Umzäunte Fläche im Nationalpark Harz, auf der Buchen gepflanzt wurden.
Ein paar von Hunderttausenden: In dieser umzäunten Fläche haben Nationalpark-Mitarbeiter Buchen gepflanzt. Bildrechte: MDR/Maria Hendrischke

Klimaschutz Trotz Baumsterben: Keine zusätzliche Aufforstung im Nationalpark Harz

Im Nationalpark Harz sterben derzeit zahlreiche Fichten ab. Da Bäume CO2 speichern, will das Land Niedersachsen Wälder aufforsten – auch im Harz. Sachsen-Anhalts Umweltministerium hat sich gegen den Vorschlag ausgesprochen: Es würden bereits hunderttausende Bäume gepflanzt. Teil 5 der Serie über Waldschäden in Sachsen-Anhalt.

Umzäunte Fläche im Nationalpark Harz, auf der Buchen gepflanzt wurden.
Ein paar von Hunderttausenden: In dieser umzäunten Fläche haben Nationalpark-Mitarbeiter Buchen gepflanzt. Bildrechte: MDR/Maria Hendrischke

Sachsen-Anhalt wird den Wald im Nationalpark Harz nicht zusätzlich aufforsten. Das Land hat damit einem Vorschlag aus Niedersachsen eine Absage erteilt. Der Vorsitzende der niedersächsischen CDU-Fraktion, Dirk Toepffer, will zum CO2-Abbau Wälder aufforsten lassen – auch im Nationalpark Harz, der in Sachsen-Anhalt und Niedersachsen liegt. Eine natürliche Erholung des beschädigten Baumbestands gehe wegen des Klimawandels zu langsam.

Hunderttausende neue Laubbäume allein 2018

Die Sprecherin des Umweltministeriums in Magdeburg, Jenny Schwarz, sagte MDR SACHSEN-ANHALT, dass bereits in den vergangenen zehn Jahren 4,3 Millionen Laubbäume im Nationalpark gepflanzt worden seien, um aus reinen Fichtenwäldern wieder Mischwälder werden zu lassen.

Jährlich würden hunderttausende neue Bäume gepflanzt. Mehr sei kaum möglich, weil der Bestand an Saatgut und Jungbäumen begrenzt sei. Die Anzahl von insgesamt etwa 670.000 gepflanzten Buchen im Jahr 2018 spiegle die nochmals verstärkten Bemühungen wider, sagte Schwarz. Davon seien allein 410.000 Pflanzen auf den sachsen-anhaltischen Teil des Nationalparks entfallen.

Harzwald im Wandel

In großen Teilen des Nationalparks dürfe sich die Natur frei entfalten. Im Moment sei der natürliche Waldwandel vom ehemaligen Wirtschaftswald, bestehend aus Fichten, hin zum wilden naturbelassenen Mischwald zu erleben, sagt Schwarz. In den Hochlagen ab 700 Metern sei die Fichte von Natur aus heimisch, deshalb werde sie in diesen Gebieten auch weiter die Hauptbaumart bleiben. Neben jungen Fichten wachsen im Nationalpark Harz nun zudem Laubbäume wie Eberesche, Bergahorn oder Weide.

In tieferen Lagen würden von Natur aus vor allem Buchen wachsen, deren Rückkehr der Nationalpark mit Pflanzungen unterstützt. "Der Wald im Nationalpark repariert sich selbst", erklärt Schwarz.

Waldentwicklung im Harz

Der Wald auf dem Meineberg bei Ilsenburg 2008
Bildrechte: Marzel Drube
Der Wald auf dem Meineberg bei Ilsenburg 2008
Bildrechte: Marzel Drube
Der Wald auf dem Meineberg bei Ilsenburg 2018
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Finanzielle Hilfe für geschädigte Waldbesitzer

Waldbesitzer in Sachsen-Anhalt, deren Flächen massiv vom Borkenkäfer oder von Pilzen geschädigt sind, bekommen finanzielle Hilfe vom Land. Vom Umweltministerium hieß es am Montag, insgesamt stünden 2,5 Millionen Euro zur Verfügung. Den Waldbesitzern machen die Schäden nach Stürme und auch die lang anhaltende Trockenheit große Probleme.

Quelle: MDR/mh

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 29. Juli 2019 | 20:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2019, 17:09 Uhr

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