Nationalpark Harz Waldbesitzer gehen gegen Borkenkäfer-Kampagne vor

Der Nationalpark Harz wirbt derzeit mit einem gemalten Borkenkäfer namens "Berti". Der Waldbesitzerverband findet diese Werbekampagne überhaupt nicht witzig und hat nun Beschwerde eingelegt.

Borkenkäfer Berti Kampagne Nationalpark Harz
Berti Borkenkäfer – eine kleine Werbefigur sorgt für große Empörung. Bildrechte: MDR/Elke Kürschner

Der Waldbesitzerverband geht gegen eine Borkenkäfer-Kampagne des Nationalparks Harz vor. Der Vorsitzende Franz Prinz zu Salm-Salm teilte MDR AKTUELL mit, dass er eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen den Nationalparkleiter und Umweltministerin Claudia Dalbert eingereicht habe.

Empörung über Verniedlichung des Schädlings

In einem Schreiben an Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) zeigen sich die Waldbesitzer über eine Verniedlichung des Borkenkäfers empört. Es geht um Aufkleber, auf denen ein Borkenkäfer den Namen "Berti" habe und mit den Worten "Ich schaffe Wildnis" zitiert wird.

Die privaten Waldbesitzer nennen das angesichts der Schäden, die der Borkenkäfer anrichtet, respekt-, empathie- und verantwortungslos. Während die privaten Waldbesitzer existenziell am Boden seien, gebe das Land Steuergelder für eine solche Kampagne aus.

Ein gefundenes Fressen für den Schädling

Borkenkäfer Berti Kampagne Nationalpark Harz - Bücher auf dem Boden ausgebreite
Berti Borkenkäfer ist nur ein Teil einer größeren Kampagne. Bildrechte: MDR/Elke Kürschner

Denn der Borkenkäfer hat auch schon im Nationalpark zugeschlagen und ersichtliche Schäden hinterlassen. Dort sind 80 Prozent der Bäume Fichten, vielfach Monokulturen, und damit ein gefundenes Fressen für den Borkenkäfer. Die anhaltende Trockenheit befördert zudem die Verbreitung des Schädlings.

Der Nationalpark hat die Kritik der Waldbesitzer am Mittwochvormittag zurückgewiesen. Parkleiter Andreas Pusch sagte MDR SACHSEN-ANHALT: "Wir verstehen unseren Berti Borkenkäfer in keiner Weise als Provokation." Die Comicfigur sei Teil einer Kampagne mit zehn Motiven und schon länger auf dem Markt. Der Borkenkäfer werde in keiner Weise herausgehoben. Mit dieser Kampagne sollen Kinder und Jugendliche an die Wildnis im Harz herangeführt werden.

Klimafolgen richten mehr Schäden an

Pusch betonte: "Auch in meinen Augen ist der Borkenkäfer ein Schädling." Aber jedes Tier habe zwei Seiten. Im Nationalpark sei der Borkenkäfer kein Problem. Stattdessen sorge er sorge dafür, dass die "Entwicklung hin zu mehr Wildnis schneller stattfindet". Auch er sei in großer Sorge um die Entwicklung des Waldes. Es sei außerordentlich schwierig, was sich in den letzten Jahren entwickelt habe. Für Pusch sind das aber eher Klimafolgen. Als Beispiel nannte er große Flächen, auf denen Buchen absterben. Das liege am Klima. Der Borkenkäfer sei dafür nicht verantwortlich.

So wird der Schädling im Nationalpark auch bislang kaum bekämpft. Stattdessen  setzt man den Angaben zufolge auf den natürlichen Waldumbau, also die eigene Regeneration des Waldes.

Den Borkenkäfer als Symbolfigur der pädagogischen Arbeit im Nationalpark Harz gibt es seit bereits 2011, „Berti“ mit dem Hintergrund Totholz und dem Spruch "Ich schaffe Wildnis" seit 2018.

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Quelle: MDR/cw

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 24. Juli 2019 | 11:00 Uhr

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18 Kommentare

26.07.2019 10:45 Zumsel 18

Sind denn hier nur grüngefärbte, käferfreundliche Kommentatoren unterwegs? Jeder (fast jeder) kennt andere Ursachen, weiß wie die Natur, hier speziell der Wald auszusehen hat, kennt sich mit der Waldwirtschaft bestens aus usw. Ich dachte Besserwisser gibt es nur in westlichen Bundesländern!

26.07.2019 07:34 Spotter 17

Selbst wenn die Waldbesitzer mit ihrem Vorgehen gegen die Kampagne Erfolge haben sollten (was ich nicht glaube), den Borkenkäfer wird das kaum interessieren. Vieles von dem was hier kommentiert wurde ist richtig. Und nun? In dieser Gesellschaft ist es doch längst opportun zu meckern und zu bemängeln, nur tun will keiner wirklich was. Das ist zu unbequem. Pflanzt Bäume, kümmert euch um das was grünt und blüht, lasst den Verpackungsmüll endlich im Supermarkt bevor ihr ihn verlasst, fahrt Fahrrad und nicht E-Bike und schmeißt nicht gleich alles auf den Müll was vermeintlich nicht mehr nutzbar ist! Und vor allem fangt jetzt damit an. Nicht erst Morgen!

25.07.2019 16:11 Schuldig 16

Hohe Temperaturen, ausgetrocknete Flüsse sterbender Wald, Artensterbenbei den Insekten
kaputte Ozonschicht und zuviel Kohlendioxyd
den Käfern sofern sie noch exestieren die Schuld zu geben ,das sind wir die Könige von Scheissegalien.
Das Globale Ökosystem kolabiert schon seit Jahrzehnten jetzt ist unsere Heimat dran und wir sind die Zuschauer ob in Bahn Auto Bus oder in life
in UHD bei der 1000 Sondersendung zum möglicherweisen Klimawandel.
Wir warten nicht mehr auf die Hölle wir machen sie uns und vor allen Dingen den kommenden Generationen

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