Corona-Lockerungen Sachsen-Anhalts Hotels dürfen wieder Touristen beherbergen

Hotels und Pensionen im Land stehen seit Freitag wieder für Gäste offen, bis 28. Mai aber vorerst nur für Sachsen-Anhalter. Für das Tourismusgebiet Harz hat das Tücken: Weil das Nachbarland Niedersachsen anders vorgeht, gibt es bei den bestehenden Regelungen einen kleinen Flickenteppich. Auch Gaststätten und Restaurants öffnen wieder.

Ein Auto parkt vor einem großen Haus in einer Altstadt
Die unterschiedlichen Regelungen für Hotels im Harz irritieren Touristen. Bildrechte: MDR/ Julia Heundorf

Nächster Schritt bei den Corona-Lockerungen: Nach rund zweimonatiger Zwangspause dürfen Sachsen-Anhalts Hoteliers von diesem Freitag an wieder Touristinnen und Touristen beherbergen – zunächst allerdings nur Sachsen-Anhalter. Bislang waren nur Übernachtungen von Geschäftsreisenden gestattet.

Die Buchungslage sei insgesamt gut, sagte Michael Schmidt vom Branchenverband Dehoga. Wegen der Beschränkung auf Gäste aus Sachsen-Anhalt hätten die Hoteliers aber gerade für das Himmelfahrtswochenende viele Buchungsanfragen ablehnen müssen. Neben den Hotels dürfen nun auch Restaurants wieder öffnen – ohne dass wie bisher beantragen zu müssen.

Geteilter Harz irritiert Touristen

Ab 28. Mai dürfen dann auch Touristinnen und Touristen aus anderen Bundesländern in Sachsen-Anhalts Hotels absteigen. Auch für den Zeitraum seien schon einige Buchungen eingegangen, sagte Schmidt. Die Regelung in Sachsen-Anhalt ist umstritten. Kritiker bemängelten unter anderem, dass in den Nachbarländern andere Fristen und Regeln gelten.

Das führte vor allem im Harz zu Problemen. So dürfen die Hotels im niedersächsischen Harz erst am Montag wieder Touristen beherbergen – dafür dann aus allen Bundesländern. Die Restaurants im Westharz können dafür schon seit Tagen wieder öffnen, in Sachsen-Anhalt war dafür bislang eine Sondergenehmigung nötig. Auch in den kommenden Tagen werden in beiden Bundesländern noch unterschiedliche Regelungen gelten.

Michael Schmidt
Michael Schmidt spricht von einer guten Buchungslage. Bildrechte: dpa

Strenge Auflagen für Wiedereröffnung

Das habe bei vielen Gästen zu Verwirrungen geführt, sagte die Geschäftsführerin vom Harzer Tourismusverband, Carola Schmidt. Den Touristen sei die Teilung des Harzes bei ihren Planungen gar nicht bewusst. "Die Leute sitzen zu Hause und überlegen sich, dass sie gern in den Harz fahren wollen." In welches Bundesland man dabei fahre, habe bisher nie einen Unterschied gemacht. "Der Harz ist für uns eine Destination".

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Die Hoteliers und Wirte, die nun wieder öffnen, müssen sich an strenge Sicherheitsregeln halten. Diese hat  das Wirtschaftsministerium mit Branchenvertretern festgelegt. So müssen die Angestellten in Restaurants und Hotels Mundschutz tragen. Reservierungen und Buchungen sollen möglichst kontaktlos erfolgen. Restaurants müssen außerdem Namen und Kontaktdaten ihrer Gäste notieren, damit sie im Falle eines Ausbruchs des Virus erreichbar sind. Alle Hotels und Restaurants müssen auf Nachfrage ein individuelles Sicherheitskonzept vorlegen können und ihre Gäste darüber informieren.

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Quelle: dpa, MDR/olei

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 22. Mai 2020 | 08:00 Uhr

2 Kommentare

Eulenspiegel vor 5 Tagen

Hallo sorglos
Versteh ich sie da richtig?
Nach ihrer Ansicht ist es besser das die Leute Reihenweise sterben, wie vor Hundert Jahren, als das sie für ein Jahr mal auf ihre geliebte Paddel-Tour verzichten.

sorglos vor 5 Tagen

Ich finde es unglaublich, dass wir Steuerzahler die Kosten der Krise werden erarbeiten müssen, dass wir seit Wochen im Ausnahmezustand arbeiten und dann wird mir vorgeschrieben, wie ich mich erholen "darf". Pensionen/Fewo dürfen nur 60% belegen, wenn ich keinen Caravan besitze (und ich werde nie einen besitzen), darf ich nicht mal auf der Paddeltour zelten. Ich soll im Restaurant meine Adresse hinterlassen (Vorratsdatenspeicherugn!) Politiker und Beamte werden aus meinen Steuergeldern finanziert und sie schreiben mir vor, wie ich mich nach nonstop Dienst seit 1.1.20 erholen "darf"? Himmelfahrt, Pfingsten - alle Urlaubsmöglichkeiten gehen vorbei, ohne dass ich "dabei" bin, weil ich ja im "falschen" Bundesland wohne. Was geht hier eigentlich im 71. Jahr des GG ab? Wenn der Sommer vorbei ist, winkt die Politik mit der "2. Welle". Erläutert jemand die völlig überzogenen Maßnahmen? Warum kein Zelt, warum kein Datenschutz mehr, warum geht kein spontanes Wochenende mehr? Ich zahle Steuern!!

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