Magdeburger Dom und Kunst an der Hubbrücke um 4 Uhr früh
Magdeburg will in zehn Jahren Kulturhaupstadt Europas sein, hier die Stadtsilhouette am frühen Morgen: der Dom und die Hubbrücke mit einer Lichtinstallation. Bildrechte: MDR/André Plaul

Bewerberstrategie für 2025 So will Magdeburg Kulturhauptstadt werden

Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper und Kulturdezernent Matthias Puhle haben am Donnerstag die Bewerberstrategie vorgestellt, mit der die Landeshauptstadt "Kulturhauptstadt Europas" werden will. Die Stadthistorie aus Kaiser Ottos Zeiten spielt ebenso eine große Rolle, wie der jüngste Wandel weg von Schwermaschinenkombinaten. Auf dieser Basis soll ein Konzept erarbeitet werden. Das Auswahlverfahren beginnt offiziell im Jahr 2019.

Magdeburger Dom und Kunst an der Hubbrücke um 4 Uhr früh
Magdeburg will in zehn Jahren Kulturhaupstadt Europas sein, hier die Stadtsilhouette am frühen Morgen: der Dom und die Hubbrücke mit einer Lichtinstallation. Bildrechte: MDR/André Plaul

Magdeburg geht den nächsten Schritt auf dem Weg zur Bewerbung als "Kulturhauptstadt Europas" für das Jahr 2025. Oberbürgermeister Lutz Trümper und Kulturdezernent Matthias Puhle haben am Donnerstag die Strategie präsentiert. Außerdem wurde das Beraterteam vorgestellt, mit dem der Sprung aufs Podest gelingen soll.

Im Rennen mit rund zehn anderen deutschen Bewerbern soll Magdeburg mit seinen Umbrüchen in der Stadtgeschichte des 20. Jahrhunderts punkten, darunter mit dem Strukturwandel von einer Stadt des Schwermaschinenbaus zu einer modernen Wissenschafts- und Dienstleistungsstadt, hieß es in der Präsentation. Außerdem mit dem historischen Erbe der Stadt aus Kaiser Ottos Zeiten. Seit 2010 nennt sich Magdeburg offiziell auch "Ottostadt", eine Marketingkampagne auf dem Fundament der Geschichte. Von der Landeshauptstadt aus hatte sich einst das so genannte Magdeburger Recht vor allem in Richtung Osteuropa ausgebreitet.

Auf dieser Basis werde das Konzept für die entscheidende Bewerberphase im Jahr 2019 erarbeitet. Die geschichtliche Bedeutung der Stadt solle in den Mittelpunkt der Bewerbung rücken, so Trümper. Puhle setzt außerdem auf den Außenseiterbonus der Stadt, auf den spröden Charakter. In den vergangenen Jahren seien "gerade nicht die prächtigen, großen Städte" ausgewählt geworden. Als Beispiel nannte er das Jahr 1990, als in Schottland nicht die berühmte Stadt Edinburgh das Rennen machte, sondern die Arbeiterstadt Glasgow. Das sei ein wichtiger Impuls für Glasgows Stadtentwicklung gewesen. Puhle sagte MDR SACHSEN-ANHALT: "So ist es auch mit Magdeburg. Wir haben eine ganz große Chance, es zu werden."

Berater-Team an Bord geholt

Im Jahr 2019 entscheidet sich, welche deutschen Städte tatsächlich um den Titel untereinander konkurrieren werden. Dann beginnt das offizielle zweistufige Bewerbungsverfahren, in dem bis zum Jahr 2020 die Entscheidung über die Siegerstadt fällt. Bis dahin will sich Magdeburg wappnen und hat sich ein Berater-Team an Bord geholt.

Die Köpfe wurden ebenfalls am Donnerstag vorgestellt: Der Professor für Dramaturgie und praktische Theaterarbeit Hanns-Dieter Schmidt, Direktor und Gründer des Beraternetzwerks "Inside Track" Neil Peterson sowie Städteberaterin und Kulturmanagerin Nadja Grizzo. Sie waren bereits an früheren erfolgreichen Kulturhauptstadtbewerbungen beteiligt.

Im kommenden Jahr soll außerdem ein Organisationsbüro eingerichtet werden. Eine große Ausstellung zum Magdeburger Recht mit seiner Bedeutung für fortschrittliches Stadtrecht im Mittelalter ist in Arbeit.

Konkurrenten könnten Dresden oder Leipzig sein

Dass Magdeburg sich für das Jahr 2025 um den Titel "Kulturhauptstadt" Europas bewirbt, geht auf einen Beschluss des Stadtrats zurück. Die Europäische Union hat überdies festgelegt, dass Deutschland dann neben Slowenien in jedem Fall eine Kulturhauptstadt stellen wird – die Frage ist, wer sie repräsentieren wird. Neben Magdeburg sei laut Trümper mit Städten wie Dresden, Leipzig, Nürnberg und Ulm im Bewerberpool zu rechnen.

Zuletzt aktualisiert: 30. April 2015, 18:03 Uhr

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6 Kommentare

02.05.2015 10:54 Sachsen-Anhalter 6

Ich finde es gut und richtig, dass sich die Landeshauptstadt Sachsen-Anhalts für die Kulturhauptstadt bewirbt. Das Potenzial hat sie auf jedem Fall.

02.05.2015 01:02 zuschauer 5

Wieso nicht?! Magdeburg hat sich in den letzten Jahren herausgeputzt und entfaltet sich nunmal etwas langsamer als andere Städte! Leipzig hat sicherlich kulturell derzeit die Nase vorn! Aber bitte, wo hat den Dresden bessere Vorraussetzungen gegenüber Magdeburg???

01.05.2015 20:52 joachim lissner 4

Dies wäre wunderbar und Magdeburg hätte es nach Weimar auch schon längst mal verdient "Kulturhauptstadt Europas" zu werden .Ich war schon mal zweimal in Magdeburg und ich habe einige hervorragende,Kulturstätten,-einrichtungen und -,denkmälern besucht ,es ist immer für ein Besuch sehenswert .Ich war mit Freunden einst in Weimar genau an dem Tag als die Stadt "Kulturhaupstadt Europas " wurde,und wenn es Magedeburg auch schafft ,dann werde ich meine Selbsthilfegruppe von der AWO vorschlagen ,die Stadt an so einem Tag zu besuchen.Denn ich möchte auf jedenfalls dann dahin, dies wäre schon jetze im vorraus einer meiner vielen Wünsche !