Elend im Oberharz Kleinste Holzkirche Deutschlands braucht Hilfe

Die kleinste Holzkirche Deutschlands in Elend bröckelt an allen Ecken und Enden. Fassade, Turm und Fußboden sind dringend sanierungsbedürftig. Um das Kirchlein zu retten, haben die Einwohner jetzt einen Förderverein gegründet. Sie hoffen auf Spendengelder.

Drei Menschen stehen vor heller Holzkirche mit befallener Fassade.
Von Weitem kaum erkennbar, aber die Kirche braucht dringend eine Sanierung. Schließlich ist sie mehr als 120 Jahre alt. Bildrechte: MDR/Carsten Reuß

Die kleinste Holzkirche Deutschlands braucht dringend Hilfe. Das Kirchlein im Oberharzort Elend ist so sanierungsbedürftig, dass die Einwohner jetzt einen Hilferuf ausgesandt und einen Förderverein gegründet haben.

Angepackt werden müsse an vielen Ecken, erklärt Kirchenführer Dieter Zilling, der in der Nachbarschaft wohnt. So lägen die Probleme unter der Fassade, im Turm und auch unterm Fußboden.

Die Holzkirche in Elend

Die Kirche in Elend ist eine evangelisch-lutherische Kirche. Sie wurde im Stil der Neogotik erbaut und 1897 geweiht. Schon damals wurde sie zum großen Teil aus Spenden finanziert. Einen eigenen Namen trägt sie nicht – sie gehört zur Stadtkirche St. Jakobi in Elbingerode.

Der Turm kam erst 1904 dazu. Die Kirche misst 5 x 11 Meter. Damit gilt sie als kleinste Holzkirche deutschlandweit. 90 Personen finden im Inneren Platz. In dem Gotteshaus steht eine Ladegast-Orgel mit 400 Pfeifen. Das Besondere: Der Altar kann weggerollt werden, um mehr Platz für Veranstaltungen zu schaffen.  

Undicht und von Pilzen befallen

Hinter dem Altar, der um Platz zu sparen, zurückgerollt werden kann, ist ein dunkler Fleck zu sehen. Bei Starkregen würden hier immer zwei Pfützen stehen. Zudem sei die Heizung defekt. Und der Turm sei von Pilzen und Braunfäule befallen. Außerdem blättere die Fassadenfarbe ab, zählt Zilling auf.

Auch wenn noch auf das schriftliche Gutachten gewartet wird, ist offensichtlich: Das gerade mal 5 x 11 Meter große Kirchlein braucht Hilfe. Wie die aussehen könnte, berieten vor einigen Tagen an die 100 Einwohner von Elend.

Kirche in Elend sucht Retter

Befallende Fassade von Turm einer Holzkirche
Die kleinste Holzkirche Deutschlands ist dringend sanierungsbedürftig. Bildrechte: MDR/Carsten Reuß
Befallende Fassade von Turm einer Holzkirche
Die kleinste Holzkirche Deutschlands ist dringend sanierungsbedürftig. Bildrechte: MDR/Carsten Reuß
Drei Menschen stehen vor heller Holzkirche mit befallener Fassade.
Probleme bereiten Fassade, Turm und Fußboden. In dem Gotteshaus ist es feucht, die Heizung funktioniert nicht, und Braunfäule macht sich breit. Bildrechte: MDR/Carsten Reuß
Plakat zur Kirchenrettung
Ein neuer Förderverein will die Kirche nun retten und sucht dringend Spendenwillige. Bildrechte: MDR/Carsten Reuß
Helle Holzkirche im Grünen, im Hintergrund stehen Häuser
Die Kirche ist gerade mal 5 x 11 Meter groß. Sie gilt als Wahrzeichen von Elend. Bildrechte: MDR/Carsten Reuß
Marode Treppe in Kirchenturm
Sie wurde 1897 erbaut. Ein Turm kam 1904 dazu. Seitdem gilt sie als kleinste Holzkirche Deutschlands. Bildrechte: MDR/Carsten Reuß
Orgel in Holzkirche
Wie die Kirche ist auch die Orgel klein: Die Ladegast-Orgel hat 400 Pfeifen und zwei Manuale. Bildrechte: MDR/Carsten Reuß
Zwei Männer neben Altar in Holzkirche
Das Besondere: Der Altar kann weggerollt werden, um mehr Platz für Veranstaltungen zu schaffen. Bildrechte: MDR/Carsten Reuß
Buntes Kirchenfenster
Im Inneren der Kirche finden bis zu 90 Personen Platz – der Förderverein will sie mit Hilfe von Spendengeldern erhalten.

