Nordharzautobahn Aus Gelb wird Blau – und das kostet Millionen Euro

Die Autobahnschilder auf der A36 werden ausgetauscht. Da die Strecke vorher eine Bundesstraße war, müssen die gelben Schilder durch blaue ersetzt werden. Das ist mit viel Aufwand und Kosten verbunden.

Collage einer Straßenausschilderung bei Aschersleben – einmal mit einem gelben Bundesstraßen-Schild, einmal mit einem blauen Autobahn-Schild
Die Schilder werden nach und nach ausgetauscht. Bildrechte: MDR/Frank Nowak

Auf der A36 werden die gelben Straßenschilder durch blaue ersetzt. Grund dafür ist, dass die Strecke vor rund zwei Jahren zu einer Autobahn hochgestuft wurde. Somit wurde aus der Bundesstraße B6n die heutige Autobahn 36.

Mit etwas Verzögerung werden nun auf der Strecke von Bernburg bis zur Landesgrenze zu Niedersachsen neue Schilder angebracht. Die Kosten dafür belaufen sich auf 3,5 Millionen Euro. Die Schilder werden erst jetzt, also zwei Jahre nach der Hochstufung der Strecke verändert, weil die Auftragsvergabe 2019 angelaufen ist. Uwe Langkammer, Präsident der Landesstraßenbaubehörde Sachsen-Anhalt, berichtete MDR SACHSEN-ANHALT, dass der Schilderaustausch eine aufwendige Angelegenheit sei.

3,5 Millionen Euro für die neuen Schilder

Ein Verkehrsschild zeigt den Beginn einer Autobahn an (Symboldbild).
EIn Autobahnschild (Symbolbild). Bildrechte: dpa

Langkammer sagte, die Arbeiten würden bis Ende 2021 andauern wird. Es sollen insgesamt 750 neue Schilder produziert und an den entsprechenden Stellen angebracht werden. Dafür zahlt der Bund 3,5 Millionen Euro. Langkammer sagt: "bei der Dimension sind 3,5 Millionen Euro ein normaler Preis. Die Schilder sind halt eine absolute Spezialanfertigung. Alle werden einzeln entworfen und gefertigt." Nach einer europaweiten Ausschreibung, hat die Produktion der Schilder eine Firma in Chemnitz übernommen.

Langkammer erklärt, dass die Autobahn für die Region wichtig sei. "Eine Autobahn bringt viele Vorteile. Beispielsweise kann man das als Aspekt einbringen, wenn man neue Investoren anwerben möchte. Und eine Autobahn ist auch wichtig für den Tourismus", sagt er. Deshalb wolle man schon lange, dass die Strecke am Harz entlang zu einer Autobahn umbenannt wird. Das Anliegen sei von den Landräten aus dem Harz vorangetrieben worden und auch mehrmals beim Bundesverkehrsministerium angesprochen worden.

Keine Veränderung – außer den neuen Schildern

An der Strecke an sich hat sich, außer der Umbenennung und der neuen Schilder, nichts verändert. Die zwei Spuren in jede Fahrtrichtung, Standstreifen und keine Geschwindigkeitsbegrenzung bleiben weiterhin.

Grafik B6n
Verlauf der ehemaligen B6n. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Langkammer  sagt: "Die Strecke wurde damals schon so gebaut, dass sie wie eine Autobahn ist. Es gibt nur kleine Unterschiede wie zum Beispiel die Dichte der Verkehrsanschlussstellen sind größer wie bei sonstigen Autobahnen. Das hat aber keinen Einfluss auf Verkehrssicherheit". Deshalb seien keinerlei baulichen Maßnahmen nötig.

Warum blaue Schilder nötig sind

Laut der ADAC ist die Veränderung der Schilder auf dem Streckenabschnitt wichtig. Eine ADAC-Sprecherin sagte, Fahrerinnen und Fahrer müßten sich stets orientieren können. Deshalb sei Eindeutigkeit wichtig.

Langkammer erklärt jedoch, dass die neuen Schilder einen neuen Schrifttyp haben, der eine Nummer größer ist. Damit sind die neuen Schilder größer und schwerer. Deshalb wurden alle Schilderbrücken nochmal überprüft um sicher zu gehen, dass sie die neuen Schilder tragen können.

Quelle: MDR/vö

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 04. August 2020 | 06:30 Uhr

7 Kommentare

Monazit vor 6 Wochen

Also Wikipedia bezieht sich auf einen Artikel der Mitteldeutschen Zeitung:

"Der Bau als Bundesstraße ist aus Anschlussgründen erfolgt: So erlaubte die Auslegung als autobahnähnliche Bundesstraße anstelle einer Bundesautobahn kürzere Abstände zwischen den Streckenabfahrten"

Das hat also offensichtlich nichts mit den Grünen zu tun. ;-)

Peter W. vor 6 Wochen

Und das können Sie natürlich belegen?

Die A36 ist deswegen als B6n entstanden, weil ein EU-Fördertopf für regionale Entwicklung angezapft wurde, und zwar geplant 1992. Da waren weit und breit keine Grünen in irgendeiner Regierung.

Dynamo vor 6 Wochen

Aus einer Bundesstraße wird eine Autobahn. An der Fahrbahn wird nichts verändert. Autobahn ist fertig, zwei Jahre später können die Hinweisschilder getauscht. Aber Deutschland forscht mit bei einem Marsflug. Tolle Geschichte

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