Ein Flugzeug hebt vor einem Rapsfeld ab
Auf dem Flugplatz in Ballenstedt ist gerade viel los. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Training für die Weltmeisterschaft Die besten deutschen Kunstflieger in Ballenstedt

In Ballenstedt trainieren gerade die besten Kunstflieger Deutschlands. Das Fliegen, sagen sie, ist ein harter Sport. Viele der Kunstflieger sind nur wegen des Trainers nach Sachsen-Anhalt gekommen.

Ein Flugzeug hebt vor einem Rapsfeld ab
Auf dem Flugplatz in Ballenstedt ist gerade viel los. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Auf dem Ballenstedter Flugplatz sind noch bis Freitag die Besten der Besten zu Besuch. Die erfolgreichsten Kunstflieger Deutschlands trainieren auf dem kleinen Flugplatz im Ortsteil Asmusstedt für die deutschen Meisterschaften und für die Weltmeisterschaft im August in Frankreich.

Ein älterer Mann mit Mütze und Sonnenbrille spricht in ein Funkgerät
Schrodt ist ein Urgestein des Kunstflugs. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Viele von ihnen sind wegen des Trainers in die Kleinstadt in Sachsen-Anhalt gekommen: Mehrfacher Deutscher Meister Klaus Schrodt. Auch Martin Gräf aus Frankfurt am Main, Deutscher Meister in der Klasse Sportsman, der den Sport als „aufregende Angelegenheit“ beschreibt. Er sagt: „Wir sind hier mit einem extrem guten Trainer, auf den wir uns verlassen können und der das alles schon geflogen ist.“

Das Spiel mit den Naturgewalten

Ein Blatt Papier mit verschiedenen Linien liegt auf einem Männerschoß
Eine Zigarre beim Training: Klaus Schrodt geht das Programm eines Piloten durch. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Schrodt, Weltmeister im Motorkunstflug, ist große Verkehrsflugzeuge geflogen und kennt auch die kleinen Propellermaschinen aus eigener Erfahrung. Alexander Stegner, Bayrischer Meister und zweifacher Deutscher Vizemeister, lässt sich immer wieder gern von ihm helfen:  „Ich mach das natürlich auch alleine zu Hause. Aber ich heb mir dann immer Sachen auf, bei denen ich nicht dahinter komme, wie sie funktionieren, oder irgendwelche Fehler, die ich immer wieder mache.“ Schrodt schaue sich sein Können von unten an und könne meist helfen.

Der Weltmeister Schrodt erklärt, was beim Segelfliegen wichtig ist: „Wir haben feste Programme, die die Piloten fliegen müssen. Das wird dann nach genauen Kriterien beurteilt, wir haben einen sehr strengen Regelkatalog.“ Die Faszination an dem Sport mache das Spielen mit den Naturkräften aus und die Freude an dem Freiheitsgefühl.

Kräfte bis zum Zehnfachen des Körpergewichts

Gleichzeitig sei das Kunstfliegen ein sehr harter Sport. Die Piloten flögen Manöver kopfüber und mit hoher Beschleunigung, so dass große Kräfte auf sie wirkten – bis hin zum Zehnfachen des Körpergewichts. „Wenn Sie sich vorstellen, dass Sie mit dem Kopf nach unten hängen und einen Radius fliegen – das ist so, als ob sie sich einen Kleinwagen auf den Po stellen würden.“

Ein Mann interviewt einen anderen vor einem kleinen Flugzeug
Florian Bergér ist aktuell Deutscher Meister im Kunstflug. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Das bestätigt auch Florian Bergér. Der 30-jährige Münchner ist aktuell Deutscher Meister. „Das ist schon belastend“, sagt er, „es ist auch mental anstrengend, die ganzen Figuren und Programme auswendig zu lernen.“ Klaus Schrodt ist sein Jugendheld, erklärt er: „Als ich klein war, habe ich immer die Videos von ihm gesehen – dass ich jetzt mit ihm trainieren kann, ist eine Riesenehre für mich.“

Perfekten Flug gibt es nicht

Auch Klaus Schrodt ist zufrieden mit Bergérs Leistungen: „Der Kerl hat eine Riesenbegabung“, sagt er und fügt hinzu, „aber wenn er noch ein bisschen mehr zum Training kommen würde, wäre das gut.“ Trotz Begabung: Den perfekten Flug, sagt Schrodt, gibt es nicht. „Ich habe noch nie einen perfekten Flug gesehen, aber sehr schöne – und wenn man sagen kann: Ach, das war ganz schön, dann ist man happy.“

Noch bis zum 10.Mai trainieren die Kunstflieger vor- und nachmittags auf dem Verkehrslandeplatz in Ballenstedt.

Quelle: MDR/aso

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR SACHSEN-ANHALT | 08. Mai 2019 | 11:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 09. Mai 2019, 17:15 Uhr

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1 Kommentar

10.05.2019 21:41 Bärbel Dierks 1

Für die meisten Bewohner des Ortsteils Badeborn ist diese Fliegerei nur Ruhestörender Lärm. Warum haben die Flugzeuge keine Schalldämpfer? Die Flugmanöver sind so, dass man beim Aufenthalt im Freien während der Übungsflüge dauernd denkt jetzt stürzt einer ab oder eine Bomberstaffel ist im Anflug. Mir graut schon vor der Woche in der die DM stattfindet.

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