Dieses Thema im Programm:
MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 18. Juni 2019 | 12:30 Uhr

Quelle: MDR/agz
Bildrechte: MDR/Carsten Reuß
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Förderverein will Wahrzeichen von Elend erhalten

Um der Kirche zu helfen, gründeten sie einen Förderverein. Vor allem, damit öffentlich Geld gesammelt werden könne, sagt der Vorsitzende Dr. Ulrich Förster. Das Ziel sei der Erhalt des Bauwerks als Wahrzeichen von Elend. Auch kämen viele Fremde extra nach Elend, um diese kleine Kirche zu sehen. Das soll auch künftig so bleiben. Die Fördervereinsmitglieder sind zuversichtlich, dass das auch gelingt. Schließlich wurde fast die komplette Kirche einst mit Spendengeldern erbaut.

Quelle: MDR/agz

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 18. Juni 2019 | 12:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 18. Juni 2019, 10:52 Uhr

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10 Kommentare

19.06.2019 22:25 W. Merseburger 10

Horst Schlämmer, @8,
Ihr Argument Kirchen-Bashing gegen meine Meinung trifft die Sache nicht. Ich habe über einen doch längeren Zeitraum via Stiftung Denkmalschutz zum Erhalt von Baudenkmälern gespendet. Doch als die größten Mengen des Geldes in Kirchen floss, die wahrscheinlich in 50 Jahren im Osten in Wäldern als Relikte einer Entsiedlung übrig bleiben werden, habe ich Schluss mit den Spenden gemacht. Und zum zweiten, auch wenn sie mit der Heiligen Bibel argumentieren wollen, auch die ehemals westdeutschen Kirchenorganisationen sollten sich mal am Erhalt ostdeutscher Landkirchen beteiligen. Wenn sie nämlich von ihrer kleinen armen Landkirche sprechen, dann wäre ja auch das Wort Solidarität der reichen Kirchengemeinschaften im westlichen Teil unseres Landes zu überdenken.

19.06.2019 17:44 Horst Schlämmer 9

@ W. Merseburger
@ lummox
M.E. schreiben Sie hier über Sachen, zu denen Sie keinerlei Bezug haben und die Sie nur vom Hörensagen zu kennen meinen. Von einem Tebartz-van Elst auf die Finanzsituation einer kleinen evangelischen Kirchengemeinde im Harz zu schließen, ist billiger Unfug. Und wenn diese Kirchengemeinde so tolle Pachteinnahmen hätte, aufgrund ihres extrem großen Landbesitzes, hätte sie ihr Gotteshaus sicher längst saniert. "In aller Demut und Sanftmut, in Geduld. Ertragt einer den andern in Liebe", heißt es in the holy bible. Ich gebe zu, es fällt mir schwer das zu leben. Doch sei Ihnen auch Ihr Kirchen-Bashing gegönnt, wenn Ihnen das so gut tut. Dem MDR danke ich für seine Bemühungen.
Sicher werden bald im Netz die Kontodaten des Fördervereins zu finden sein.

19.06.2019 14:26 lummox 8

@7 außerdem werden die schäfchen auch gehörig geschoren mit gotteslästerlichen tarifen während die oberhirten sich goldene badewannen errichten lassen zum lobe gottes wie dazumal im tempel

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