungsbereich bauen. Das Areal links und rechts des Weges soll zu einer Grünfläche gestaltet werden. Auch sollen kleine Gebäude zum Übernachten errichtet werden. Im Bebauungsplan ist die Rede von maximal 12 Mini-Lodges mit 48 Schlafplätzen.

Die Erweiterung des Areals soll eine Aufwertung für die Region mit sich bringen. Ronald Fiebelkorn, Bürgermeister der Stadt Oberharz am Brocken, sagte, er sehe das Areal als Highlight seiner Kommune. Das gelte es, weiterzuentwickeln. Wenn die Besucher über Nacht bleiben, so würden auch andere Attraktionen in der Region davon profitieren, so der Bürgermeister.

Vergrößerung des Parkplatzes – Befürworter und Gegner

Eine Gruppe von Anwohnern macht gegen das Projekt mobil. Etwa 20 Personen sammeln Unterschriften gegen die Vergrößerung des Parkplatzes. Sie sind dagegen, dass Wald für das Vorhaben geopfert wird. Sie verweisen stattdessen auf 500 Parkplätze an einer zwei Kilometer entfernten Hotelanlage. Nach Angaben eines MDR-Reporters ist der Betreiber des Hotels einer der Wortführer der Gruppe.

Der Ortsbürgermeister von Rübeland, Henry Raschke, widerspricht der Kritik. Auf den Erweiterungsflächen wachse nur Buschwerk und dort liege nur der Aushub vom Tunnelbau. Es handele sich demnach nicht um wertvolle Naturflächen.

Die Parkplatzerweiterung ist vor eineinhalb Jahren von Sachsen-Anhalts Umweltministerin, Claudia Dalbert, vor Ort besiegelt worden. Die Parkplatzsituation an der Anlage stand in der Vergangenheit oftmals in der Kritik, da viele Besucher am Tunnelrand und an der Rappbodetalsperre parken.

Der Parkplatz vor dem Eingang zur Hängebrücke "Titan RT".
Der 125 Stellplätze fassende Parkplatz ist für die Größe der Anlage unzureichend. Bildrechte: MDR/Alexander Friderici

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Sonnuntergang an der Fußgänger-Seilhängebrücke nahe der Rappbodetalsperre im Harz.
Bildrechte: Christian Binder
Hängebrücke an der Rappbodetalsperre 3 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Di 01.05.2018 10:00Uhr 02:58 min

https://www.mdr.de/sachsen-anhalt/magdeburg/harz/video-194014.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video

Quelle: MDR/pat,ld

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 11. Dezember 2018 | 17:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. Dezember 2018, 04:49 Uhr

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4 Kommentare

12.12.2018 15:25 Nordharzer 4

@ Max W. "Immerhin können SIE bei anstehenden Wahlen genau diese Umstände bei ihrer Stimmabgabe berücksichtigen."
Wer soll da was ändern? Die Linke? FDP? Zu schwach. AfD? Die hat noch umweltfeindlichere Positionen.
Es ist immer wieder schön zu lesen, wie Sie den kleinen Leuten mit ihren" kruden und jederzeit korrumpierbaren "Wertvorstellungen" " die Welt erklären.

12.12.2018 05:59 Dietmar 3

Ich finde es sehr schön das endlich mal was für die Freizeit getan wird. Außerdem ist der Harz ziemlich groß und es gibt genug vom Wald erhalten. Fazit Weiter so solch Ideen brauchen wir mehr neben dem heutigen Stress. Weiter so!

12.12.2018 01:50 Max W. 2

@11.12.2018 19:59 Ines Nickokai (Es macht mich traurig, dass immer mehr der wunderbaren und märchenhaften Natur meiner Heimat für Profit und Gier weichen soll.)

Ganz recht, so wird es kommen. Sie müssen sich klarmachen, dass das hier eine Welt der ganz kleinen Leute mitsamt ihrer kruden und jederzeit korrumpierbaren "Wertvorstellungen" ist. Dieses Milieu fürchtet nur zweierlei: Den eigenen(!) Tod und die bohrende Langeweile - letztere ein Derivat der Angst. Deshalb wird das solange weitergehen mit dem Raubbau, den "Ressorts", den Fun-, Sauf- und Fresstempeln mit Parkhaus bis sich die Herrschenden Verhältnisse geändert haben. Und
dann wird es selbstverständlich zu spät sein. Denn "unsere Politiker" sind völlig unfähig, einer Sache eine andere Richtung zu geben, deren Profiteure sie füttern und bezahlen - direkt oder indirekt.

Immerhin könnten SIE bei anstehenden Wahlen genau diese Umstände bei ihrer Stimmabgabe berücksichtigen.