Fertigstellung 2022 geplant So geht es beim Magdeburger Citytunnel voran

Vier Jahre Bauzeit waren geplant, sieben sollen nach aktuellem Stand daraus werden: Die Rede ist vom Magdeburger Citytunnel. 2022 soll er fertig sein. Und es geht voran. MDR SACHSEN-ANHALT hat sich auf der Problembaustelle umgeschaut.

auf der Baustelle des Citytunnels in Magdeburg
Die Hälfte des Citytunnel ist gegraben – so wie hier zwischen Damaschkeplatz und Bahnhof. Bildrechte: MDR/Heike Bade

Eigentlich sollte der Magdeburger Citytunnel bereits seit vergangenem Herbst fertig sein. Vier Jahre Bauzeit waren eingeplant. Nun ist das Ziel 2022 – drei Jahre später. Die gute Nachricht: Es tut sich viel.

Die Hälfte des Tunnels ist beidseitig gegraben. Wie Projektleiter Christian Fuß MDR SACHSEN-ANHALT erklärt, wird auf dem Untergrund nun eine 80 Zentimeter hohe Fahrbahndecke gebaut und die Wände verkleidet. Seit Oktober können auch Fußgänger und Radfahrer auf einem provisorischen Weg durch den Citytunnel fahren. Auch die Zufahrt zur Tiefgarage des City Carrés ist weitgehend fertig.

Mammutprojekt Großbaustelle in Magdeburg: Einblick in den Citytunnel

auf der Baustelle des Citytunnels in Magdeburg
Die Hälfte des Citytunnels ist bereits gegraben – so wie hier zwischen Damaschkeplatz und Bahnhof. Bildrechte: MDR/Heike Bade
auf der Baustelle des Citytunnels in Magdeburg
Die Hälfte des Citytunnels ist bereits gegraben – so wie hier zwischen Damaschkeplatz und Bahnhof. Bildrechte: MDR/Heike Bade
auf der Baustelle des Citytunnels in Magdeburg
Der Hauptgrund für die Bauverlängerung um weitere drei Jahre waren diese Bohrpfähle. Sie waren falsch vom beauftragten Planungsbüro berechnet worden und mussten alle nachträglich verstärkt werden. Sie tragen die Hauptlast der Statik und müssen auf der kompletten Länge von knapp 500 Metern die Decken tragen, auf der die Straßenbahnen fahren werden. Bildrechte: MDR/Heike Bade
auf der Baustelle des Citytunnels in Magdeburg
Für Radfahrer und Fußgänger ist der Weg unter den Bahnbrücken hindurch oberhalb des Citytunnels bereits freigegeben. Bildrechte: MDR/Heike Bade
auf der Baustelle des Citytunnels in Magdeburg
Der seitliche Zugang zum Bahnhof Bildrechte: MDR/Heike Bade
auf der Baustelle des Citytunnels in Magdeburg
Deckenarbeiten auf dem Abschnitt zur Ernst-Reuter-Straße – unterirdisch werden die Schachtarbeiten vermutlich im kommenden Jahr beginnen. Bildrechte: MDR/Heike Bade
Baustelle des Magdeburger Citytunnels
Projektleiter Christian Fuß – im Hintergrund die erneuerten Brücken der Deutschen Bahn. Hier lief alles nach Plan. Bildrechte: MDR/Heike Bade
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Straßenbahnen sollen ab Sommer fahren

Der nächste große Schritt ist dem Projektleiter zufolge für den Sommer dieses Jahres geplant: Dann sollen auch Straßenbahnen die Baustelle wieder passieren können. Fuß sagt: "Die einzelnen Knoten lösen sich hier jetzt nach und nach, in dem wir oben mit der Fertigstellung der Straßenbahnen den ersten Knoten lösen. Dann wird sich mehr auf den Tunnel fokussiert."

auf der Baustelle des Citytunnels in Magdeburg
Diese Bohrpfähle waren zu schmal berechnet. Bildrechte: MDR/Heike Bade

Es geht also voran, aber: Statt der ursprünglich angesetzten vier Jahren Bauzeit, soll er nun erst nach sieben Jahren fertig sein. Die Planer der ersten Stunde hatten sich verrechnet. So wurden unter anderem zu schmale Bohrpfähle eingesetzt, um das entstehende Bauwerk gegen den starken Druck des Grundwassers zu schützen. Auf der gesamten Länge des Tunnels – gut 400 Meter – mussten sie jeweils um durchschnittlich 30 Zentimeter verstärkt werden.

Anzeige gegen Planungsbüro

Gegen das Planungsbüro hat die Stadt Ende letzten Jahres geklagt – eine Formsache, um die Gewährleistung nicht zu verlieren. Längst ist die Citytunnel-Baustelle zur Chefsache für den Oberbürgermeister geworden. Seit anderthalb Jahren leitet Lutz Trümper eine Projektgruppe, die den Bau voranbringen soll.

Die finanziellen Angelegenheiten habe man nun halbwegs im Griff, so Trümper. "Jetzt verhandeln wir über Fristen, über Geld, über neue Zeitpläne, die ja über die alte Frist hinaus sind und das muss jetzt zum Ende kommen."

Die Kosten für das Bauvorhaben hatten sich in den vergangenen Jahren fast vervierfacht. Ursprünglich waren 37 Millionen Euro, später 100 Millionen Euro angesetzt. Aktuell ist von 140 Millionen Euro die Rede.

Quelle: MDR/cw

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 28. Januar 2020 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 28. Januar 2020, 11:09 Uhr

3 Kommentare

Kelte vom Oechsenberg vor 3 Wochen

Mein lieber Baldur. Der, der die Reformation in Gang setzte schrieb sich"Luther" nicht Lutter. (Ein Tastaturfehler kann bestimmt nicht vorliegen). Aus der fernen Rhön betrachtet, scheinen die "fähigsten" Köpfe eher als Kommentatoren aufzutreten, als führende Aufgaben in der Wirtschaft zu übernehmen und dort Fehler wie in Magdeburg zu vermeiden.

Baldur von Ascanien vor 3 Wochen

wer auch immer hat recht! Nicht nur in Berlin sitzen fähige Köpfe. Auch im Land der Frühaufsteher, Lutterverehrer und dem größten Drohnenflughafen Deutschlands ist das geistige Potential auf Weltniveau.

wer auch immer vor 3 Wochen

Sachsen-Anhalt kann auch Berlin.

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