Ein junger Mann steht im Führerstand einer Dampflok der Harzer Schmalspurbahnen.
Für einige ein Kindheitstraum: Dampflokführer Bildrechte: MDR/Carsten Reuß

Quereinsteiger willkommen Harzer Schmalspurbahnen suchen Personal

Heizer, Schaffner, Ingenieure, Lokführer: Die Harzer Schmalspurbahnen in Wernigerode suchen dringend neues Personal. Einige Stellen sind dauerhaft ausgeschrieben – für andere muss ausgebildet werden, weil keine Fachkräfte dafür zu bekommen sind.

Ein junger Mann steht im Führerstand einer Dampflok der Harzer Schmalspurbahnen.
Für einige ein Kindheitstraum: Dampflokführer Bildrechte: MDR/Carsten Reuß

Die Harzer Schmalspurbahnen (HSB) in Wernigerode suchen neue Lokführer – und Heizer, Schaffner, Ingenieure. Der Sprecher der Bahn, Dirk Bahnsen, sagte MDR SACHSEN-ANHALT: "Lokführer ist der Beruf, der am schwersten zu besetzen ist. Und Dampflokführer findet man schon gar nicht." Deswegen müsse man selber ausbilden. "Rein faktisch fehlen bei uns sechs Angestellte für den Eisenbahnbetrieb", so Bahnsen. "Man muss keine fachliche Ausbildung haben. Es kann auch jeder Quereinsteiger bei uns anfangen." Die notwendigen Kenntnisse und Ausbildungen würden durch Lehrgänge vermittelt.

Grund für die Personalnot ist nach Bahnsens Angaben einerseits der allgemeine Fachkräftemangel. Andererseits gebe es auch immer weniger junge Menschen, die da seien, um einen Beruf zu lernen. Bahnsen ergänzte, das Unternehmen versuche über alle Kanäle, Personal zu gewinnen. "Es ist natürlich schwierig diesen großen Faktoren entgegenzuwirken. Da sind wir keine Ausnahme. Da gehören wir zum großen Club dazu."

Ausbildung bei den Harzer Schmalspurbahnen Vom Heizer zum Dampflokführer

David Koch, 20 Jahre, steht vor einer Dampflok der Harzer Schmalspurbahnen.
David Koch hat sein Abitur gemacht und ist seit kurzem in der Ausbildung bei den Harzer Schmalspurbahnen. Bildrechte: MDR/Carsten Reuß
David Koch, 20 Jahre, steht vor einer Dampflok der Harzer Schmalspurbahnen.
David Koch hat sein Abitur gemacht und ist seit kurzem in der Ausbildung bei den Harzer Schmalspurbahnen. Bildrechte: MDR/Carsten Reuß
Ein junger Mann schaut aus dem Fenster des Führerstands einer Dampflok der Harzer Schmalspurbahnen.
Sein Ziel: Dampflokführer. Denn: "Hier hat man einen Job, den man anderswo auf der Welt nirgends findet." Er sei schon immer Eisenbahnfan gewesen, erzählt der 20-Jährige. Bildrechte: MDR/Carsten Reuß
Ein junger Mann kontrolliert eine Dampflok der Harzer Schmalspurbahnen.
"Mein Opa und mein Vater waren Modelleisenbahner und als Kind gehörte der Ausflug zur Selketalbahn immer dazu." Bildrechte: MDR/Carsten Reuß
Ein junger Mann wartet eine Dampflok der Harzer Schmalspurbahnen.
Der Tag von David Koch beginnt mit Wartungsarbeiten an der Dampflok: abschmieren, prüfen, Öl auffüllen. Bildrechte: MDR/Carsten Reuß
Ein junger Mann fettet ein Getriebeteil einer Dampflok der Harzer Schmalspurbahnen.
So eine Dampflok hat jede Menge Stellen, an denen geschmiert und geölt werden muss. Bildrechte: MDR/Carsten Reuß
Ein junger Mann steht in einem Wartungsschacht und fettet ein Getriebeteil einer Dampflok der Harzer Schmalspurbahnen.
Natürlich auch unter auch der Lok. Bildrechte: MDR/Carsten Reuß
Ein junger Mann schaufelt Kohlen im Führerstand einer Dampflok der Harzer Schmalspurbahnen.
Zwischendurch muss der Kessel angeheizt werden. Immer wieder werden Schaufeln voller Kohle unter den Kessel geschippt. Bis zu drei Tonnen pro Schicht muss ein Heizer schaufeln. Bildrechte: MDR/Carsten Reuß
Ein junger Mann schaufelt Kohlen im Führerstand einer Dampflok der Harzer Schmalspurbahnen.
Dampflok-Heizer ist ein seltener Beruf. Immer weniger wollen ihn ausüben. Bildrechte: MDR/Carsten Reuß
Ein junger Mann steht im Führerstand einer Dampflok der Harzer Schmalspurbahnen.
Bahnbetriebsleiter Jörg Bauer von den Harzer Schalspurbahnen erzählt: Der Beruf ist anstrengend und die Arbeitszeiten mit Wechselschichten, Wochenend- und Feiertagsarbeit nicht gerade familienfreundlich. Bildrechte: MDR/Carsten Reuß
David Koch, 20 Jahre, steht im Führerstand einer Dampflok der Harzer Schmalspurbahnen.
Da seien Mitarbeiter wie David Koch nicht einfach zu finden, klagt Bahnbetriebsleiter Jörg Bauer. Bildrechte: MDR/Carsten Reuß
Ein junger Mann schaut aus dem Fenster des Führerstands einer Dampflok der Harzer Schmalspurbahnen.
Zwar konnten neue Azubis Dank einer Lehrstellenoffensive gefunden werden. Aber: "Fünf Mitarbeiter könnten wir noch einstellen", so der Betriebsleiter. Vor allem im Bereich Fahrzeugtechnik. Bildrechte: MDR/Carsten Reuß
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Verdienst und Haustarifvertrag

