Badeverbot Starker Wind: Blaualgen im Barleber See können noch nicht bekämpft werden

Wegen Blaualgen gilt im Barleber See in Magdeburg derzeit ein Badeverbot. Nun sollen die Algen mit einer Chemikalie bekämpft werden. 60 Einsatztage sind vorgesehen. Am Dienstag konnten die Arbeiten wegen Wind aber noch nicht beginnen.

Ein Boot im See
Starker Wind am Barleber See hat den Start für die Bekämpfung der Balualgen verhindert. Bildrechte: MDR/Guido Hensch

Böen mit Windstärke 7 haben am Dienstag einen Start der Blaualgen-Bekämpfung im Barleber See in Magdeburg verhindert. Vorgesehen sind mehr als 60 Einsatztage.

Wie Olaf Mieltz vom Institut für angewandte Gewässerökologie MDR SACHSEN-ANHALT sagte, werde ein Schiff täglich 15 Tonnen Chlorid ins Wasser einbringen. Die Chemikalie werde über die Schraube des Außenmotors verteilt. Durch eine Reaktion würden die Blaualgen gebunden und als Flocken auf den Grund des Sees sinken. Insgesamt sollen 1.000 Tonnen eingebracht werden. Laut Mieltz soll sich die Wasserqualität etwa nach der Hälfte sichtbar verbessern.

Immer wieder Badeverbot wegen Blaualgen

Am Barleber See im Norden Magdeburgs gilt wegen Blaualgen ein Badeverbot. Der See war in den vergangenen Jahren immer wieder deswegen gesperrt worden. Laut Stadtverwaltung kann die Bekämpfung jederzeit beginnen. Die Vorarbeiten seien abgeschlossen. Das Vorhaben kostet 1,2 Millionen Euro.

Quelle: MDR/mh

Dieses Thema im Programm: MDR um 4 | 09. Juli 2019 | 16:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 10. Juli 2019, 09:43 Uhr

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3 Kommentare

11.07.2019 12:55 Frank 3

Warum nennt man sie verharmlosend Blaualgen? Es sind Cyanobakterien, die für ihre Photosynthese sehr wenig Licht brauchen, sie existieren auch in tieferen Gewässerschichten. Sie produzieren den Giftstoff Anatoxin A, der in höherer Konzentration zuerst die Wassertiere (Fische) sterben lässt. Sie treten vorrangig auf bei hohem Phosphatgehalt, Nahrungsüberfluss und hoher Wassertemperatur in einem Gewässer. Der See ist eutrophiert, also überdüngt, zu viel Phosphat und zu viel Nitrat. Statt die Algen für 1 Jahr mit Flockungsmittel anzugehen, sollte man die Ursache suchen. Wo und wie gelangen z.B. ungeklärte Abwässer mit Waschmittelrückständen in den See?? Oder sind es Düngereste aus der Landwirtschaft, die z.B. mit dem Grundwasser kommen??

10.07.2019 16:47 Reini 2

Die Wunderwaffe heißt Polyaluminiumchlorid. An Wunder glaube ich als Dauercamper am Barleber See aber nicht mehr. Seit drei Jahren kennt die Stadtverwaltung das Problem. Vieles wurde durch die Camper unternommen aber die Reaktion gleich Null. Wenn ein 7 jähriger an Frau Merkel schreibt weil alle Anderen versagt haben, dann ist es doch weit genug. Die Dauercamper haben viele Fragen, bekommen aber auch keine Antworten. Seit 2018 ist das Geld zur Sanierung da. Warum macht man eine Bauplanung im Juni 2019 und beginnt mitten in der Saison 2019 mit der Arbeit ? Wir bezahlen jährlich viel Geld an den Verein und können dafür nicht baden ?Was passiert mit unserem Geld ? Warum beginnt man nicht im Februar/März ? 67 Tage - damit wäre wenigstens ein Teil der Badesaison gerettet. In der Stadtverwaltung gilt aber das merkelsche Prinzip - Aussitzen.!!! und genau deshalb gucken die Camper und viele Magdeburger 2019 wieder in die Röhre. Wenn eine Krankenschwester so arbeiten würde, dann wären die Patie

10.07.2019 10:17 Chlorid? 1

Lieber MDR,
Bitte informieren Sie die Öffentlichkeit nicht nur zu 50%. Chlorid ist lediglich ein Teil eines Salzes - es könnte folglich Natriumchlorid (Kochsalz) sein, aber auch Aluminium- oder Eisenchlorid (Flockungsmittel) oder quarternäre Ammoniumchloride (Biozide). 60 Tage x15 t ergibt eine nicht geringe Menge von 900t - da wäre es schon gut zu wissen, was tatsächlich verbracht wird.

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