Schultafel mit Schwamm und Kreide
Schüler und Landespolitiker diskutieren in Halberstadt, wie eine Schule heute sein sollte. Bildrechte: imago images / Jürgen Ritter

Schulentwicklungscamp in Halberstadt Ideen für die Schule der Zukunft gesucht

In Halberstadt diskutieren Schüler und Landespolitiker gemeinsam über eine zeitgemäße Schule. Drei Tage lang geht es beim Schulentwicklungscamp unter anderem um zu frühen Schulbeginn, Handynutzung im Unterricht und Schulsozialarbeiter.

Schultafel mit Schwamm und Kreide
Schüler und Landespolitiker diskutieren in Halberstadt, wie eine Schule heute sein sollte. Bildrechte: imago images / Jürgen Ritter

Donnerstagmorgen, 6 Uhr,  am Landtag in Magdeburg: Schüler aus vier Schulen und Landespolitiker machen sich auf den Weg nach Halberstadt. Stilecht mit dem Schulbus fahren sie für drei Tage ins Schulentwicklungscamp. Dort wollen sie gemeinsam Ideen für eine zeitgemäße Schule sammeln.

Merle und Erik, beide Schüler des beteiligten Editha-Gymnasiums Magdeburg, haben das Schulentwicklungscamp mitorganisiert. Auch sie sitzen im Bus nach Halberstadt – und setzen große Hoffnungen in das Camp: Merle wünscht sich beispielsweise, dass sich Schule so ändert, dass auf jeden Schüler individuell eingegangen werden könne. Und sie möchte weniger Frontalunterricht, weil dabei nicht jeder mitkommen würde.

Schüler befragen Bildungsminister

Wegen des großen Interesses ist das Schulentwicklungscamp von Gardelegen nach Halberstadt verlegt worden. Das Camp in der Freiherr Spiegel Sekundarschule beginnt mit gemeinsamen Unterrichtsstunden. Anschließend können die Schüler Bildungsminister Marco Tullner Fragen zur Schulpolitik stellen.

Zum Beispiel will Merle wissen, wieso neue Lehrer vom Land Sachsen-Anhalt auf ihre Bewerbungen erst so spät eine Zusage erhielten, dass sie dann in einem anderen Bundesland arbeiteten. Tullner darauf: "Lehrermangel ist hier im Osten flächendeckend vorhanden." Dass Lehrer dann doch absprängen und in andere Bundesländer gingen, hänge oft auch mit der Bezahlung zusammen. "Der Punkt ist: Wie kann man es schaffen, dass man neue Lehrer dahin bekommt, wo der Bedarf ist?" Tullner will dafür Anreize schaffen.

In Arbeitsgruppen zu konkreten Umsetzungsplänen

Vor dem Schulentwicklungscamp hatten alle Schüler die Möglichkeit, eigene Ideen für die Schule von heute einbringen. Das war einersetits in den sozialen Medien unter #enterschool möglich aber auch im Internet auf den Seiten des Bildungsministeriums. Dort konnten Schüler unter anderem sagen, welche Veränderungen sie sich in Bezug auf ihren Schulweg das Mittagessen oder den Pausenhof vorstellen. In Halberstadt sind die Wünsche auf einer großen Wand angepinnt. "Mehr Vertrauenslehrer" steht da, "zu viele Hausaufgaben" und "Spaß im Unterricht".

Die insgesamt 400 Campteilnehmer arbeiten in kleineren Gruppen weiter. Merle und Erik haben sich für die Arbeitsgruppe "Raumgestaltung" entschieden. Beide wollen einen Pausenraum entwerfen. Erik stellt sich vor, dass darin eine Konsole steht, es außerdem eine Möglichkeit gibt, sich hinzulegen und auszuruhen – oder zu lernen. "Ich finde es sehr wichtig, dass man sich in seiner Umgebung, auch in der Schule, wohlfühlt", ergänzt Merle. Innerhalb der Gruppen sollen bis Samstag konkrete Umsetzungspläne für die Schule von heute entstehen.

Ideen von Schülern aus Sachsen-Anhalt für eine zeitgemäße Schule an einer grünen Wand.
Ein Teil der Wünsche, die Sachsen-Anhalts Schüler haben. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Quelle: MDR/mh

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 05. September 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 06. September 2019, 10:53 Uhr

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