Sportwagen landet im Vorgarten Tödlicher Unfall in Aschersleben: "Das war ein Albtraum"

André Brantin feierte mit seiner Familie gerade Geburtstag. Die Kinder wollten im Garten spielen – dann verunglückte plötzlich ein Autofahrer in seinem Vorgarten. Der Mann starb. Brantin fordert nun Tempolimits.

Seine Kinder hatten ihn gerade gefragt, ob sie im Garten spielen dürfen – und "dann hat es auch schon gescheppert", erzählt André Brantin. "Dann lag der Mann mit seinem Auto im Vorgarten. Wir hatten gerade Geburtstag gefeiert. Das war ein Albtraum. Einfach ein Albtraum." Der Familienvater schickte seine zum Glück unverletzten Kinder ins Haus zum Spielen, denn: "Das war kein schöner Anblick. Es ist nicht einfach, so etwas mitzuerleben."

Direkt an seinem Haus am Ortsausgang von Aschersleben verunglückte am Mittwochabend ein 58 Jahre alter Autofahrer tödlich. Der Mann kam mit seinem Ford Mustang, einem 480-PS-Boliden, aus bisher noch ungeklärter Ursache in einer Linkskurve von der Fahrbahn ab, geriet ins Schleudern und überschlug sich.

Der angeforderte Notarzt konnte nur noch den Tod feststellen. Am Fahrzeug entstand ein Totalschaden, auch am geparkten Auto von André Brantin ein Sachschaden. Die Ermittlungen laufen.

Aschersleben Unfall Mustang
Der Ford Mustang kam von der Fahrbahn ab und überschlug sich. Bildrechte: MDR/Matthias Strauss

Seelsorge für Ersthelfer und Kameraden

"Dadurch, dass mehrere Ersthelfer vor Ort waren und das Geschehen live vor Ort miterlebt haben, brauchten wir mehrere Kollegen der psychosozialen Notfallversorgung, die sich um die Ersthelfer und Angehörigen kümmern mussten", sagte René Knoblauch, Einsatzleiter der Feuerwehr Aschersleben, und kündigte auch für die Feuerwehrkameraden psychologische Hilfe im Nachgang des Einsatzes an.

Erschwert wurde der Einsatz durch den anfänglichen Verdacht, dass sich eine weitere Person zum Unfallzeitpunkt im Fahrzeug befand. Ein Polizeihubschrauber sowie eine Drohne wurden eingesetzt. Während der Unfallaufnahme konnte die Beteiligung eines weiteren Insassen jedoch ausgeschlossen werden. Die Straße war für vier Stunden vollgesperrt.

André Brantin
Bildrechte: MDR/Matthias Strauss

Hier muss die Stadt und der Landkreis etwas tun. Hier müssen Tempolimits aufgestellt werden. Hier muss ein Blitzer aufgestellt werden. Dieser Raserei muss Einhalt geboten werden. Jetzt liegt ein Toter im Auto, vielleicht liegen sonst das nächste Mal noch ein paar Kinder daneben.

André Brantin, Anwohner

Zwei weitere tödliche Verkehrsunfälle

Auch im Landkreis Stendal ist ein Mann bei einem Unfall tödlich verunglückt. Nach Angaben der Polizei prallte der 81-Jährige gestern zwischen Schernikau und Uenglingen gegen einen Baum. Der Mann starb im Krankenhaus.

In Dessau-Roßlau stürzte ein Motorradfahrer aus noch unbekannten Gründen während der Fahrt. Der 35-Jährige kam noch ins Krankenhaus. Dort starb er wenig später.

Quelle: MDR/dg

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 04. Juli 2019 | 07:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 04. Juli 2019, 15:09 Uhr

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