Der eingeschneite Brocken-Bahnhof.
Die Bahn sollte gegen Mittag auf dem Brocken ankommen und Touristen einsammeln. Bildrechte: Danilo Hartung

Sturm und Schnee Brockenbahn im Schnee festgefahren – Wintereinbruch erwartet

Das Winterwetter aus dem Süden Deutschlands macht sich inzwischen in Sachsen-Anhalt bemerkbar. Sturmböen ziehen übers Land, starke Schneefälle sind angekündigt. Im Harz tobte bereits am Dienstag ein heftiger Schneesturm, dessen Auswirkungen auch Fahrgäste der Brockenbahn zu spüren bekamen.

Der eingeschneite Brocken-Bahnhof.
Die Bahn sollte gegen Mittag auf dem Brocken ankommen und Touristen einsammeln. Bildrechte: Danilo Hartung

Auf dem Weg zum Brocken ist am Dienstag ein Zug der Harzer Schmalspurbahn in einer Schneewehe steckengeblieben. Das bestätigte Dirk Strohschneider von der Brockengaststätte MDR SACHSEN-ANHALT. Rund 50 Fahrgäste saßen gut vier Stunden lang fest. Der Zug sollte eigentlich gegen Mittag am Bahnhof auf dem Gipfel ankommen und Touristen einsammeln, wie der Sprecher der Harzer Schmalspurbahn, Dirk Bahnsen, sagte. Doch kurz vor dem Ziel blieb der Zug im Schnee stecken.

Sprecher Bahnsen erklärte, aus dem Tal habe eine Ersatzlok eine Schneefräse bergauf geschoben, um den Weg freizuräumen. Die Ersatzlok habe den einen Teil des Zuges mit allen Passagieren abgeholt und zurück zum Bahnhof Drei Annen Hohne in Wernigerode gefahren.

Personen sitzen Stunden auf dem Gipfel fest

die Brockenbahn im Schnee
Auf dem Weg zum Gipfel fuhr sich die Brockenbahn in einer Schneewehe fest. Bildrechte: Dirk Strohschneider

De zweite Zugteil samt festgefahrener Lok steckte am Abend weiter fest. Ursprünglich sollte der Zug laut Bahnsen freigeschaufelt werden und die rund 60 Personen, die noch dem Brocken festsaßen, wieder ins Tal bringen. Doch dieser Plan musste aufgegeben werden. Letztlich hat sich nach Informationen von MDR SACHSEN-ANHALT der Betreiber des Brockenwirts bereit erklärt, die Betroffenen mit Kleinbussen vom Berg nach Wernigerode zu bringen.

Bis zum Nachmittag lagen auf dem Brocken, dem mit 1.141 Meter höchsten Berg des Mittelgebirges,  82 Zentimeter Schnee. Kräftiger Wind mit Spitzen von bis zu 126 Kilometern pro Stunde führte zu bis zu zwei Meter hohen Schneeverwehungen. Die Sicht lag bei unter 20 Metern. Das sei schwer vorhersehbar gewesen, so Sprecher Bahnsen.

Wir bedauern das, aber das ist höhere Gewalt.

Dirk Bahnsen, Sprecher Harzer Schmalspurbahn

Es käme hin und wieder vor, dass Züge auf dem Weg zum Brocken im Schnee feststeckten. Zuletzt sei das aber länger nicht vorgekommen.

