Die Elbe in Magdeburg mit Blick auf den Strombrückenzug und den Dom
Die geplante Verlängerung der Strombrücke in Magdeburg verzögert sich immer wieder. Bildrechte: MDR/Hanns-Georg Unger

Chronologie Die alte Vision von der neuen Strombrücke

Baustadt Magdeburg: Am Bahnhof entsteht ein City-Tunnel, am Dom ein ganzer Häuserblock. Daneben gibt es ein weiteres Mammutprojekt: Die Strombrücke über die Elbe, mit immer neuen Verzögerungen.

von Natalie Helka, MDR SACHSEN-ANHALT

Die Elbe in Magdeburg mit Blick auf den Strombrückenzug und den Dom
Die geplante Verlängerung der Strombrücke in Magdeburg verzögert sich immer wieder. Bildrechte: MDR/Hanns-Georg Unger

Der heutige Strombrückenzug über die Elbe, Zollelbe und Alte Elbe besteht aus der Strombrücke (gebaut 1965), der Zollbrücke (1881) und der Anna-Ebert-Brücke (1882). Schon seit Jahrzehnten gab es Ideen für einen neuen Brückenzug, indem die Strombrücke mit einem neuen Bau verlängert wird. Doch die Pläne wurden immer wieder verworfen und verschoben. MDR SACHSEN-ANHALT fasst die Etappen seit Oktober 2012 zusammen.

So soll der neue Strombrückenzug in Magdeburg aussehen

Entwurf einer Brücke in der Magdeburger Innenstadt
So soll der neue Strombrückenzug aussehen, wenn er fertig ist. Bildrechte: Bauwerksentwürfe Leonhardt, Andrä und Partner und VI-EX Visualisierung
Entwurf einer Brücke in der Magdeburger Innenstadt
So soll der neue Strombrückenzug aussehen, wenn er fertig ist. Bildrechte: Bauwerksentwürfe Leonhardt, Andrä und Partner und VI-EX Visualisierung
Entwurf einer Brücke, die über zwei Flußarme führt
Geplant ist ein Neubau des gesamten Strombrückenzuges bis in den Stadtteil Brückfeld. Bildrechte: Bauwerksentwürfe Leonhardt, Andrä und Partner und VI-EX Visualisierung
Entwurf einer Brücke in einer Stadt mit Hochhäusern
Künftig sollen Verkehrsteilnehmer ohne Kurven und Verengung auf die andere Elbseite gelangen. Bildrechte: Bauwerksentwürfe Leonhardt, Andrä und Partner und VI-EX Visualisierung
Entwurf einer beleuchteten Brücke bei Nacht
Auch bei Nacht soll der neue Strombrückenzug ein optisches Highlight in der Landeshauptstadt werden. Bildrechte: Bauwerksentwürfe Leonhardt, Andrä und Partner und VI-EX Visualisierung
Entwurf einer Straße mit Autos und einer Straßenbahnhaltestelle
Autos und Straßenbahnen müssen sich künftig den Platz über die Elbe nicht mehr teilen. Es soll über den gesamten Strombrückenzug getrennte Fahrbahnen geben. Bildrechte: Bauwerksentwürfe Leonhardt, Andrä und Partner und VI-EX Visualisierung
Die Strombrücke in Magdeburg – Stadteinwärts
Noch sieht die Strombrücke so aus. Bildrechte: MDR/Jörn Rettig
Die Elbe in Magdeburg mit Blick auf den Strombrückenzug und den Dom
Die jetzige Strombrücke stammt aus dem Jahr 1965. Bildrechte: MDR/Hanns-Georg Unger
Das Hochwasser der Elbe am Sonntag (09.06.2013) an der Anna Ebert Brücke in Magdeburg.
Die Anna-Ebert Brücke schließt an die Strombrücke an. Sie wurde beim Hochwasser 2013 stark beschädigt. Bildrechte: IMAGO
Die Bauarbeiten am Brückenzug in Magdeburg
Seit Jahren laufen Sanierungsarbeiten. Die Anna-Ebert Brücke steht unter Denkmalschutz. Bildrechte: MDR/Hanns-Georg Unger
Fahrräder, Autos und Fußgänger überqueren die Anna-Ebert-Brücke in Magdeburg
Die Anna-Ebert Brücke ist bisher ein Nadelöhr. Die Brücke stammt aus dem 19. Jahrhundert und ist den heutigen Anforderungen nicht mehr gewachsen.

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 14.06.2019 | 6:30 Uhr

Quelle: MDR/jw
Bildrechte: MDR/Pia Uffelmann
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Strombrückenzug
Bildrechte: Bauwerksentwürfe Leonhardt, Andrä und Partner und VI-EX Visualisierung

Juni 2019: Stadtrat vergibt Bauauftrag an Hochtief

Der Stadtrat von Magdeburg hat den Auftrag zum Bau des neuen Strombrückenzuges an die Bietergemeinschaft um den Konzern Hochtief vergeben. Laut Oberbürgermeister Lutz Trümper soll der Bau noch in diesem Jahr starten.

