Kriminalpolizei ermittelt Vandalismus im Harz: Unbekannte beschädigen Grenzdenkmal in Wülperode

Im Landkreis Harz haben Unbekannte in der Nacht zu Samstag das Grenzdenkmal beschädigt. Sie stießen diverse Informationstafeln um. Die Polizei hat die Spuren gesichert. Das ist bisher bekannt.

In Wülperode wurden in der Nacht zum 9. November 2019 das Grenzdenkmal und ein Erklärschild beschädigt.
In Wülperode wurden das Grenzdenkmal und Informationstafeln beschädigt. Bildrechte: MDR/Roland Jäger/Collage

Das Grenzdenkmal zwischen Wülperode und Wiedelah in Niedersachsen gehört zu den wenigen Anlagen, die im Originalzustand erhalten sind. Es ist erst vor wenigen Wochen, am Tag der deutschen Einheit, eröffnet worden. Jetzt, in der Nacht auf den 9. November, wurde es beschädigt. Die aktuelle Situation vor Ort: Drei Hinweistafeln wurden abmontiert und eine in Richtung der Oker geschleppt. Außerdem wurde ein Hinweisschild an der Straße, das auf den Verlauf der früheren Grenze aufmerksam macht, umgeflext. Das bestätigte die Polizei.

Lothar Engler (l.) und Andreas Weihe an der Grenzsäule des Grenzdenkmals Wülperode
Der frühere Ost-Grenzer Andreas Weihe (r.) und West-Grenzer Lothar Engler haben das Grenzdenkmal am 3. Oktober eingeweiht. Bildrechte: MDR/Carsten Reuß

Für das Grenzdenkmal engagieren sich verschiedene Heimatvereine, Schüler des Aue-Fallstein-Gymnasiums Osterwieck und der Grenzerkreis Abbenrode – eine Ost-West-übergreifende Vereinigung früherer Bundesgrenzschützer und Ost-Grenzsoldaten. Andreas Weihe war Ost-Grenzer und reagiert bestürzt auf den Vandalismus: "Das ist eine Dimension, die sehr viel Symbolkraft hat. Hier passt irgendetwas in der Gesellschaft nicht mehr. Gerade an dem heutigen Tag, wenn vor 30 Jahren die Mauern fielen, fallen plötzlich auch die Denkmäler. Wir Ehrenamtliche, die versuchen die Geschichte an die nächste Generation weiterzugeben, was diese Grenzöffnung eigentlich für uns Deutsche bedeutet, werden hier natürlich voll mit Füßen getreten. Das ist eine absolute Sauerei."

Weihe bekam Samstagmorgen, um 7.46 Uhr die Information von einem Bauern aus Lochtum, der daran vorbeigefahren ist. Sofort sei er zum Grenzdenkmal gefahren. Er vermutet, dass die Tafeln in die Oker geworfen werden sollten, damit sie wegtreiben. Dazu seien die Täter aber nicht gekommen, weil sie, so Weihe, vermutlich vorher gestört wurden.

8.000 Euro Sachschaden, Täter unbekannt

Die Polizei hat die Spuren vor Ort gesichert, die Täter sind derzeit unbekannt. Der entstandene Sachschaden beläuft sich nach Polizeiangaben auf rund 8.000 Euro. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

Was für die Ehrenamtlichen klar ist: Sie wollen alles vor Ort möglichst schnell wieder aufbauen.

Quelle: MDR/rj/jd

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 09. November 2019 | 08:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 10. November 2019, 08:27 Uhr

5 Kommentare

Fuerst Myschkin vor 3 Wochen

Die Grenze war das Ergebnis des 2. Weltkrieges mit Millionen Toten, der von Deutschland begonnen und verloren wurde. Die Aufteilung von Deutschland, in Sektoren und die damit verbundene Grenzziehung, erfolgte auf Beschluss der Alliierten. Diese legten für ihren Machtbereich auch das jeweilige Grenzregime fest. Die Sowjetion war in der Zeit des kalten Krieges an einer robusten Grenzsicherung interessiert und delegierte diese an die in ihrem Machtbereich installierte DDR Regierung weiter. Mit dem Zerfall der DDR, wurde auch das Bestehen einer Grenze und damit verbunden das eines Grenzregimes obsolet. Dass an diese Grenze, welche zwei unterschiedliche, aber nicht souveräne deutsche Staaten trennte, erinnert werden muss, ist für mich selbstverständlich. Wer ein Grenzdenkmal derart schändet, hat aus der deutschen Geschichte absolut nichts gelernt. Ich bin der Meinung, dass in unserer Gesellschaft einiges nicht mehr stimmt. Vorallem fehlt jeglicher Respekt.

Heimatloser vor 3 Wochen

@Rasselbock,
Leider kann man sich hier,dem Thema,über Sozialismus nicht austauschen.
Ein Garant für Frieden in Europa und etwas mehr Frieden in der Welt,waren die
UdSSR und die DDR schon.

Heimatloser vor 3 Wochen

@Benutzer,
Eine andere Meinung zur "Wiedervereinigung"habe ich auch.Für mich ist es
Herstellung der Einheit Deutschlands.In Folge Beitritt der DDR zur BRD.
Ich halte mich mir an die Gesetzessprache,ohne eine persönliche Kommentie-
rung (das werter MDR zu beachten).Danke.Die Teilung erfolgte in Folge des II.
Weltkrieges mit allen negativen Folgen für das (deutsche )Volk.
Trotz,oder gerade aller Widersprüche zur deutschen Einheit,
verurteile ich die Zerstörung dieses Denkmals.Poltischer Vandalismus ist eine
Schandtat,von welcher Seite auch immer!

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