Sonnenaufgang an der Rappbodetalsperre
1,3 Millionen Menschen werden von hier aus mit Trinkwasser versorgt. Bildrechte: Christian Walter

Trotz Hitzewelle Trinkwasser durch Rappbodetalsperre gesichert

Es ist heiß in Sachsen-Anhalt. Laut MDR-Wetterstudio können am Mittwoch die Temperaturen auf bis zu 38 Grad steigen. Um die Trinkwasserversorgung aus der Rappbodetalsperre müssen sich Verbraucher aber keine Sorgen machen. Auch der Norden Sachsen-Anhalts ist durch die Trinkwasserversorgung Magdeburg gut aufgestellt.

Sonnenaufgang an der Rappbodetalsperre
1,3 Millionen Menschen werden von hier aus mit Trinkwasser versorgt. Bildrechte: Christian Walter

Die Trinkwasserversorgung aus der Rappbodetalsperre im Harz ist trotz steigender Temperaturen gesichert. Wie der Chef des Landesbetriebes für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Sachsen-​Anhalt, Burkhard Henning, MDR SACHSEN-ANHALT mitteilte, reicht das Trinkwasser bis einschließlich diesen Winter. Der Stausee sei mit etwa 95 Millionen Kubikmeter Wasser sehr gut gefüllt.

Henning zufolge nimmt bei der Hitze zwar der Trinkwasserverbrauch zu, Probleme gebe es aber nicht. Er empfahl Verbrauchern einen ganz normalen Wasserverbrauch. Man müsse den Grundbedarf nicht einschränken. Eine Dusche mehr am Tag sei in Ordnung.

Strenge Kontrollen am Stausee

Wie Henning, der auch Chef des Talsperrenbetriebes in Sachsen-Anhalt ist, mitteilte, wird mit einem Boot mit Solarstromantrieb die Talsperre regelmäßig kontrolliert. Dazu gehörten zum einem Wasserproben, aber bei den heißen Temperaturen vor allem auch, ob Nutzungsverbote eingehalten werden.

Wir schauen, dass Leute hier nicht illegal baden. Die Talsperre ist natürlich ein reizvolles Badeobjekt.

Die Talsperre gehört zur Schutzzone 1 des Trinkwasserschutzes. "Wir müssen sicherstellen, dass dieses kostbare Trinkwasserreservoir auch geschützt bleibt", so Henning. Jeder Nutzer, der den Wasserhahn aufdreht, verlasse sich darauf.

Hitze und Trockenheit abgefedert

Grafik welche Orte durch die Rappbodetalsperre mit Trinkwasser versorgt werden
Wenige Kilometer von der Rappbodetalsperre entfernt wird im Wasserwerk Wienrode das Trinkwasser aufbereitet. Von da aus nimmt es seinen Weg in die Wasserhähne nach Halberstadt, Aschersleben, Halle bis nach Leipzig. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die Rappbodetalsperre ist Henning zufolge als Überjahresspeicher konzipiert, um Trockenperioden wie es sie im vergangenen Jahr gab, abzufedern. Dadurch sei man nicht auf die Zulaufmengen angewiesen, die in dem jeweiligen Jahr anfallen. Über das ganze Jahr sei man mit einem sehr guten Füllinhalt hingekommen, so der Talsperren-Chef. Das sei auch wichtig für die Wasserqualität.

Der Bereichsleiter der Fernwasserversorgung Elbaue-Ostharz, Jens Marnitz, überwacht die Qualität des Trinkwassers. Er sagte MDR SACHSEN-ANHALT, man habe "das beste Trinkwasser, was man überhaupt trinken könnte". Es handele sich um das Oberflächenwasser der Talsperre, bei dem nur die Organik herausgefiltert werde. Sämtliche Mineralien würden im Trinkwasser verbleiben, so Marnitz: "Durch die Proben, die wir ständig nehmen, wird das bestätigt."