Man habe einen Haustarifvertrag mit den Gewerkschaften geschlossen. Ein Heizer verdiene zurzeit etwa 25.000 Euro im Jahr, ein Dampflokführer maximal bis 36.000 Euro. Das sei aber nicht in Stein gemeißelt, so Bahnsen. Es gebe Staffelungen nach Qualifikation und Dauer der Zugehörigkeit zum Unternehmen.

August 2018 – Start ins Berufsleben bei den Harzer Schmalspurbahnen (v.l.n.r.): Hans Reichelt (HSB-Lehrausbilder), Anne Walther (HSB-Personalreferentin), Alexander Michael Mänz, Jakob Lindner, David Koch, Eckhard Wolter (HSB-Personalchef), Pascal Maurice Dressler und Kees de Vries (HSB-Jugend- und Auszubildendenvertreter)
Vier Lehrlinge haben im August bei den Harzer Schmalspurbahnen ihre Ausbildung begonnen. Bildrechte: HSB/Dirk Bahnsen

Zum 1. August haben vier Lehrlinge eine Ausbildung als Industriemechaniker bei den Harzer Schmalspurbahnen begonnen. Zwei von ihnen kommen aus den Regionen Dresden und Leipzig, zwei aus der Harzregion.

Nach Angaben der HSB finden sich unter den rund 260 Beschäftigten insgesamt fünfzehn Auszubildende zum Industriemechaniker, zwei zur Kauffrau bzw. zum Kaufmann für Büromanagement sowie ein Dualstudent im technischen Bereich. Seit 1997 hätten 61 Auszubildende eine Lehre unter anderem als Industriemechaniker, Bürokaufleute, Energieelektroniker und Fachinformatiker absolviert. Und viele sind noch bei der HSB tätig, "denn alle Absolventen erhielten bislang die Möglichkeit auf ein festes Arbeitsverhältnis."

Die Harzer Schmalspurbahnen betreiben ein rund 140 Kilometer langes Schienennetz in Sachsen-Anhalt und Thüringen. Sie befördern mehr als eine Million Fahrgäste pro Jahr.

Quelle: MDR/mp

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 30. August 2018 | 07:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 30. August 2018, 11:34 Uhr

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8 Kommentare

31.08.2018 10:45 Patze 8

Hallo . Die Lohnangaben stimmen überhaupt nicht .
Ich hatte mich damals selber beworben und als ich dann die Lohnvorstellung des Unternehmens zu hören bekam, konnte ich nur noch das große Lachen bekommen . 950 Euro Netto . Da bekommt man als Familienvater vom Amt mehr .
Und das ist das große Problem des Unternehmens.
Für solch einen Hungerlohn geht keiner Arbeiten.
Viel Spaß beim weitersuchen....

31.08.2018 09:54 Leopreu 7

Hatte mich voriges Jahr als Quereinsteiger beworben. Grosse Arroganz beim Vorstellungsgespräch. Letztendlich hat man Triebwagenfahrer benötigt.
Alles Verarschung, und die Lok dampft trotzdem.

31.08.2018 09:53 Möwe 6

Wenn ich die Kommentare hier so höre, dann muss ich mal zu meinem Chef gehen.