Schneegestöber Eingeschneit: Brockenbahn-Befreiung dauert an

Die im tiefen Schnee versunkene Brockenbahn
Ein Zug der Harzer Schmalspurbahn hat sich am Dienstag auf dem Weg zum Gipfel des Brockens in einer Schneeverwehung festgefahren. Bildrechte: MDR/Matthias Strauß
Die im tiefen Schnee versunkene Brockenbahn
Ein Zug der Harzer Schmalspurbahn hat sich am Dienstag auf dem Weg zum Gipfel des Brockens in einer Schneeverwehung festgefahren. Bildrechte: MDR/Matthias Strauß
Die im tiefen Schnee versunkene Brockenbahn
Auch am Tag danach war das Unternehmen noch dabei, einen Teil des Zuges zu befreien. Bildrechte: MDR/Matthias Strauß
Die im tiefen Schnee versunkene Brockenbahn
Unternehmenssprecher Dirk Bahnsen sagte MDR SACHSEN-ANHALT, seit dem frühen Mittwochmorgen waren Mitarbeiter mit der Schneefräse im Einsatz. Bis zum Abend konnte der Zug noch nicht komplett aus der Schneewehe befreit werden.  Bildrechte: MDR/Matthias Strauß
Die im tiefen Schnee versunkene Brockenbahn
Die Lok und drei Waggons sollen nacheinander ausgegraben und einzeln vom Berg heruntergefahren. Die Mitarbeiter müssen dafür auch Bahnübergänge und Gleise von Schnee befreien. Bildrechte: MDR/Matthias Strauß
Die im tiefen Schnee versunkene Brockenbahn
Laut Sprecher Bahnsen dauert die Aktion noch bis mindestens Donnerstag. Bildrechte: MDR/Matthias Strauß
Schnee ist in ein Zugabteil der Brockenbahn eingedrungen
Ein zweiter Teil des Zuges konnte bereits am Dienstag befreit werden. Bildrechte: MDR/Matthias Strauß
Die im tiefen Schnee versunkene Brockenbahn
Den Angaben der Schmalspurbahn zufolge hatte eine Ersatzlok aus dem Tal eine Schneefräse bergauf geschoben, um den Weg freizuräumen. Bildrechte: MDR/Matthias Strauß
Die im tiefen Schnee versunkene Brockenbahn
Die Ersatzlok habe dann den einen Zugteil mit allen Passagieren, die sich zum Zeitpunkt in dem festgefahrenen Zug befanden, ins Tal gebracht, erklärte Sprecher Bahnsen. Bildrechte: MDR/Matthias Strauß
Der eingeschneite Brocken-Bahnhof.
Die Schneedecke auf dem Brocken wuchs laut Deutschem Wetterdienst binnen eines Tages von 75 auf 103 Zentimeter. Kräftiger Wind mit einer Geschwindigkeit von bis zu 126 Kilometern pro Stunde führte zu bis zu zwei Meter hohen Schneeverwehungen.

Dieses Thema im Programm:
MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 09.01.2019 | 8:00 Uhr

Quelle: MDR/cw
Bildrechte: Danilo Hartung
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Verkehr sollte eingestellt werden

Wegen der heftigen Sturmböen hatte die Schmalspurbahn kurz vor dem Zwischenfall entschieden, keine weiteren Züge auf die Strecke zu schicken. Ob die Brockenbahn den Betrieb am Mittwoch wieder regulär aufnimmt, ist noch unklar. Bahnsen erklärt, es müsse jeden Tag neu entschieden werden, ob Sturm und Schneefall einen sicheren Betrieb erlauben.

Die Meteorologen der Wetterwarte rechnen mit weiteren kräftigen Schneefällen. Bis Mittwoch gilt laut Deutschem Wetterdienst (DWD) eine Unwetterwarnung. Touristen und Wanderer sollten von einem Ausflug auf den Brocken absehen.

Schnee auch im Tiefland

Eine Schneefräse auf dem tief verschneiten Brockengipfel.
Bis zum Nachmittag lagen 82 Zentimeter Schnee auf dem Brocken. Sturmböen führten zu starken Schneeverwehungen. Bildrechte: MDR/Matthias Strauß

Das schlechte Wetter aus dem Süden Deutschlands macht sich inzwischen aber auch in ganz Sachsen-Anhalt bemerkbar. Laut MDR-Wetterstudio bringt Sturmtief Benjamin heftige Böen, sowie viele Wolken und Regen auch ins Tiefland. Gegen Mitternacht soll der Regen den Angaben zufolge überall in Schnee übergehen, so dass es am Mittwochmorgen verbreitet weiß sein soll. Zwischen einem und fünf Zentimeter Schnee sollen laut Wetterexperten dann im Tiefland gefallen sein.

Erst für Freitag rechnet der DWD wieder mit wärmeren Temperaturen. Im Flachland gehe der Schnee in Regen über. Die Temperaturen sollen dann auf Plusgrade steigen.

Quelle: MDR/cw

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 08. Januar 2019 | 17:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 09. Januar 2019, 15:31 Uhr

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8 Kommentare

10.01.2019 20:06 Ossi 65 8

Das ist Wahnsinn wie viel Schnee da oben auf dem Brocken und im Harz gefallen ist. Ich kann in Magdeburg vom Küchenfenster aus bei guter Sicht den Brocken sehen, das sind Luftlinie etwas 50 oder 70 Kilometer, aber Schnee gibt es hier nicht. Auch anderswo sind sie Eingeschneit. Ich glaube ich muss aus Magdeburg weg Ziehen um mal wieder einen richtigen Winter zu Erleben.

09.01.2019 17:23 Schmalstieg Roby 7

* Wir sassen acht Stunden auf dem Brocken fest*. Wer solche vorwurfsvolle Feststellungen trifft, sollte sich an der eigenen Nase nehmen. Wer im Vorfeld von solchen Ausflügen Wetterprognosen ausser acht lässt und sich dort hoch begibt, muss nicht versuchen, anderen die Schuld in die Schuhe zu schieben.

09.01.2019 12:20 Berggeist 6

@1: die "richtige" Bahn bedient doch solche und andere Strecken erst gar nicht, Stichwort: Rentabilität. Deshalb: was soll dieser Vergleich?