Grafische Darstellung Stadtplanung
So oder aber auch ganz anders könnte das neue Wohnviertel in Magdeburg aussehen. Das ist ein Entwurf der Magdeburger Architekten Duong + Schrader. Bildrechte: Bauherren: WOBAU und MWG

Städtebau-Ideen Futuristische Pläne für das Herz von Magdeburg

Im Magdeburger Stadtpark wird ein Wohnviertel geplant. In bester Lage direkt an der Elbe soll die Fläche zwischen dem Messeplatz und dem MDR-LANDESFUNKHAUS bebaut werden. Zwölf Architekten haben Ideen beigesteuert.

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So oder aber auch ganz anders könnte das neue Wohnviertel in Magdeburg aussehen. Das ist ein Entwurf der Magdeburger Architekten Duong + Schrader. Bildrechte: Bauherren: WOBAU und MWG

Es ist eine ganz besondere Fläche, die da bebaut werden soll mitten in Magdeburg. Nirgends sonst gibt es dieses Panorama von Magdeburg zu sehen. Wer künftig in dem neuen Wohnviertel lebt, hat einen einmaligen Blick auf den Magdeburger Dom, das Kloster Unser Lieben Frauen, das Hundertwasserhaus und auch noch nach Norden in Richtung Petriförder.

Die Wohnungsbaugesellschaft Magdeburg GmbH (Wobau) will die Fläche zusammen mit der Magdeburger MWG-Wohnungsgenossenschaft eG (MWG) bebauen und hatte zunächst einen städtebaulichen Ideenwettbewerb gestartet. Die Projektleiterin des Wettbewerbs, Architektin Anja Schulze, sagte MDR SACHSEN-ANHALT, sie freue sich, dass so ein besonderes Stück Magdeburg auch in Magdeburger Hand bleibe und die Bauherren nicht irgendwelche Spekulanten aus dem Ausland seien "ohne Herz für unsere Stadt." Bei dem Ideenwettbewerb wurden Zwölf Pläne von Architekten eingereicht, auch Entwürfe aus London und Rotterdam sind darunter.

Weitere Fußgängerbrücke über die Elbe geplant

Auf dem 3,5 Hektar großen Areal sollen 300 bis 450 Wohnungen entstehen. Im Erdgeschoss sind Restaurants, eine Kita sowie ein Fahrradverleih geplant. Thomas Fischbeck von der Magdeburger Wohnungsgenossenschaft sagte MDR SACHSEN-ANHALT, ganz wichtig sei es den Bauherren, dass sich das Wohnviertel nicht abgrenzen wolle zum Rest der Stadt. Deshalb soll es nach Möglichkeit auch eine weitere Fußgängerbrücke vom neuen Wohnviertel aus in die Innenstadt geben. Wichtig sei den Bauherren außerdem die Verbindung zur Elbe. Sie wollen damit auch die Visionen des Stadtplaners und Architekten Bruno Taut aufgreifen. Taut hatte schon den 1920er-Jahren das Ziel verfolgt, dass das Leben in Magdeburg nicht nur neben, sondern vor allem mit und an der Elbe stattfinden soll.

Städtebaulicher Ideenwettbewerb Neues Wohnviertel im Magdeburger Stadtpark

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Das ist die Fläche im Magdeburger Stadtpark, die bebaut werden soll ... Bildrechte: Visualisierung: Teichert, Schulze & Partner
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Das ist die Fläche im Magdeburger Stadtpark, die bebaut werden soll ... Bildrechte: Visualisierung: Teichert, Schulze & Partner
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... Sie befindert sich zwischen dem Messeplatz und dem MDR-LANDESFUNKHAUS. Bildrechte: Teichert, Schulze & Partner
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Das ist ein Entwurf der Magdeburger 'Steinblock architekten GmbH'. Der Entwurf wurde von einer Fachjury mit einem 1. Preis ausgezeichnet. Bildrechte: Bauherren: WOBAU und MWG
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Ebenfalls einen 1. Preis erhielt die Idee von Thomas Nörthemann aus Magdeburg. Bildrechte: Bauherren: WOBAU und MWG
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Das ist der Entwurf der 'Architekten Duong + Schrader' aus Magdeburg. Dieser Entwurf erhielt den Publikumspreis. Rund 2.000 Magdeburger hatten sich an dem Ausscheid beteiligt. Nach Ansicht der Fachjury ist es der "mutigste Entwurf". Bildrechte: Bauherren: WOBAU und MWG
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Einen Anerkennungspreis gab es für den Vorschlag von Andreas Michels aus Berlin. Hier ist sehr gut die geplante Fußgängerbrücke zu sehen. Bildrechte: Bauherren: WOBAU und MWG
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Auch so könnte das Elbeufer eventuell aussehen – nach einer Idee der Architekten Cityförster aus Rotterdam. Auch sie erhielten einen Anerkennungspreis. Bildrechte: Bauherren: WOBAU und MWG
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Ein Entwurf der Architekten Peter Terbüchte, Magdeburg und Stuttgart Bildrechte: Bauherren: WOBAU und MWG
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Der Entwurf aus London, Studio Wolter Navarro Archikten Bildrechte: Bauherren: WOBAU und MWG
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Bildrechte: Teichert, Schulze & Partner
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Beim Entwurf von 'HS-Holger Schmidt Architekten Hamburg' ist ebenfalls die geplante neue Fußgängerbrücke gut zu sehen. Bildrechte: Bauherren: WOBAU und MWG
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Die Vorstellungen der Architekten Naumann Wasserkampf aus Weimar Bildrechte: Bauherren: WOBAU und MWG
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So stellen sich die Architekten von 'N-V-O- Nuyken von Oefele' aus München das neue Wohnviertel vor. Bildrechte: Bauherren: WOBAU und MWG
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Sehr grün der Entwurf von Doron Stern, Landschaftsarchitekt aus Köln.

