Schichtdienst Ranger wegen Waldbrandgefahr im Harz unterwegs

Die Waldbrandgefahr im Land ist weiterhin hoch. Deshalb setzt die Nationalparkverwaltung im Harz seit Kurzem Streifen im Schichtdienst ein. Diese Ranger sind mit Löschrucksäcken bis zum späten Abend unterwegs, um Wanderer zu informieren und im Notfall Waldbrände zu entdecken. Herbert Papies ist einer von ihnen.

Ranger im Harz: Herbert Papies
Nationalpark-Ranger Herbert Papies mit seinem E-Mountainbike. Bildrechte: MDR/Carsten Reuß

Wegen der derzeit extrem hohen Waldbrandgefahr setzt die Nationalparkverwaltung im Harz derzeit Streifen ein. Ranger mit Löschrucksäcken, in denen sich 20 Liter Wasser befinden, sind bis in die späten Abendstunden im Schichtdienst unterwegs, um Waldbrände zu entdecken und leichtsinnige Wanderer zu informieren. Bisher mit Erfolg: Es gab noch keinen Brand.

Herbert Papies ist einer der Nationalpark-Ranger, die derzeit im Harz unterwegs sind. Er fährt ein E-Mountainbike, damit er möglichst schnell an vielen Orten sein kann. Im Harz könne man am Waldboden die Trockenheit fühlen, sagt Papies. Besonders gefährlich machten es die vom Borkenkäfer geschädigten, völlig trockenen Bäume. Eine weitere Gefahr: die Hochmoore. "Und wenn dort ein Brand entsteht, dann könnte es passieren, dass man den augenscheinlich erst einmal gar nicht mitbekommt, sondern dass er nach mehreren Tagen an einer anderen Stelle ausbricht."

Papies hat Angst um seinen Wald

Dass seine wohlbehüteten Bäume abbrennen könnten, ist ein "Szenario, das ich nicht erleben möchte", sagte Papies. Er weiß, wie schwer es ist, auf den Flächen im Harz neue Bäume zu pflanzen. "Man ist dann stolz, wenn sie ein gewisses Alter erreicht haben", sagt er. "Und dann brennt das runter. Das tut weh." Er hat Angst um seinen Wald.

Trockener Wald im Harz
Hohe Waldbrandgefahr: Der Wald im Harz ist sehr trocken. Bildrechte: MDR/Carsten Reuß

Wenn Papies auf leichtsinnige Wanderer trifft, hält er seine Emotionen aber zurück. "Ich muss schon deeskalierend wirken", sagt er. Vor zwei Wochen hätten illegale Camper ihr Lagerfeuer im Brockengebiet nicht richtig gelöscht, berichtet er MDR SACHSEN-ANHALT. Gerade noch rechtzeitig sei es entdeckt worden. Ende vergangener Woche seien zwei Wanderer mit einem brennenden Spirituskocher erwischt worden. Gegen die Wanderer sei ein Verfahren eingeleitet worden.

Die Nationalparkverwaltung Harz appelliert an die Besucher, im Wald auf keinen Fall mit Feuer zu hantieren.

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Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Quelle: MDR/mh

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 07. August 2018 | 10:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 08. August 2018, 10:52 Uhr

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6 Kommentare

09.08.2018 17:22 Querdenker 6

Zitat „Vor zwei Wochen hätten illegale Camper ihr Lagerfeuer im Brockengebiet nicht richtig gelöscht ...“

Ein Löschrucksack mit etwa 20 Liter dient hauptsächlich zum Ablöschen von Brandnestern (z.B. auch illegales Lagerfeuer entdeckt) und zur Durchführung von Nachlöscharbeiten. Wenn jetzt 100 Leute so einen Löschrucksack haben, dann kann man gezielt vorgehen und für den Einsatzzweck auch sinnvoll. Da macht es dann auch die Masse. Aber ein einzelner Ranger kann da nicht so viel ausrichten.

09.08.2018 16:49 Querdenker 5

@2

Zitat: „Wo sollen die denn Wasser aufnehmen, wenn es etwa im Vogelsberg brennt?“

Edersee 3,5 km Länge ca. 60 km entfernt

Außerdem ist noch der Fluss Main in Reichweite.

Die Canadair CL-415 hat eine Reisegeschwindigkeit von 287 km/h.

Oder Deutschland hält genug *große* Löschhubschrauber vor, die einen 5000 Liter Behälter benutzen können, Infrarotkamera haben und vor allem auch schnell am Einsatzort sind. Bisher dauert das aber viele Stunden (wenn überhaupt), was dem Zweck (gefährlichen Kronenbrand verhindern, Einsatzkräfte schützen bis Löschwasserleitung gelegt) entgegensteht.

Die Bundeswehrhubschrauber sind marode. Die eine Hälfte im Einsatz und die andere bei der Wartung und Reparatur. Selbst die Ausbildung der Piloten läuft über Hubschrauber vom ADAC (siehe „Bundeswehr bucht Flugstunden in ADAC-Hubschraubern“).

Deutschland ist bei Brandbekämpfung aus der Luft schlecht aufgestellt. Man will dort sparen.

Kleinere Löschflugzeuge wären auch möglich.

09.08.2018 15:33 Querdenker 4

Als die Lüneburger Heide gelöscht werden musste, tanken die französischen Flugzeuge im Steinhuder Meer auf. Das war 90 km entfernt. Ein Gewässer mit etwa 3 km Länge und zwei Meter Tiefe sollte in jedem Fall ausreichend sein (siehe „wiki Canadair CL-415“).

Für den Harz hätten wir auf jeden Fall:

Elbe ca. 60 km entfernt (benötigte Tiefe müsste ggf. für Dürre angelegt werden - Staustufe / ausbaggern / Nebenarm)

Süsser See (ca. 4,9 km lang) ca. 60 km entfernt

Geiseltalsee (ca. 7 km lang) ca. 80 km entfernt

Das Märchen von den nicht vorhandenen Gewässern für Löschflugzeuge.

Zwei dieser Löschflugzeuge könnte sich Deutschland schon auf Bundesebene leisten. Im übrigen gibt es auch noch kleinere Löschflugzeuge, die man am Boden auftanken muss (siehe „DLFR Deutsche Löschflugzeug Rettungsstaffel“).