Pilgerroute durch den Harz Schüler pilgert auf der Via Romea

Die Via Romea ist ein alter Pilgerweg aus dem Mittelalter. Er führt von Stade an der Nordsee durch den Harz bis nach Rom. Vor knapp zehn Jahren wurde die Route wiederbelebt. Am Wochenende gab es in Wernigerode ein Treffen für Pilger auf der Via Romea. Dort hat Jakob Friedrich aus Blankenburg einen Vortrag über seine Erlebnisse als Pilger gehalten. Das Besondere: Er ist 17 Jahre alt und Schüler.

Jakob Friedrich aus Blankenburg
Der 17-jährige Jakob hat das Pilgern für sich entdeckt. Bildrechte: MDR/Carsten Reuß

Wenn andere am Strand liegen oder in den Urlaub fliegen, ist Jakob Friedrich zu Fuß unterwegs. Er wandert, genauer gesagt: Er pilgert. Zu seiner ersten Tour hatte ihn sein Vater überredet. Damals war Jakob 14 Jahre alt. Die Tour: eine Etappe auf der Via Romea, einer alten Pilgerroute nach Rom, die vor einigen Jahren wiederbelebt wurde und die auch durch den Harz verläuft.

Etappe für Etappe Richtung Süden

Eine Gruppe aus dem Harz läuft jedes Jahr ein Stück auf der Route. Der schloss sich Jakob einfach an. Zunächst ging es rund 200 Kilometer von Gotha nach Würzburg. Ein Jahr später ging es von Würzburg nach Augsburg, und wieder ein Jahr später weiter bis nach Mittenwald.

Inzwischen ist der jetzt 17-Jährige, der in Blankenburg die 12. Klasse besucht, geübt. Er hat einen großen wetterfesten Rucksack und einen Lederhut gegen die Sonne. Das Pilgern will er nicht mehr missen.

Dabei ist Pilgern anstrengend, und die Übernachtengen sind spartanisch: Oft bei Pfarrern zuhause, manchmal in Gemeinderäumen, auch in einer Sporthalle und sogar auf einer Theaterbühne wurde schon übernachtet – immer auf einer Isomatte und mit Schlafsack.

Als Jugendlicher auf der Via Romea unterwegs

Mann mit Rucksack auf Waldweg unterwegs
Jakob erkundet seit drei Jahren die Via Romea, eine alte Pilgerroute nach Rom. Bildrechte: MDR/Carsten Reuß
Mann mit Rucksack auf Waldweg unterwegs
Jakob erkundet seit drei Jahren die Via Romea, eine alte Pilgerroute nach Rom. Bildrechte: MDR/Carsten Reuß
Pilgerpass mit Stempeln
Etappe für Etappe arbeitet er ab, sein Pilgerpass zeugt davon. Bildrechte: MDR/Carsten Reuß
Hand hält Pilgerpass
Die alte Pilgerroute führt von Stade nach Rom, das sind rund 2.000 Kilometer. Bildrechte: MDR/Carsten Reuß
Hinweisschilder für Pilger an einem Baum
Der Pilgerweg wurde vor knapp zehn Jahren wiederbelebt. Bildrechte: MDR/Carsten Reuß
Schilder an Mast, dahinter thront unscharf ein Schloss
Das Problem: Teile des alten Pilgerwegs sind heute stark befahrene Straßen. Deswegen müssen manchmal andere Wege genutzt werden. Bildrechte: MDR/Carsten Reuß
Figur an Straße in Wernigerode
So wie hier in Wernigerode: An dieser viel befahrenen Straße verläuft der Pilgerweg. Bildrechte: MDR/Carsten Reuß
Schautafel zur Via Romea in Wernigerode
Eine Schautafel in der Innenstadt informiert über die Route, die durch den Harz führt.

Dieses Thema im Programm:
MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 27. September 2019 | 19:00 Uhr

Quelle: MDR/agz
Bildrechte: MDR/Carsten Reuß
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Junge Pilger eher die Ausnahme

Unterwegs trifft Jakob allerdings meist Ältere. Als 17-Jähriger als Pilger unterwegs, das ist eher die Ausnahme. Seine Mitschüler und Freunde finden es weniger spannend, was Jakob tut: "Es werden immer Späße gemacht. Wenn man sich über Urlaubspläne unterhält, heißt es oft: 'Ach der Jakob geht wieder pilgern'. Das ist aber eher lustig."

Im nächsten Sommer, wenn er die Schule beendet hat, dann soll es wieder auf Tour gehen. Jakob Friedrich will dann ein weiteres Stück Via Romea Richtung Rom pilgern. Doch vorher hat Jakob auf dem Pilgersymposium in Wernigerode über seine Erlebnisse berichtet.

Quelle: MDR/agz

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 27. September 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 29. September 2019, 11:02 Uhr

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