Fakten zur Rappbodetalsperre

Rappbodetalsperre im Harz
Die Staumauer kann riesige Wassermassen zurückhalten. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Von der Rappbodetalsperre aus werden 1,3 Millionen Menschen mit Trinkwasser versorgt, vor allem in Sachsen-Anhalt. Das Rohwasser wird im wenige Kilometer entfernten Wasserwerk Wienrode aufbereitet. Die Rappbodetalsperre dient dem Hochwasserschutz und als Trinkwasserreservoir. Davon profitieren seit über 50 Jahren die im Bodetal liegenden Orte. Die Rappbodetalsperre umfasst einen vier Quadratkilometer großen See, der neun Kilometer lang ist. Mit einer Höhe von 106 Metern ist sie die größte Talsperre in Deutschland. Sie ist in der Lage, eine Wasserfläche von 390 Hektar und mehr als 109 Millionen Kubikmeter Wasser anzustauen.

Auch Norden Sachsen-Anhalts gut gerüstet

Auch die Trinkwasserversorgung Magdeburg (TWM) sieht sich auf die Hitze vorbereitet. Geschäftsführer Alexander Ruhland sagte MDR SACHSEN-ANHALT, man könne gut versorgen und es gebe keine Anhaltspunkte, das anzuzweifeln. "Es gibt keinen Grund, Wasser direkt zu sparen. Aber jeder sollte vernünftig damit umgehen und es nicht vergeuden." Die TWM hat ihre größte Anlage in Colbitz.

Hitzewelle erreicht Sachsen-Anhalt

Wie das MDR-Wetterstudio mitteilte, können in dieser Woche zum voraussichtlichen Hitze-Höhepunkt am Mittwoch die Temperaturen auf bis zu 38 Grad steigen. Für die Hitze ist das Hoch "Ulla" im Zusammenspiel mit einem ausgeprägten Höhenhoch über Mitteleuropa verantwortlich. Ärzte warnen davor, sich allzu großer körperlicher Belastung auszusetzen und raten ausreichend zu trinken. Ab Donnerstag sinken die Temperaturen dann laut MDR Wetterstudio etwas.

Quelle: MDR/ahr

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT heute | 24. Juni 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 27. Juni 2019, 21:12 Uhr

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6 Kommentare

28.06.2019 15:27 C.T. 6

@Sr. Raul

Schonmal daran gedacht, dass ggf. stattfindende Änderungen im Wetter einfach aus der erdeigenen Klimadynamik heraus entstehen und nicht menschengemacht sind?
Die klimatischen Bedingungen auf der Erde sind seit jeher einem steten Wandel unterlegen und daher ist es einfach vermessen, diese Abläufe als "menschengemacht" zu titulieren.
Hier wird das Klima einfach als Instrument Mißbraucht.

Stichwort: Greta und Fridays 4 Future - seit der Europawahl nichts mehr zu höhren ... welch Überraschung... haben wohl ihren Zweck der Massenmanipulation erfüllt!

Anmerkung MDR SACHSEN-ANHALT Ja es gibt und gab Klimaveränderungen/-schwankungen – schon immer. Die Forschungen der Wissenschaftler belegen aber überwiegend, die jetzige Erwärmung ist größtenteils menschengemacht. Das ist keine Meinung, sondern Ergebnis von Studien. Wenn man etwas anderes behauptet sollte man das wissenschaftlich und nicht meinungsbetont tun – nämlich den Studien Fehler/Fehlschlüsse etc nachweisen oder mit eigener Forschung zu anderen Ergebnissen kommen. Das würde allen helfen.

27.06.2019 11:59 Sr.Raul 5

So ein Unfug, @04 (Reinhard Riek). Extremwetterlagen wie im Sommer (2003,2018 und wohl auch 2019), hat 0,0 nix mit den mal ein paar Tagen nach oben geflüchteten Temperaturskalen zu tun, wie wir das noch in normalen mitteleuropäischen Sommern kennen. Dazu kommen die kontinuierlich nach unten gehenden Niederschlagsmengen über das gesamte Jahr in unseren Breiten. So etwas habe nicht einmal bei meinen bisherigen 04 Karibik - Aufenthalten (Kuba, Dom Rep) erlebt. Da hat es täglich 2 - 3 x, ca. 30 min., kräftig geschüttet. Konnte man fast die Uhr nach stellen. Ich bin übrigens kein "sich vor lauter grüner Gehirnwäsche..." Wessi.

27.06.2019 10:57 Reinhard Riek 4

Weil sich die Wessis vor lauter grüner Gehirmwäsche nicht vorstellen können, dass es Extremwetterlagen bereits lange vor der Erfindung des Klimawandels gab. Nach deren Verständnis gibt es Hitzesommer mit Temperaturen über 20 Grad Celsius erst seit heute gibt.

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