Resolution an Ministerpräsident übergeben Waldschäden im Harz: Bürgermeister und Landrat fordern Krisenstab

Im Harz fordern Landtagsabgeordnete, Landrat und Bürgermeister vom Land Sachsen-Anhalt mehr Unterstützung beim Kampf gegen Waldschäden. Sie haben am Freitag eine entsprechende Resolution an Ministerpräsident Haseloff übergeben. In dem Schreiben werden ein Krisenstab auf Landesebene und einen Aktionsplan für den Harz gefordert.

Waldfläche mit geschädigten Bäumen.
Mehrere Bürgermeister und der Landrat des Harzes fordern einen Aktionsplan gegen Waldschäden. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Der Wald in Sachsen-Anhalt, besonders im Harz, ist durch zwei trockene Sommer und Borkenkäfer-Befall geschädigt. Das schadet auch den Kommunen: Denn im Harz müssen kaputte Bäume aufwändig gefällt und abtransportiert werden. Doch dieses Holz bringt kaum etwas ein. Hinzu kommt der ideelle Verlust: Ein gesunder Wald, wie ihn Einwohner und Urlauber erleben wollen, ist weniger geworden.

Resolution fordert Aktionsplan gegen Waldschäden

Reiner Haseloff (CDU), Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, spricht während seiner Regierungserklärung im Landtag von Sachsen-Anhalt in Magdeburg.
Ministerpräsident Reiner Haseloff ist die Resolution der Harzer Bürgermeister überreicht worden. (Archivbild) Bildrechte: dpa

Mehrere Harzer Bürgermeister und der Landrat des Landkreises Harz erwarten daher sofortiges Handeln vom Land Sachsen-Anhalt. Sie haben Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) am Freitag eine Resolution übergeben. Im Schreiben fordern sie: Ein Aktionsplan gegen die Waldschäden im Harz. Unterschrieben haben Landrat Martin Skiebe (CDU) sowie die Bürgermeister von Harzgerode, Ilsenburg, Oberharz am Brocken, Quedlinburg, Thale, Schierke, Südharz und Wernigerode. Die Harzer CDU-Landtagsabgeordneten Bernhard Daldrup und Ulrich Thomas haben die Resolution eingereicht.

Die Waldschäden seien allein nicht zu stemmen, sind sich der Landrat und die Bürgermeister einig. Deshalb fordern sie einen Krisenstab auf Landesebene. Die Bürgermeisterin von Schierke, Christiane Hopstock (CDU), sagte MDR SACHSEN-ANHALT: "Es muss hier eine Strategie geben und es muss gemeinsam etwas gemacht werden." Und diese Zusammenarbeit sollte vom Land koordiniert werden. Weitere Forderungen sind ein Sonderfonds für den Harz und ein tragfähiges Gesamtkonzept für die Wirtschaft im Harz.

2019: Schweres Jahr für den Wald in Sachsen-Anhalt

Für den Wald in Sachsen-Anhalt war 2019 das schlimmste Jahr seit Beginn der systematischen Waldzustandserhebung im Jahr 1991. Das geht aus dem diesjährigen Waldzustandsbericht hervor. Sowohl der Anteil geschädigter als auch abgestorbener Bäume hat einen Höchststand erreicht. Auch Borkenkäfer konnten sich wegen der milden Temperaturen und dem vielen Totholz, das im Wald verblieben war, außerordentlich gut vermehren – und 2019 wie schon im vergangenen Jahr viele Bäume befallen.

Um so große Waldschäden künftig eindämmen zu können, soll der Wald in Sachsen-Anhalt klimastabil gemacht werden. Zum Beispiel wird geprüft, ob die Weißtanne die Wälder stabilisieren kann: Diese Baumart kann durch ihre Wurzeln auch auf Wasser in tieferen Erdschichten zurückgreifen. Im Nationalpark Harz soll der vor Jahrzehnten gepflanzte reine Fichtenwald in einen naturnahen, stabileren Mischwald mit vielen Buchen umgewandelt werden.

Abgestorbene Bäume 1 min
Bildrechte: IMAGO

Do 18.07.2019 15:34Uhr 00:48 min

https://www.mdr.de/sachsen-anhalt/magdeburg/video-320446.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video

Quelle: MDR/mh

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 23. November 2019 | 12:00 Uhr

1 Kommentar

wer auch immer vor 36 Wochen

Als Bewohner am Harz meine Frage:
Was ist Wald?

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