Ein Hinweisschild mit der Aufschrift - Gewerbegebiet -
Im Gewerbegebiet von Osterweddingen (Symbolbild) tut sich etwas. Bildrechte: dpa

Baufachhändler aus Frankreich Sülzetal bekommt millionenschweres Logistikzentrum

Im Haushalt der Gemeinde Sülzetal klafft ein gewaltiges Loch – und das schon seit Jahren. Bürgermeister Methner hofft, dass sich der Bau eines neuen Logistikzentrums jetzt Geld in die klammen Kassen spült. Denn: Ein Baufachhändler steckt eine Millionensumme in die Arbeiten in Osterweddingen.

 Ein Hinweisschild mit der Aufschrift - Gewerbegebiet -
Im Gewerbegebiet von Osterweddingen (Symbolbild) tut sich etwas. Bildrechte: dpa

Der Baufachhändler Saint-Gobain siedelt sich in der Gemeinde Sülzetal im Landkreis Börde an. Wie Sülzetals Bürgermeister Jörg Methner MDR SACHSEN-ANHALT sagte, wird das Unternehmen ein Logistikzentrum in Osterweddingen bauen. Nach Angaben von Saint-Gobain werden bis zu 34 Millionen Euro in den Zehntausende Quadratmeter großen Bau fließen. Das Land steuere knapp fünf Millionen Euro bei.

Weiterer Wohnraum für Zuzügler

Sülzetals Bürgermeister Jörg Methner am Telefon
Bürgermeister Jörg Methner Bildrechte: MDR/Mario Köhne

Sülzetals Bürgermeister Jörg Methner setzt große Hoffnungen in das Projekt. Er sagte, mit der Ansiedlung werde einiges besser. "Es entstehen Arbeitsplätze. Es kommen Menschen hierher, die Sülzetal kennenlernen und vielleicht bleiben", so Methner. Man wolle deshalb weiteren Wohnraum in Oster-, Alten- und Langenweddingen schaffen.

Ob die Gemeinde auch finanziell von dem neuen Logistikzentrum profitieren wird, ist dagegen noch offen: Noch ist nämlich unklar, ob der Baufachhändler Steuern im Sülzetal zahlen wird. Trotzdem erhofft sich Methner eine Art Kettenreaktion von der Neuansiedlung. "Wir haben genug Freiflächen im Gewerbegebiet", sagte er. "Und sind glücklich und zufrieden über jede Ansiedlung."

In dem neuen Logistikzentrum sollen später einmal rund 140 Menschen arbeiten. Die bisherigen Lager in Halle und Magdeburg werden dafür zusammengelegt. Saint-Gobain mit Sitz in Paris zählt eigenen Angaben zufolge zu den 100 größten Industrieunternehmen weltweit. Der Baufachhändler ist demnach in 67 Ländern vertreten und hat im Jahr 2015 knapp 40 Milliarden Euro umgesetzt.

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Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Quelle: MDR/ld

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 05. Februar 2018 | 06:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 05. Februar 2018, 10:47 Uhr

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4 Kommentare

06.02.2018 15:49 Nordharzer 4

Man kann solche Pseudo-Erfolgsmeldungen in ST kaum noch lesen, ohne, dass einem schlecht wird. Da errichtet eine Firma eine simple Halle, schafft angeblich 140 Arbeitsplätze und das Land steuert wieder 5 Mio. Euro zu. Welch eine Verschwendung! Ok, die Beschäftigten aus dem Lager MD fahren da vielleicht noch hin, aber die aus Halle? Wieviel Leute werden da auf der Strecke bleiben? Die Logistikbranche ist schlecht bezahlt, nicht umsonst weigert sich Amazon seine Leute nach dem Einzelhandelstarif zu bezahlen. Hofft der Brgm., dass die Leute aus Halle ins Sülzetal ziehen? Wieso fließen da Fördermittel, bevor man weiß, wohin die Steuern fließen? Kann man das nicht vorher klären und zumindest die Fördermittel davon abhängig machen? Es hätte wahrscheinlich mehr Sinn gemacht, wenn man der Gemeinde die 5 Mio. Euro für die Sanierung ihrer Schulen gegeben hätte.

05.02.2018 16:58 Ureinwohner 3

Bürgermeister Methner hofft, dass sich der Bau eines neuen Logistikzentrums jetzt- Geld in die klammen Kassen spült.- Jede Journaile und alle Medien kennen offenbar keinen anderen Ausdruck als das "Geld in die Kassen gespült wird".Toll, und sehr einfallsreich!!

Anmerkung MDR SACHSEN-ANHALT: Wir kennen noch andere Ausdrücke bedanken uns für die Kritik. Ist sicherlich etwas floskelig formuliert.. Wir finden den Begriff "Journaille" derweil nicht so einfallsreich bzw. abwertend.

05.02.2018 11:20 Bravo, Ihr Politlogistiker 2

Und wieder und noch ein
" Logistikzentrum " im nahen Osten.

Dort wird und wurde doch gar nichts anderes errichtet.

Ein Flächenfraß für die Hallen ohne Ende,
Versiegelung von Böden für innerbetrieblichen Verkehr,
dauerhafter LKW-Verkehr mit Lärm und Gestank,
und das für eine Handvoll gering bezahlter Arbeitsplätze für Staplerfahrer und Kommissionierer.
Und die werden bestenfalls auch noch von anderen Standorten abgezogen und verlagert.

Ob der Investor vor Ort überhaupt Steuern bezahlt, steht in den Sternen, aber der Bürgermeister lobt sich schon mal selbst für seine großartige Leistung.

Neufünfland ist zu einer einzigen Speditionsanlage verkommen und die Politik freut sich darüber.


05.02.2018 11:17 Leser 1

Lager werden zusammen gelegt. Klingt doch super. Also werden 2 Standorte geschlossen, um nochmal mit Fördergeldern zu pimpen. Oh oh.