Klimakrise Krisenstab und Geld sollen den Wald im Harz retten

Die Landes-CDU fordert bei einer Diskussionsrunde in Schierke Maßnahmen der Koalitionspartner, um den Wald im Harz zu retten. Derweil sehen die Grünen vor allem die Bundesregierung in der Pflicht.

Nationalpark Harz unterhalb des Brockens
Im Harz wird nach Wegen gegen das Waldsterben gesucht. (Archivbild) Bildrechte: dpa

Angesichts der enormen Waldschäden in Sachsen-Anhalt wird immer wieder überlegt, wie der Wald gerettet werden kann. In Schierke haben am Montagabend Bürgermeister mehrerer Harzorte, Waldbesitzer, Verantwortliche der Forstwirtschaft und vom Nationalpark Harz, Wissenschaftler und verschiedene CDU-Vertreter darüber diskutiert. Dabei hat sich die CDU im Landtag für die Gründung eines Krisenstabs ausgesprochen.

In einem Papier der CDU heißt es, der ressortübergreifende Krisenstab solle ein Konzept entwickeln, um den Wald bei Extremwetterlagen zu schützen. Auch seien weitere mindestens fünf Millionen Euro nötig, um den Wald aufzuforsten und Schäden zu beseitigen. Zusätzlich beansprucht die CDU 40 Millionen Euro aus dem Klimafonds der Bundesregierung.

Stahlknecht: "Sieht aus wie nach einem Atomangriff"

CDU-Landesvorsitzender Holger Stahlknecht sagte MDR SACHSEN-ANHALT, man müsse den Wald für nachfolgende Generationen erhalten. Er gehöre zur deutschen Geschichte und sei ein Wirtschaftsfaktor. Zu Plänen, den Wald kontrolliert sterben zu lassen, um dann wieder aufzuforsten sagte Stahlknecht: "Das ist ein ideologisches Projekt, wo man sagt, wir lassen den Wald mal bewusst sterben und hoffen, dass er in 30 oder 40 Jahren regeneriert. Ich bin mir nicht sicher, ob sich jemand, der vom Bodensee kommt, eine Woche daran erfreut, dass es da oben aussieht wie nach einem Atomangriff."

Auch die Bürgermeister der Städte sehen die Landesregierung in der Pflicht, denken dabei aber vor allem an die CDU. Thales Bürgermeister Thomas Balcerowski meinte in Richtung Magdeburg: "Wir haben einen Ministerpräsidenten, der eine Richtlinienkompetenz hat. Der muss sich um die Dinge im Land kümmern. Der Hauptreisegrund im Harz ist die Natur. Und die wird gerade stark geschädigt. An der Stelle brauchen wir einen größeren Zusammenschluss, um erfolgreich zu sein", forderte Balcerowski.

Grüne fordern mehr Geld vom Bund

Derweil richten die Grünen den Blick nach Berlin und verlangen mehr Geld von der Bundesregierung. Der Landesvorsitzende Sebastian Striegel sagte: "Sachsen-Anhalt ist besonders von der Klimakrise und den daraus resultierenden Waldschäden betroffen. Wir kritisieren deshalb die nicht ausreichende Unterstützung seitens der Bundesregierung: Obwohl zehn Prozent der deutschlandweiten Waldschäden der vergangenen beiden Jahre auf Sachsen-Anhalt entfallen, erhält Sachsen-Anhalt lediglich 4,38 Prozent der Hilfsmittel." Die Hilfszahlungen sollten sich nach der tatsächlichen Höhe der Schäden richten, heißt es in der Erklärung weiter.  

Allein in Wernigerode sind in der Folge von Trockenheit und Borkenkäfer-Befall tausende Bäume abgestorben. Bürgermeister Peter Gaffert spricht von 25 Prozent des Fichtenbestandes, der in den vergangenen Jahren abgestorben sei. In weiteren Harzregionen sieht es ähnlich aus.

Quelle: MDR/olei

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 04. Februar 2020 | 12:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 04. Februar 2020, 14:26 Uhr

3 Kommentare

Eulenspiegel vor 8 Wochen

Hallo Hau Ruck
„Vielleicht sollte man so ehrlich sein, das die größten Schäden die Forstwirtschaft verursacht hat.“
Ich glaube da verkennen sie die Relationen.
Es stimmt überall wo die der Wald forstwirtschaftlich Nutzfläche ist gibt es immer wieder Stellen wo man sich fragt ob dieser massive Eingriff in die Natur so sein muss.
Aber hier geht es ja um ein ganz anderes Problem. Ein Problem das viel umfassender und bedrohlicher ist. Hier geht es um den Fortbestand des gesamten Waldes.Die viel zu trockenen Wandböden und die vielen vertrockneten Bäume. Es geht auch um die noch lebenden aber durch die Trockenheit arg geschwächten Bäume. Für die von ihnen beschriebenen Probleme benötigt man nun wirklich kein Krisenstab. Ich denke da sollten sie sich mal genauer informieren.

HauRuck vor 8 Wochen

Vielleicht sollte man so ehrlich sein, das die größten Schäden die Forstwirtschaft verursacht hat. Mein Beispiel dazu, vom Herrman Duncker unterhalb des Barenberges Richtung Elend war mal ein total schattiger Weg mitten im Wald, irgendwann hat der Forst sich dort eine Waldautobahn mit Wendestelle aus hunderten Tonnen Splitt angelegt und wie üblich einen Kreis von rund 100 Metern an Fichten geernet, damit war für die nächsten Stürme eine schöne Angriffsstelle geschaffen, danach musste man natürlich unbedingt immer wieder mit dem Harvester rein und die umgefallenen Bäume rausholen, mittlerweile steht da überhaupt kein Baum mehr, da war nicht ein einziger Baum vertrocknet oder vom Borkenkäfer befallen, sieht echt super aus diese Ecke, das Hauptübel ist eigentlich die Verdummung, das dieser Fichtenacker irgendwas mit natürlichem Wald zu tun hat und nun wollen diese Experten als Dankeschön einen Haufen Geld. Nur ein von selber gewachsener Wald ist gegen Stürme etc. gewappnet!

Eulenspiegel vor 8 Wochen

„Krisenstab und Geld sollen den Wald im Harz retten“
Also was mir dazu einfällt:
Retten was noch zu retten ist. Es wird wenig genug sein.

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