Zukunft des Waldes Ideen gegen das Fichtensterben im Harz gesucht

Überall in Deutschland sterben Bäume. Fast nirgendwo ist das so sichtbar wie im Wald im Harz rund um Wernigerode. Bei einem Generationendialog werden nun Ideen für die Zukunft des Waldes gesucht.

Der Waldbeauftragte der Bundesregierung Cajus Julius Caesar, und der Revierleiter des Stadtforsts Wernigerode, Michael Selmikat, begutachten abgestorbene Bäume.
Freiflächen wie diese findet man in den Wäldern um Wernigerode häufig. Bildrechte: MDR/ Carsten Reuß

An vielen Orten sterben Bäume. An manchen Stellen im Harz wird das besonders deutlich – im Oberharz etwa oder rund um Wernigerode. Dort sind in den vergangenen Jahren 22.000 Festmeter Fichten abgestorben und mussten gefällt werden, so Stadtförster Michael Selmikat. Bundesweit wurden fast 200.000 Hektar Wald zerstört, vor allem durch Schädlinge und Trockenheit.

Nun gibt es eine Aktion, bei der sich interessierte Menschen mit Fachleuten austauschen und Ideen für die Zukunft des Waldes entwickeln können. "Generationendialog Wald – 2050 mitgestalten" heißt sie und wird von der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) organisiert. Hintergrund ist die "Waldstrategie 2050", in der die Bundesregierung die Chancen und Lösungsansätze für den deutschen Wald der Zukunft festschreiben will.

Freiflächen lassen Wald in Wernigerode verschwinden

Eine Gruppe präsentiert Ideen für den Wald der Zukunft.
Bei den Dialogworkshops zur Zukunft des Waldes sind schon zahlreiche Ideen entstanden. Bildrechte: MDR/ Carsten Reuß

Am Dienstag und Mittwoch machte die Dialogrunde im Stadtwald von Wernigerode Station. Zunächst gab Stadtförster Selmikat einen Überblick, wie die Situation in Wernigerode ist. Die Gäste bekamen Freiflächen zu sehen, die einmal Wald waren – und möglichst wieder zu einem solchen werden sollen. Wie und in welcher Form, auch darum geht es bei der Veranstaltung. Die Veranstaltungsteilnehmer können nun Wünsche und Ideen direkt an die Experten richten und mit ihnen diskutieren.

Weil es sich um ein Strategiepapier der Bundesregierung handelt, war auch der Waldbeauftragte der Bundesregierung, Cajus Julius Caesar, mit in Wernigerode. Angesichts des Waldzustandes dort sprach er von einer besonders betroffenen Region. Deshalb sei  er auf die Ergebnisse der Workshops sehr gespannt. Er schätzt, dass an die hundert Ideen aus den bisherigen Dialog-Veranstaltungen genutzt werden können, um den Wald in Deutschland zu retten.

Quelle: MDR/olei

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 29. Januar 2020 | 15:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 29. Januar 2020, 17:26 Uhr

5 Kommentare

Eulenspiegel vor 2 Wochen

Hallo C.T.
„Ich schlage vor, den Wald sich selbst zu überlassen und der Natur Zeit zu geben sich anzupassen (so was nennt man Evolution)..“
Also ich denke das klingt gut. Der Natur einfach Zeit zu geben. Und da sie ja selber in Erdgeschichtlichen Dimensionen denken „Die Natur hat schon Millionen Jahre vor dem Menschen Wälder entstehen lassen.“ glaube ich das hier ein paar hundert Jahre wahrscheinlich langen würden. Aber das ist ja nichts für Menschen die in der Lage sind in Erdgeschichtlichen Dimensionen zu denken.

W.Merseburger vor 2 Wochen

Rund um Wernigerode sind Wälder abgestorben, vor allem durch Schädlinge und Trockenheit. Vor allem heisst also nicht ausschliesslich. Welche Ursachen gibt es sonst noch?

C.T. vor 2 Wochen

Die Natur hat schon Millionen Jahre vor dem Menschen Wälder entstehen lassen. Und das ziemlich erfolgreich. Ich schlage vor, den Wald sich selbst zu überlassen und der Natur Zeit zu geben sich anzupassen (sowas nennt man Evolution)...
Leider entsprechen die Naturwälder nicht der menschlichen Vorstellung von Wirtschaftswäldern...

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