Dieses Thema im Programm:
MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir
17.01.2019 12:30

Quelle: MDR/jw
Bildrechte: Bauherren: WOBAU und MWG
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Kritiker sehen grüne Oase in Gefahr

Die Baupläne gefallen aber nicht allen. Kritiker befürchten, dass eine Luxuswohnanlage ausschließlich nur für Reiche entsteht, ausgerechnet in der Grünen Lunge der Stadt. Die Beteiligung an öffentlichen Kolloquien der Bauherren war nach Angaben der Projektleiterin aber gering. Nur wenige Magdeburger kamen zu den Veranstaltungen. Die meisten Sorgen machen sich wohl die Schausteller. Sie befürchten Ärger wegen Lärms, wenn es künftig direkt neben dem Messegelände Wohnungen gibt. Allerdings hat auch der Verein selbstständiger Gewerbetreibender nach Angaben der Projektleiterin Anja Schulze ein Interesse daran, den Messeplatz künftig schöner zu gestalten. Weitere Absprachen zwischen den Bauherren und der Messegesellschaft sind laut Projektleitung geplant. So soll es künftig möglich sein, dass Messebesucher das geplante Parkhaus mitnutzen können.

Baustart wird noch dauern

Bis zum Frühjahr soll nun aus allen Architektenideen ein gemeinsamer Entwurf entstehen. Dieser wird voraussichtlich im Frühjahr öffentlich ausgelegt. Der tatsächliche Baubeginn wird aber noch dauern. Denn laut der Bauherren soll erst der Bau der Strombrückenverlängerung abgewartet werden. 

Quelle: MDR/jw

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | MDR SACHSEN-ANHALT | 17. Januar 2019 | 12:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 21. Januar 2019, 17:25 Uhr

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37 Kommentare

24.01.2019 11:59 ein mensch 37

@Domspatz: Dass jemand die Volksstimme nicht liest, ist für sie also Indiz dafür, dass die Person nicht in Magdeburg wohnt? Die journalistische Qualität der Volksstimme schätze ich leider als ziemlich schlecht ein und lese deswegen lieber andere Tageszeitungen. Und in meinem Umkreis geht es den meisten Menschen so.
Ich bin durchaus ein interessierter Magdeburger und versuche auch Einfluss zu nehmen auf die kommunale Politik, dennoch sind Dinge wie die Umfrage oder das Planungtreffen der Bauherren an mir vorbei gegangen. Da gibt es durchaus Zweifel an der Auswahl der Kommunikationskanäle, die hier bedient wurden.

23.01.2019 13:43 Einwohner 36

Gestern war ein Artikel in der Zeitung, dass das Baufeld bereits beräumt wird. Es werden also bereits Tatsachen geschaffen! Ich kenne ehrlich gesagt niemanden, der das Bauprojekt befürwortet. Es gab ja auch schon eine Petition-verpufft.

Da wird einfach mal wieder ein Ding von einigen wenigen mit Eurozeichen in Augen durchgezogen. Es ist den Verantwortliche doch furchtbar egal, was die Bevölkerung meint, man muss ja nicht drauf hören.

Wie soll ich mich denn als Bürger noch beteiligen? Irgendwelche Termine tagsüber sind witzlos. Da arbeiten die meisten.

23.01.2019 12:18 jackblack 35

Hallo Domspatz , auch ich bin Magdeburger und habe bis 1971 in dem roten Haus neben der Strombrücke gewohnt, kann das also BESTENS einschätzen, haben sie was gegen einen BÜRGERENTSCHEID ???