Ermittlungen nach Überfall Polizei sucht Angreifer nach Zug-Attacke

Nach dem Angriff auf einen Zug in Magdeburg sucht die Polizei intensiv nach den vermummten Tätern. Vier der mutmaßlichen Angreifer wurden bereits festgenommen. Reisende haben den Überfall der Gruppe gefilmt. Das Motiv der Täter ist unklar. Der 1. FC Magdeburg hat den Überfall verurteilt.

Maskierte Männer besprühen einen Zug mit Graffitis.
Vermummt mit FCM-Tuch – die Polizei ordnet die Angreifer dem Umfeld des 1. FC Magdeburg zu. Bildrechte: Privat

Die Polizei sucht nach den vermummten Angreifern, die am Sonnabend in Magdeburg einen Zug überfallen haben. Den Angaben zufolge handelt es sich um insgesamt zehn bis zwölf Männer. Am Haltepunkt Barleber See warfen sie Reifen auf die Gleise, um den Zug an der Weiterfahrt zu hindern, stürmten die haltende Bahn und versprühten Reizgas.

Reisende filmen Angriff

Zugfahrgäste filmten die Attacke. MDR SACHSEN-ANHALT liegt eines der Handy-Videos vor. Die zu sehenden Szenen sind verstörend. Vermummt, teilweise mit Tüchern mit aufgedrucktem FCM-Logo vor dem Mund, stürzen die Angreifer auf den gerade eingefahrenen Zug zu. Durch eine noch offene Waggon-Tür sprüht einer der vermummten Männer einem Fahrgast etwas ins Gesicht. Laut Polizei handelte es sich vermutlich um Pfefferspray. Danach verriegelt die Zugbegleiterin die Türen.

Im Anschluss beginnen die Angreifer damit, den Zug großflächig zu besprühen. Wie ein Polizeisprecher bestätigte, mit Graffitis, die auf eine Nähe zum 1. FC Magdeburg hindeuten. Bei dem Angriff wurden drei Personen durch das Reizgas verletzt. Vier der mutmaßlichen Täter konnte die Polizei festnehmen. Ergebnisse der Verhöre sind noch nicht bekannt. Auch das Motiv der Täter ist unklar. Die Polizei vermutet Profilierungsdrang.

Nicht der erste Vorfall

Die Polizei geht davon aus, alle Täter schnell ausfindig machen zu können. Die Sprecherin der Bundespolizeiinspektion Magdeburg, Chris Kurpiers, sagte MDR SACHSEN-ANHALT: "Wir sind guter Zuversicht, diese Täter zu bekommen." Es gebe exakte Fotos und Videomaterial von Zeugen aus dem Zug. Einer der Täter sei zudem zweifelsfrei in der "Gewalttäter-Sport-Datei" der Polizei erfasst.

Die Tat am Barleber See ist laut Kurpiers kein Einzelfall: "Es scheint leider Trend zu sein." Die Bundespolizistin berichtete von ähnlichen Taten in Rostock und Dortmund. Auch in der Region Magdeburg hat es erst vergangene Woche einen solchen Vorfall gegeben: Am Dienstag hatten sechs vermummte Unbekannte einen Zug im Bahnhof Biederitz (Jerichower Land) mit den gleichen Schriftzügen besprüht. Auch in diesem Fall suchen die Ermittler nach Zeugen.

Ein Graffito auf einem Zug.
In Biederitz wurde ein Zug mit den Schriftzügen "APK" und "FCM" besprüht. Bildrechte: Bundespolizeiinspektion Magdeburg

FCM verurteilt Angriff

Am Montag meldete sich auch der 1. FC Magdeburg zu Wort. In einer Stellungnahme hieß es, man habe Bilder und Video mit Schrecken zur Kenntnis genommen. Der Verein lehne jedwede Form von Vandalismus konsequent ab und könne nicht gutheißen, was in Barleben vorgefallen ist. Der Verein wies daraufhin, dass die Täter nicht zwangsläufig FCM-Anhänger sein müssen, auch wenn die Bilder darauf hindeuten würden. Dies herauszufinden sei Aufgabe der Polizei.

Zeugenaufruf Die Polizei sucht für die Vorfälle in Biederitz und am Barleber See nach Zeugen. Wer etwas gesehen hat, kann sich unter
0391/ 56549-555
bei der Bundespolizeiinspektion in Magdeburg oder in jeder anderen Polizeidienststelle melden.
Auch die Bundespolizei-Hotline 0800/ 6888000 oder das Formular auf der Bundespolizei-Homepage kann für Zeugenhinweise genutzt werden.

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Quelle: MDR/cw,olei

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 13. August 2018 | 10:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. August 2018, 12:19 Uhr

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74 Kommentare

15.08.2018 23:44 Andreas 74

4 Personen können Sofort mit der Reinigung beginnen. Zahnbürste und los gehts. Keine Anklage sondern Arbeitseinsatz.

15.08.2018 01:30 Rennsteig48 73

Hoffentlich werden die Täter dieses sinnlosen Zug-Überfalls geschnappt und zur Rechenschaft gezogen.

Den Hooligans scheint es wirklich viel zu gut zu gehen. Offenbar halten diese Typen es in Friedenszeiten nicht aus. Da müssen sie lieber "Krieg" spielen und Züge überfallen. Was für eine schwachsinnige Aktion!

Und dann auch noch Reizgas versprühen und das Bahnfahrzeug mit Farbe beschmieren. Bei denen tickt es wohl nicht mehr richtig! Nicht mehr alle Tassen im Schrank. Bitte sämtliche Schäden und Kosten diesen Vollpfosten in Rechnung stellen.

14.08.2018 18:25 Lügendetektor 72

@Alex(71):
Mmmhh. Wollen Sie mit diesem Zitat sagen, dass Zeugen dieser Gewalttat "schlimmste Lumpen" und "Denunzianten" sind? ಠ_ರೃ