Wahlergebnisse Überraschend deutlich: CDU-Mann Balcerowski wird neuer Landrat im Harz

Am Sonntag ist im Landkreis Harz ein neuer Landrat gewählt worden: Statt der erwarteten Stichwahl setzte sich Thomas Balcerowski von der CDU durch. Die Wahlbeteiligung lag nur bei 30 Prozent.

Der Landkreis Harz hat am Sonntag für einen neuen Landrat abgestimmt. Zugleich ist in Halberstadt ein neuer Oberbürgermeister gesucht worden. Thomas Balcerowski (CDU) setzte sich mit 55,36 Prozent der Stimmen überraschend deutlich durch. Im Vorfeld hatte sich eigentlich eine Stichwahl angedeutet.

Bei der OB-Wahl in Halberstadt steht indes eine Stichwahl bevor. Diese soll am Sonntag in zwei Wochen, also am 19. Juli, stattfinden.

Landrat Balcerowski: Bürgermeister und Familienmensch

Bei der Landratswahl erhielt Maik Berger (SPD) mit 28,81 Prozent die zweitmeisten Stimmen hinter Balcerowski, dem Bürgermeister von Thale. Es folgten Annette Ivkin (AfD, 9,81 Prozent) und Dieter Kühn (Freie Wähler, 6,65 Prozent). Das ist das vorläufige Endergebnis. Der Kreiswahlausschuss wird am 8. Juli um 10 Uhr über die Gültigkeit der Wahl und das endgültige Wahlergebnis beraten und beschließen.

185.451 Menschen waren wahlberechtigt. Die Wahlbeteiligung lag bei 30,08 Prozent. Im Vergleich zu den vergangenen Wahlen im Jahr 2013 war sie damit auf einem ähnlichen Niveau. Im Vorfeld hatten rund 12.000 Menschen ihre Stimme per Briefwahl abgegeben.

Der 48 Jahre alte Balcerowski tritt im Herbst die Nachfolge von Martin Skiebe (CDU) an. Der bisherige Landrat hatte aus persönlichen Gründen nicht wieder kandidiert.

Zur Person: Das ist Thomas Balcerowski

Zuhause bei den Balcerowskis geht es immer munter zu. "Mit vier Kindern wird es nie langweilig", meint Thomas Balcerowski, der mit seiner Familie gerne im Harz unterwegs ist. Und "da sind die Kinder die Nummer Eins und bestimmen, was gemacht wird". Seine Familie ist für den 48-Jährigen Ruhe- und Kraftpol gleichermaßen, die ihm "viele Glücksmomente verschafft." Zum beruflichen Ausgleich – als Bürgermeister leitet Thomas Balcerowski seit Jahren die Geschicke der Stadt Thale – bekommt er mit Joggen den Kopf frei oder er kickt mit Freunden. Apropos Fußball: Der studierte Jurist mit zwei Staatsexamen in der Tasche ist "Fan der besten deutschen Mannschaft". Die Frage, ob er ein Genussmensch sei, beantwortet er mit einem klaren Jein. "Ich bin da schlichtweg ein Normalo und freue mich über ein gegrilltes Schnitzel zu Hause mit Freunden bei einem Glas Bier – und dass man über Gott und die Welt reden kann."

Der Landkreis Harz sei wirtschaftlich gut aufgestellt, meint Thomas Balcerowski. "Aber es ziehen dunkle Wolken auf, nicht nur durch die Coronakrise, sondern auch durch den Mobilitätswandel." Damit spielt er auf die Automobil-Zulieferindustrie im Harz an und fragt, "wie viele Autoteile haben wir noch im Elektroauto, die aus dem Harz kommen?" Eine seiner Hauptaufgaben als Landrat würde es sein, diese dunklen Wolken zu vertreiben und als Verwaltung den Unternehmen zu helfen. Und die Verwaltung müsse bürgerfreundlicher werden. Dies sei Dienst am Bürger, und mit dieser Auffassung hinterfragt CDU-Mann Balcerowski den Dialog, die Erreichbarkeit, die Servicequalität. Da gebe es "viel Luft nach oben."

