Nachwuchs fehlt Der älteste Feuerwehrmann und seine Sorgen

Die Feuerwehrleute aus Barby an der Elbe kennen wohl alle seinen Namen: Franz Krause ist stolze 100 Jahre alt – und bis heute in der Ortsfeuerwehr. Mittlerweile ist er aber nicht mehr im aktiven Dienst, sondern in der Ehrenabteilung. Krause erzählt, was ihm die Arbeit bei der Feuerwehr bedeutet – und warum sich junge Leute bei der Feuerwehr engagieren sollten.

Ein älterer Mann steht vor einem Feuerwehrfahrzeug.
Franz Krause: 100 Jahre alt, 71 Jahre in der Feuerwehr. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Franz Krause scheint sich im Gerätehaus der Ortsfeuerwehr Barby an der Elbe immer noch wie zu Hause zu fühlen. Seit 1947, also bereits seit 71 Jahren, ist Franz Krause Mitglied der Feuerwehr – inzwischen allerdings nur noch in der Alters- und Ehrenabteilung.

So moderne Technik wie heute habe es bei der Feuerwehr früher nicht gegeben, sagt Krause. Ein Beispiel: der Alarm. "Jetzt habt ihr einen Pieper hier. Damals ging die Sirene, da sind wir losgerannt", sagt er zu seinen Kameraden beim Rundgang durch das Gerätehaus. Was sich laut Krause aber nicht geändert hat: Jeder Feuerwehrmann habe aber auch damals stets gewusst, wo er anpacken müsse und sei geschickt gewesen: "Die Handwerker waren meist in der Feuerwehr."

Privater LKW als Einsatzfahrzeug

Zwei Männer blicken auf ein Feuerwehrfahrzeug.
Franz Krause (rechts) beim Rundgang durch das Feuerwehr-Gerätehaus Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Zu seiner aktiven Zeit spielte Krause eine wichtige Rolle für die Ortsfeuerwehr. Denn Krause hatte einen eigenen LKW. Den stellte er seiner Feuerwehr immer wieder als Hilfsfahrzeug zur Verfügung. Manchmal so spontan, dass die Feuerwehrleute auf dem Weg zum Einsatz auf leeren Bierkästen sitzen mussten.

Krause muss schmunzeln, wenn er gefragt wird, weshalb er damals überhaupt in die Feuerwehr eingetreten ist. Es sei im wahrsten Sinne des Wortes eine Herzensangelegenheit gewesen: "Wegen der Frauen, die wollten da zum Ball. Und dann sind wir eben in die Feuerwehr eingetreten." Denn der Ball sei nur für die Feuerwehr gewesen.

Disziplin und Gemeinschaft

Aber, so versichert Krause augenzwinkernd, das sei natürlich nicht der einzige Grund gewesen. "Das war damals gut, die Kameraden untereinander", sagt Krause. Auch heute gebe es gute Gründe, weshalb junge Leute in die Feuerwehr eintreten sollten, sagt er: "Also erstmal aus der Disziplin heraus; dass sie sich unterordnen. Und dass sie dann auch das Interesse zeigen, da mitzumachen – und in der Freizeit vor allen Dingen. Das ist bei vielen glaube ich nicht mehr so der Fall."

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Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Quelle: MDR/mh

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 12. Februar 2018 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. Februar 2018, 20:39 Uhr

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4 Kommentare

13.02.2018 19:31 Klaus Ruthe 4

Hallo,alle Hochachtung vor diesem Mann den ich als junger Mann noch als Bierlieferant bei meinen Eltern kennengelernt habe.
Ich bin stolz auf diesen selbstlosen Menschen in meiner Heimatstadt!
Möge er noch möglichst lange bei bester Gesundheit Barby erhalten bleiben.

12.02.2018 18:46 Atze 3

Auch die Unternehmen sollten viel mehr die Arbeit der FF en unterstützen.
Eine Auflage wäre gut, z.B. jeder Betrieb sollte anteilig im Ort Feuerwehrleute stellen. Warum nicht einmal mit dem Azubi reden? Und in den Schulen werben!
MfG

12.02.2018 18:13 Krause - "lieber nackt als rechtsextremistisch!" 2

Erst einmal von Krause zu Krause:
Herzlichsten Glückwunsch zu 100 Lebensjahren!!!
Das habe ich mir auch vorgenommen.

Mein Vater war - zwischenzeitlich - bei der Feuerwehr; ob meiner technischen Ausbildung hadere ich immer noch damit, da ich mir nicht sicher bin, ob ich zartes Geschöpf für solch einen harten Job geeignet bin.