Geflüchtete sitzen im August 2017 auf einer Bank auf dem Gelände der Landes-Aufnahmeeinrichtung/Zentralen Anlaufstelle (ZASt) in Halberstadt
Wachpersonal der ZASt Halberstadt ist nach einem Übergriff auf Geflüchtete entlassen worden (Archivbild). Bildrechte: MDR/Stephan Schulz

Zentrale Anlaufstelle für Asylbewerber Halberstadt: Wachpersonal nach Übergriffen auf Geflüchtete entlassen

Nach Übergriffen auf Asylsuchende in der Zentralen Anlaufstelle in Halberstadt sind die vier beteiligten Wachleute entlassen worden. Zwei Wachleute hatten streitende Asylbewerber geschubst und getreten.

Geflüchtete sitzen im August 2017 auf einer Bank auf dem Gelände der Landes-Aufnahmeeinrichtung/Zentralen Anlaufstelle (ZASt) in Halberstadt
Wachpersonal der ZASt Halberstadt ist nach einem Übergriff auf Geflüchtete entlassen worden (Archivbild). Bildrechte: MDR/Stephan Schulz

Die an einem Übergriff auf Asylbewerber in der Zentralen Anlaufstelle (ZASt) in Halberstadt beteiligten Wachleute sind entlassen worden. Das teilte der Sprecher der zuständigen Sicherheitsfirma "City Schutz GmbH", Dr. Lars Knopke, auf Anfrage von MDR SACHSEN-ANHALT mit. Nicht nur die beiden Personen, die direkt handgreiflich wurden, seien von der Entlassung betroffen, sondern auch zwei Beteiligte, die nicht einschritten. Das Unternehmen habe auch in diese Mitarbeiter kein Vertrauen mehr, da sie die Handgreiflichkeiten nicht unterbanden und die Firmenleitung nicht über diesen Vorfall informierten, so der Firmensprecher.

In YouTube-Videos ist zu sehen, dass Wachleute zwei miteinander streitende Flüchtlinge schubsen und treten. Als einer der Asylbewerber zu Boden gegangen ist, wird er nochmals getreten und geschüttelt. Die Aufnahmen waren offenbar von einem weiteren Asylbewerber gedreht worden.

Tätlicher Angriff vom Sicherheitspersonal auf Asylbewerber in der ZASt in Halberstadt 1 min
Bildrechte: youtube/halberstadt camp

Fr 09.08.2019 16:30Uhr 00:24 min

https://www.mdr.de/sachsen-anhalt/magdeburg/harz/video-326560.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video

Vorfall erst Monate später bekannt geworden

Innenminister Holger Stahlknecht sagte MDR SACHSEN-ANHALT, der Inhalt der Videos sei "von erheblicher strafrechtlicher Relevanz". Obwohl sich der Vorfall bereits im April ereignet haben soll, hat das Ministerium erst am 9. August davon erfahren. Die Wachleute waren laut Stahlknecht daraufhin suspendiert worden.

Der Sprecher des Flüchtlingsrats Sachsen-Anhalts, Georg Schütze, sprach zudem von ähnlichen Vorfällen in der ZASt Halberstadt. Es habe "rassistische Beleidigungen, rassistische Diskriminierungen, Witze der Sicherheitsmitarbeiter untereinander" gegeben. Stahlknecht hatte auf MDR-Nachfrage bestätigt, dass der Verdacht ähnlicher Vorfälle bestehe.

Quelle: dpa,MDR/mh

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 21. August 2019 | 15:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 21. August 2019, 16:52 Uhr

13 Kommentare

Sharis vor 2 Wochen

Die Wachleute sollen nicht nur die Bewohner voreinander, sondern auch vor Angriffen Dritter schützen-darum brauchen solche Einrichtungen Wachschutz. Wenn Wachleute nicht mit den Belastungen ihrer Tätigkeit fertig werden, können sie diese eben nicht ausführen."Kurze Zündschnur" ist ein Zeichen beruflicher Inkompetenz in dieser Branche!

hercule vor 2 Wochen

"Die aus Afrika" haben keinen Datenschutz wie kommen Sie zu der Behauptung wissen sie es ? Und warum sollen die Gutmenschen den Jubeln wenn Asylsuchende gewalttätig Wachleute überfallen ? Kennen Sie mich das Sie das Behaupten (da ich ja des öfteren so bezeichnet werde)?
Da Sie in Sachsen Anhalt leben müssen Sie sich wohl damit abfinden das diese Menschen da sind. Ob sie wollen oder nicht. Die einzigste Option die Sie haben ist Auswandern. Aber denken Sie dran wenn sie das tun sind sie der Ausländer. Nicht das die " Einheimische" Bevölkerung sie als Störend empfindet.
Menschlichkeit ist keine Schade sondern eine Tugend

Hotzenplotz vor 3 Wochen

So so ein Asylbewerber filmt..., ich glaube kaum, dass auch nur einer der Wachleute sein Einverständnis gegeben hat von einem Ausländer gefilmt zu werden. Wo bleibt hier der Datenschutz?? Ach ja richtig haben die ja in Afrika nicht... Man stelle sich vor, 4 Ausländer hätten 2 Wachleute überfallen, da wäre Jubel auf Seiten der Gutmnschen. Ich bin dafür, das jeder der die ach so gut findet, 2 Personen auf eigene Rechnung versorgt und vor allem bei sich aufnimmt. Da könnten wir viel Geld sparen, und die KGE von den Grünen bekommt gleich 4 geschenkt!!

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