"Traumpartner" auf Bestellung Sexpuppen aus dem Harz

Eine Firma im Harz stellt mit 3D-Technik Sexpuppen her – nach Kundenwünschen. Puppen mit Idealmaßen sind übrigens nicht die Verkaufsschlager.

Bei Manfred Scholand gibt es die Traumfrau oder den Mann auf Bestellung. Sie kosten allerdings 800 bis 1.600 Euro. Und die "Traumpartner" sind nicht aus Fleisch und Blut, sondern aus Materialien wie Silikon.

Der Kunde kann bei RS-Dolls aus etwa 100 Körpern und 300 verschiedenen Köpfen seine Puppe individuell online zusammenstellen. Die Einzelteile werden in China gefertigt. In Scholands Werkstatt in Ilsenburg im Harz werden sie zusammengebaut. Das 2015 gegründete Unternehmen gehört zu den größten Sexpuppen-Herstellern Deutschlands. Geliefert wird in die ganze Welt.

Sexpuppe als Alternative zu echtem Partner

Ein Mann begutachtet eine Sexpuppe.
Manfred Scholand verleiht einer Sexpuppe den letzten Schliff. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Scholand erklärt, dass die Puppen von den Käufern weitgehend personalisiert werden können: "Bei einer lebensechten Liebespuppe können wir heute ganz individuell den Kopf erstellen, den der Kunde wünscht. Wir brauchen ein Foto – von vorne, von rechts und von links – und mit der 3D-Technik können wir genau dieses Foto in allen Details wieder herstellen."

Zu den Kunden des Harzer Betriebs gehören überwiegend Männer. Aber auch Frauen und Paare zählen zu Scholands Zielgruppe. Warum werden diese Puppen überhaupt gekauft? "Eine Beziehung aufzubauen, die auf Sex basiert, hat in der Regel keine Zukunft", sagt Scholand. "Eine lebensechte Liebespuppe, gerade auch in diesen Qualitäten, bietet eine echte Alternative." Er verkauft seine Puppen außerdem an Theater und Fotostudios. Auch bei Filmstunts kommen sie bisweilen zum Einsatz.

Puppen mit Idealmaßen nicht die Verkaufsschlager

Übrigens seien nicht alle auf Puppen mit Idealmaßen aus, sagt Mitarbeiter Peter Treulieb. "Es gibt vielleicht dieses klassische 90-60-90-Phänomen, was sehr klischeehaft an den Männern haftet." Die Verkaufsschlager seien unspektakulär – eher wie die Frau oder der Mann von nebenan.

Mehrere Körper und Gesichter von Sexpuppen in einer Werkstatt.
Kunden können ihre Sexpuppe individuell zusammenstellen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Früher war Scholand Wirtschaftsinformatiker. Die Idee, Sexpuppen zu produzieren, sei ihm eher zufällig gekommen, erzählt er. "Ich habe auf einer Messe diese Produkte erstmalig gesehen und war eigentlich gleich angetan und habe das Potenzial erkannt", sagt Scholand. Seine Tochter Jennifer hilft im Unternehmen aus. Sie sei recht schnell begeistert von der Geschäftsidee gewesen, sagt sie. Was sie daran schätzt: "Dass er Menschen helfen kann, die keinen freien Zugang zu Sex haben zum Beispiel."

Quelle: MDR/mh

Dieses Thema im Programm: MDR um 11 | 16. Oktober 2018 | 11:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 16. Oktober 2018, 15:43 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

9 Kommentare

18.10.2018 11:03 Wolpertinger 9

Wenn die Sexpuppe schwanger wird, ist das dann ein Fall für die Produkthaftung ?

17.10.2018 06:42 Sr.Raul 8

Mit der "Frau von nebenan" kann wirklich nur die jeweils nebenstehende Puppe, der nebenstehenden Puppe gemeint gewesen sein, @1 (Paula). Die teils lesbare US-Amerikanische Prüderi kann ich auch nicht nachvollziehen. Son'ne Püppi gab's bereits in der Olsenbande im DFF zur besten Sendezeit zu bewundern. Nannte sich "Seemannsballon", war zum Aufbla... ähm-pusten und nicht unbedingt mit hoher Attraktivität gesegnet. Joa mei, wem's Spaß macht und niemand zu Schaden kommt.

17.10.2018 00:22 Stealer 7

Nun, warum auch nicht. Es gibt auch "lebensechte" Vibratoren - das her ist sozusagen die Premium-Version.

Sexuelle Selbstbefriedigung ist nun wahrlich eine ziemlich normale Sache, über die man aber halt nicht spricht. Ersetzen kann so eine Puppe einen Partner natürlich nicht, aber das können Pornos auch nicht (die natürlich auch keiner guckt, das Internet ist nur zufällig voll davon).