Neuorientierung nötig Magdeburger Bischof Feige sieht Corona-Pandemie als Chance

Bischof Gerhard Feige aus Magdeburg sieht angesichts der Corona-Pandemie die Schwachstellen unserer bisherigen Lebensweise aufgezeigt. Er hofft, dass die Krise in einigen Bereichen eine Neuorientierung folgen lässt.

Bischof Gerhard Feige
Der Magdeburger Bischof Gerhard Feige Bildrechte: IMAGO

Sachsen-Anhalts katholischer Bischof Gerhard Feige sieht in der Corona-Pandemie die Chance auf eine Neuorientierung in Wirtschaft und Gesellschaft. Feige sagte MDR SACHSEN-ANHALT, die Krise zeige Schwachstellen unserer bisherigen Lebensweise. Die Ausbreitung des Virus stelle zum Beispiel den Handel vor große Schwierigkeiten. Es müsse überlegt werden, was sich anders gestalten lässt, zum Beispiel, welche Produkte wieder regional hergestellt werden könnten.

Berufe besser fördern statt klatschen

Zudem erwartet Feige eine Aufwertung der Bereiche Medizin und Pflege, die in den letzten Jahren zu wenig Beachtung fanden und nun plötzlich als systemrelevant gelten. Hilfreich sei es, nicht nur zu klatschen und die Betreffenden als Helden zu bezeichnen, sondern diese Berufe zu fördern und besser zu bezahlen.

Im Gottesdienst am Ostersonntag in der Magdeburger Kathedrale Sankt Sebastian dankte der Bischof allen, die sich dafür einsetzen, dass das Leben weitergehen könne, oft unter Gefahr für sie selbst. "Hierbei scheint für mich durchaus etwas von der Dynamik der Auferstehung auf, die mit Christus begonnen hat und die sich seitdem unaufhaltsam durchsetzt – durch Dunkelheit und Tod hindurch", so Feige.

Quelle: MDR/cw

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 12. April 2020 | 09:00 Uhr

3 Kommentare

W.Merseburger vor 23 Wochen

konstanze,
ich bin genau ihrer Meinung. Die Laberstudiengänge kann man auch als Orchideen-Wissenschaften bezeichnen. Was sie da zurecht kritisieren, kann sich nur eine Wohlstandsgesellschaft. die auf Kosten der sogenannten dritten Welt lebt, leisten. Die Corona-Krise als Chance zu bezeichnen, um Besseres zu bewerkstelligen, klingt gut, ist aber fern von jeglicher Realität. Tatsächliche und grundlegende Veränderungen gehen nur durch gewaltsame Umstürze. Aber das ist ein weites Feld.

Britta.Weber vor 23 Wochen

Dank Corona sieht man besser was und wer wichtig sind ("normale" Berufstätige, Wissenschaft, Familie, Freunde, Essen, Auto, Strom etc) und was unwichtig ist (Freitagshüpfen, Quasselfächer, Politberieselung etc.) Ganz nebenbei wurde die Deiselügec der Umwelthilfe entlarvt- trotz minimalem Autoverkehr sind die Feinstaub- und NOx-Werte gestiegen.

wwdd vor 23 Wochen

Es wird bald wieder so sein, wie vorher. Das war bei allen Menschheitskrisen so. The show must go on...

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