Mitarbeiter der Harzer Schmalspurbahn (HSB) bemühen sich, in der Nähe des Bahnhofs Brocken eine Lokomotive wieder auf die Schienen zu setzen.
Schon wieder ist ein Zug am Brocken im Schnee stecken geblieben. Bildrechte: dpa

Schneemassen Brockenbahn fährt nicht

Zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage ist eine Bahn am Brockengipfel stecken geblieben. Die Harzer Schmalspurbahn spricht selbst von einem peinlichen Zwischenfall. Vorerst fahren keine Züge auf den Brocken.

Mitarbeiter der Harzer Schmalspurbahn (HSB) bemühen sich, in der Nähe des Bahnhofs Brocken eine Lokomotive wieder auf die Schienen zu setzen.
Schon wieder ist ein Zug am Brocken im Schnee stecken geblieben. Bildrechte: dpa

Unweit des Brockengipfels ist am Samstagnachmittag eine Brockenbahn stecken geblieben. Es war bereits der zweite Vorfall dieser Art innerhalb weniger Tage. Die Dampflokomotive hatte sich kurz nach der Ausfahrt aus dem Bahnhof festgefahren. Gut 250 Passagiere mussten von der Bergwacht abgeholt und nach Schierke gebracht werden. Dort wurden sie auf andere Busse und Züge verteilt.

Noch am Abend konnte der Zug von Mitarbeitern freigeschaufelt und geborgen werden, sagt Dirk Bahnsen, Sprecher der Harzer Schmalspurbahn (HSB). Er selbst nannte die Geschehnisse einen "peinlichen Vorfall".

Lok steckt drei Tage fest

Erst am Dienstag war ein Zug der Brockenbahn in der Nähe des Gipfels in einer Schneewehe stecken geblieben. Die etwa 50 Reisenden und ein Teil der Waggons wurden anschließend mit einer anderen Lok zurück nach Drei Annen Hohne gebracht.

Circa 60 weitere Menschen mussten noch länger am Brocken ausharren. Sie wurden später mit Kleinbussen ins Tal befördert. Die Befreiung der Lok und der restlichen Waggons dauerte anschließend fast drei Tage.

Mitarbeiter in orangenen Warnwesten schaufeln Schnee an den Rädern einer Lok.
Doch die Bergung gestaltete sich schwierig. Bildrechte: MDR/Matthias Strauß

Strecke vorerst gesperrt

Am Sonntag und Montag sollte der Bahnbetrieb nicht mehr aufgenommen werden, erklärte HSB-Sprecher Bahnsen. Wann die Brockenbahn nach der neuerlichen Panne am Gipfel zwischen Schierke und Brocken wieder verkehrt, ist noch unklar.

Ob die eingeschneite Brockenbahn nun zu einem wiederkehrenden Ereignis wird? Wohl eher nicht. Dirk Bahnsen sagt: "Die Wahrscheinlichkeit ist ausgesprochen gering. Und dass uns das jetzt zweimal hintereinander erwischt hat, statistisch gesehen reicht das jetzt erstmal für die nächsten zehn, 20 Jahre aus."

Quelle: MDR/olei

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 13. Januar 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 14. Januar 2019, 09:50 Uhr

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3 Kommentare

14.01.2019 07:35 Nordharzer 3

Vielleicht sollte auch die HSB-Leitung mal ihre Strategie überdenken. Mit Macht und ohne Rücksicht auf Verluste bei Menschen und Material ist sicher nicht das Nonplusultra.

13.01.2019 20:27 frank r. 2

Ab in den Lokschuppen, bei so einem Wetter muß man es nicht auf die Spitze treiben, Vernunft ist angesagt.

13.01.2019 19:50 Andreas 1

Immer wenn ich das lese, tut mir die Lok so leid. Hoffentlich nimmt der Kessel bei diesen Temperaturen keinen Schaden.