Vom 16. bis 22. Januar Aktionswoche: Für ein weltoffenes Magdeburg

Mit der Aktionswoche "Eine Stadt für alle" will sich die Landeshauptstadt als weltoffene Stadt präsentieren und ein Zeichen gegen rechte Demonstrationen setzen. Es gibt Konzerte, Lesungen und Gesprächsrunden.

Magdeburg will sich rund um den 75. Jahrestag der Bombardierung der Stadt als weltoffen präsentieren. Zum zweiten Mal ist eine Aktionswoche unter dem Motto "Eine Stadt für alle" geplant. Sie wird von der zivilgesellschaftlichen Initiative "Weltoffenes Magdeburg" organisiert.

Historisches Datum für Magdeburg

Birgit Bursee von der Freiwilligenagentur Magdeburg und Sprecherin der Initiative sagte MDR SACHSEN-ANHALT, der 16. Januar sei ein wichtiges historisches Datum für Magdeburg. Sie betonte aber, dass es dabei wichtig sei, den richtigen Kontext herzustellen. "Uns ist es wirklich wichtig zu sagen, wir gedenken der Opfer". Man müsse aber auch zeigen, dass die "Naziherrschaft ein sehr dunkles Kapitel" gewesen sei. Diese Zeit dürfe heute nicht vitalisiert werden, auch dürften die Ideen nicht verherrlicht oder die Verbrechen verharmlost werden.

Kein Platz für rechtes Gedankentum

Dr. Lutz Trümper vor Stadtkulisse mit Dom und Elbe
Oberbürgermeister Lutz Trümper Bildrechte: Landeshauptstadt Magdeburg

Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) warnte bei der Vorstellung der Aktionswoche vor einem Erstarken von Rechts. "Ein weiteres Abdriften in rechte Theorien, rechte Fantasien und Beschimpfungen von einzelnen Personengruppen in der Stadt – das muss ein Ende haben", so Trümper, der auch Schirmherr der Aktionswoche ist. Man wolle und brauche keinen Rechtsradikalismus, Rechtspopulismus und Antisemitismus in der Stadt.

Mehr als 90 Vereinigungen beteiligt

Laut Bursee sind für die Aktionswoche bisher 40 Veranstaltungen geplant – unter anderem Konzerte, Lesungen, Ausstellungen, Gespräche und Filmvorführungen. Bursee ist sich sicher, dass die Zahl der Veranstaltungen in den kommenden Tagen noch zunehmen wird. Ihren Angaben zufolge sind aktuell knapp 90 Vereine, Verbände und Gruppen in "Weltoffenes Magdeburg" organisiert.

Bombenangriff am 16. Januar 1945

In der Nacht des 16. Januar 1945 hatten alliierte Streitkräfte Magdeburg bombardiert und fast 90 Prozent der Innenstadt zerstört. Tausende Menschen kamen dabei ums Leben. Rechte Gruppen versuchen seit Jahren, den Tag mit Demonstrationen für ihre Zwecke zu vereinnahmen. Dagegen stellt sich das Bündnis "Weltoffenes Magdeburg" mit der Aktionswoche.

Quelle: MDR/fl

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 09. Januar 2020 | 15:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 16. Januar 2020, 08:00 Uhr

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