Thomas Balcerowski in einer Nahaufnahme auf einer Höhe stehend mit einem Tal hinter sich.
Der neue Landrat im Harz: Thomas Balcerowski von der CDU ist Bürgermeister der Stadt Thale. Bildrechte: MDR / Simon Köppl

Halberstadt: Stichwahl zwischen Szarata und Henke

Bei der Oberbürgermeisterwahl in Halberstadt steht eine Stichwahl bevor – und zwar zwischen dem Amtsinhaber Andreas Henke von der Linken und dem Herausforderer von der CDU, Daniel Szarata. Im vorläufigen Endergebnis liegt Szarata (39,92 Prozent) dabei deutlich vor Henke (30,06 Prozent). Sechs Kandidaten waren an den Start gegangen.

Die Wahlbeteiligung lag bei 41,7 Prozent und ist damit im Vergleich zur vergangenen Wahl 2013 (39,8 Prozent Wahlbeteiligung) leicht gestiegen. Rund 5.000 von den 34.000 Wahlberechtigten hatten per Briefwahl abgestimmt. Über einen neuen Service konnten Bürgerinnen und Bürger die Briefwahlunterlagen auch online anfordern. Vor Corona-Zeiten ging das nur per Post.

Corona-Pandemie: Wahl mit Hygienevorschriften

Sowohl die Landrats- als auch die Oberbürgermeisterwahl haben wegen der Corona-Pandemie unter Einhaltung bestimmter Hygienevorschriften stattgefunden. Alle Personen in den Wahllokalen mussten einen Sicherheitsabstand von mindestens anderthalb Metern zueinander einhalten. Zudem wurden Desinfektionsmittel bereitgestellt. Das Tragen einer Maske war für die Wähler keine Pflicht, wurde aber empfohlen.

Quelle: MDR/vö,dg

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 05. Juli 2020 | 19:00 Uhr

23 Kommentare

Der Matthias vor 16 Wochen

@ THOMAS H

", wobei ich Ihre Äußerung "die dann auch gefälligst ihre Arbeit zu machen haben, respektlos und auch nicht gerechtfertigt, gegenüber den ehrenamtlich tätigen Gewählten empfinde."

Das ist Ihre subjektive Interpretation, die mit der Intention meiner Worte nicht im Geringsten etwas zu tun hat! Fast ist: Die Stadt- und Gemeinderäte haben von uns Wählern einen Auftrag auf Zeit bekommen. Im Gegenzug darf man als Wähler wohl berechtigterweise erwarten, dass diese ihrer Pflicht gewissenhaft nachkommen und einfach ihre Arbeit tun. Ob die dafür nun Geld bekommen oder dies ehrenamtlich tun, ist dabei für mich völlig zweitrangig, die Forderung nach ordentlicher politischer Arbeit bleibt für mich durchaus gerechtfertigt und legitim! Da sehe ich sehr wohl eine Bringschuld der Gewählten, und eine regelmäßige Teilnahme an den Gemeinderats-Sitzungen ist dabei für mich eine bloße Selbstverständlichkeit. Das ist das Mindeste, was man als Bürger erwarten können sollte!

Benutzer vor 16 Wochen

Matthias

Der Herr Kememrich wurde demokratisch gewählt. Punkt. Und die wieviel Wahlgänge brauchte Ramelow? Und wieviel Prozent haben Linke? 31? und haben nicht mal mit den Bündnis rot, Grüne die Mehrheit. Peinlich was.

THOMAS H vor 16 Wochen

Der Matthias: In einem Stadtrat wird auch gewählt (z. B. Bürgermeister, stellvertretender Bürgermeister u. a.) und dabei müssen auch 50 % der gewählten Stadträte anwesend sein, so daß diese Wahl GÜLTIG IST.
Deshalb können beide Fälle (WAHLEN) m. E. schon verglichen werden, wobei ich Ihre Äußerung "die dann auch gefälligst ihre Arbeit zu machen haben," respektlos und auch nicht gerechtfertigt, gegenüber den ehrenamtlich tätigen Gewählten empfinde.

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