Offener Brief Gewalttätige Grundschüler im Harz – Lehrer starten Hilferuf

Die Lehrer der Grundschule im Osterwiecker Ortsteil Hessen haben sich in einem offenen Brief an die Öffentlichkeit gewandt. Mit der Aktion wollen sie auf die problematische Situation an ihrer Schule, die von extremer Gewalt bestimmt wird, aufmerksam machen.

Grundschule in Hessen im Harz
Einige Kinder trauen sich möglicherweise nicht mehr in die Grundschule, weil sie die Gewalt dort fürchten. Bildrechte: MDR/Matthias Strauß

Lehrer der Grundschule "Aue-Fallstein" im Osterwiecker Ortsteil Hessen im Landkreis Harz haben sich mit einem Hilferuf an die Öffentlichkeit gewandt. In einem offenen Brief an die Eltern wird von massiven Problemen mit sechs- bis zehnjährigen Schülern berichtet.

Nach Informationen von MDR SACHSEN-ANHALT geht es in dem Schreiben um extreme körperliche Gewalt im Unterrichts-und Pausengeschehen und um Körperverletzungen anderer Schüler. Die Problematik äußere sich außerdem, so wörtlich im Schreiben formuliert, im Nichteinhalten bekannter Verhaltensregeln oder durch Nichtkenntnis von Regeln des zwischenmenschlichen Umgangs. Des Weiteren ist die Rede von Sabotage im Unterricht durch permanente Störungen und Schlägereien und unerlaubtes Verlassen des Unterrichts.

Elternvertretung befürwortet den Brief

Bei den Schülern der Grundschule handelt es sich fast ausschließlich um Deutsche. Die Volksstimme hatte berichtet, dass es dort lediglich ein Kind mit ausländischen Wurzeln geben solle. Ausländer spielen nach Informationen von MDR SACHSEN-ANHALT in dem Konflikt auch keine Rolle.

Elternvertreterin Mandy Bähsel sieht in dem Brief der Lehrer einen Hilferuf, der richtig sei. Sie sagte MDR SACHSEN-ANHALT: "Es geht hier um Gewalt an der Schule und Sabotage, dass Kinder sich vielleicht auch gar nicht mehr trauen, in die Schule zu gehen, weil sie Angst vor Mitschülern haben, weil sie geschlagen werden." Es gebe Schüler aus der ersten, zweiten oder dritten Klasse, die vor niemandem Respekt hätten. Man komme an die Kinder auch nicht heran, berichtet Bähsel.

Landeselternrat spricht von Einzelfall

Der Landeselternrat hat die Zustände an der Grundschule Hessen im Landkreis Harz als Einzelfall bezeichnet. Sprecher Thomas Jäger sagte am Donnerstag MDR SACHSEN-ANHALT, es gebe aber die Tendenz, dass an den Schulen immer weniger die Aufsichtspflicht gewährleistet werden könne. Es fehle an allen Ecken an pädagogischen Mitarbeitern, um die Kinder unterstützen. Es gehe um die Masse an Schülern, die bewältigt werden müsse, da die Klassen immer größer würden. Der Landeselternat fordert deshalb kleinere Klassen, Vertretungunterricht und Ausfall müsse sich reduzieren. Ohne die Unterstützung der Eltern könne auch ein Lehrer nur so wenig ausrichten, betonte Jäger. Es gebe bei problematischen Schülern aber Maßnahmen, um auch die Eltern in ihre Erziehungspflicht einzubeziehen.

Ursachenanalyse ist notwendig

Die Schulleitung in Hessen wollte am Donnerstag zu den Problemen keine Stellung nehmen. Die Sprecherin des Landesschulamts, Silke Stadör, teilte auf Anfrage von MDR SACHSEN-ANHALT mit, es gebe schon seit längerer Zeit Gespräche zwischen der Schulleitung der Grundschule Hessen und dem Landesschulamt.

Stadör sagte, es sei eine Ursachenanalyse notwendig, um angemessen mit der Situation umzugehen. Dabei werde die Schule eng schulfachlich durch das Landesschulamt begleitet. In der kommenden Woche ist laut Landesschulamt eine "systemische Fortbildung" für die Lehrkräfte der Grundschule Hessen durch Mitarbeiter der Förderschule für Ausgleichsklassen in Wasserleben geplant.

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Quelle: MDR/ahr

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 22. Februar 2018 | 13:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 22. Februar 2018, 14:26 Uhr

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65 Kommentare

24.02.2018 18:16 B. Wand 65

@ 64 psteffen
"Hast du den Probleme? ".
Wen?
Auch das „andere“ lesen lernt man in der Schule, SIE psteffen.

„Den Sinn von meinen „Artikel“ hast du jedenfalls nicht verstanden.“
Nö, den Sinn von „Ihren“ (minus des Zitates) neun(!) Worte umfassenden "Artikel" welcher zusätzlich als Frage formuliert wurde habe ich tatsächlich nicht verstanden, und ich war immerhin in der Schule.
Los, erklären Sie doch mal….
Ich bin tatsächlich gespannt.

24.02.2018 15:27 psteffen 64

@ B. Wand 63

Ziat „...wenig Probleme beim Lesen und verstehen von Artikeln hat, und wer lesen kann…“

Hast du den Probleme? Den Sinn von meinen „Artikel“ hast du jedenfalls nicht verstanden.

24.02.2018 10:40 B. Wand 63

@17 IchIch:
Ort des Geschehens: Ostwieker/Sachsen-Anhalt.
Sie wollen etwas über Leipzug erfahren? Das ist "Derailing".

Headline „Gewalttätige Grundschüler im Harz – Lehrer starten Hilferuf“.
Sie fänden es „schön“ ,„wenn der mdr so prominent über die Doppelmorde und verstümmelten Frauenleichen in Leipzig berichtet hätte.“
Ja IchIch, exakt das ist "Derailing".“ Verstanden?

Ich will als FCM-Fan ja auch nicht mit der Vierschanzentournee vollgequatscht werden.
Damit sich solche thematische Verirrungen nicht durchs ganze Leben ziehen, muss man in der Schule nicht mal sonderlich aufpassen.
Das führt mich direkt zu User @59 „psteffen“.
Der Unterschied?
Nicht zu übersehen ist, dass „Mediator“ wenig Probleme beim Lesen und verstehen von Artikeln hat, und wer lesen kann…
Auch lesen lernt man in der Schule.

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