Trümper sagte, er hoffe, dass die neuen Brücken über die Elbe bis 2023 fertig sind. Das Bauvorhaben sei dringend notwendig und dulde keinen weiteren Aufschub. Die durch das Hochwasser 2013 stark geschädigte Anna-Ebert-Brücke könne die Verkehrslasten nicht mehr tragen. Der Bau des ganzen Strombrückenzuges habe sich wegen des Streits der bietenden Baukonzerne bereits um anderthalb Jahre verzögert. Jeder zusätzliche Monat Zeitverlust bedeute weitere Kosten.

April 2019: Stadt muss Auftrag neu vergeben

Das Oberlandesgericht Düsseldorf entscheidet: Der Auftrag für den Bau muss neu vergeben werden. Nach Informationen von MDR SACHSEN-ANHALT folgten die Richter der Auffassung des bei der Vergabe unterlegenen Hochtief-Konzerns. Hochtief hatte beklagt, die Referenzen des Gewinners der Ausschreibung würden nicht ausreichen.

Jetzt hat Magdeburg zwei Möglichkeiten: Die Stadt könnte den Auftrag an Hochtief, den zweitplatzierten Bieter, vergeben oder das Vergabeverfahren abbrechen und den Bau noch einmal komplett neu ausschreiben.

März 2019: Noch immer keine Entscheidung

Der Rechtsstreit um den Neubau der Strombrücke ist noch immer nicht entschieden. Das Oberlandesgericht Düsseldorf verschiebt sein Urteil erneut – dieses Mal auf Mitte April.

Februar 2019: Verfahren in Düsseldorf zieht sich hin

Der Bieterstreit zwischen den beiden Bauunternehmen zieht sich weiter in die Länge. Das Oberlandesgericht Düsseldorf kündigt an, das Urteil werde nicht vor dem 20. März fallen.

September 2018: Baustart für Strombrücke verschiebt sich

Welches Bauunternehmen den Auftrag für den Bau der Strombrücke erhält, ist offen. Das Oberlandesgericht in Düsseldorf soll entscheiden. Das Gericht verschiebt den für Oktober angesetzten Anhörungstermin auf Februar. Oberbürgermeister Lutz Trümper rechnet nun nicht mit einem Baustart vor Mitte 2019. Außerdem prüft die Stadt die rechtlichen, finanziellen und terminlichen Folgen einer neuen Ausschreibung.

Mai 2018: Vergabe des Bauauftrags gestoppt

Erfolg für Hochtief: Die Vergabekammer in Bonn stoppt die Vergabe des Brückenbaus an das Bauunternehmen Züblin/Strabag. Gegen diese Entscheidung wiederum klagt nun der Konkurrent "Züblin/Strabag" vor dem Oberlandesgericht in Düsseldorf.

Februar 2018: Baumfällungen für neue Brücke

Die Vorbereitungen auf dem Baufeld für den neuen Strombrückenzug laufen weiter. Spätestens jetzt wird das Projekt auch für jeden Magdeburger sichtbar. Rund 600 Bäume werden gefällt, um Platz für die Brücke zu schaffen.

Strombrückenzug
So soll die Brücke über die Elbe einmal aussehen. (Entwurf) Bildrechte: Bauwerksentwürfe Leonhardt, Andrä und Partner und VI-EX Visualisierung

Januar 2018: Streit im Bieterverfahren

Der für Sommer 2018 geplante Baustart der Brücke verzögert sich. Grund ist ein Streit im Bieterverfahren der Bauunternehmen. Der zweitplatzierte Bieter Hochtief verlangt eine Nachprüfung und legt Widerspruch bei der Vergabekammer ein. Das Unternehmen zweifelt laut Stadt daran, dass Züblin/Strabag alle Auflagen aus der Ausschreibung erfüllt hat.

Dezember 2017: Baukosten steigen

Die Kosten für den neuen Strombrückenzug steigen erheblich. Knapp 107 Millionen Euro soll die neue Elbbrücke nun kosten. Rund 85 Millionen davon zahlt das Land. Grund für den Anstieg sind laut Stadt extreme Kostensteigerungen bei den Baukonzernen. Den Zuschlag für den Brückenbau erhält die Bietergemeinschaft Züblin/Strabag.

November 2017: Bauvorbereitungen beginnen

An der Elbe starten die vorbereitenden Arbeiten für den neuen Strombrückenzug. Es wird nach möglichen Kampfmitteln gesucht, bevor der eigentliche Bau der Brücke beginnen kann.

18. Juli 2016: Sicherung der Anna-Ebert-Brücke

Die statische Sicherung der stark beschädigten Anna-Ebert-Brücke beginnt. Damit soll die wichtige Verkehrsverbindung aufrechterhalten werden, bis der neue Strombrückenzug fertig ist. Ohne die Arbeiten müsste die Anna-Ebert-Brücke in kurzer Zeit voll gesperrt werden. Im September 2018 ist die Brücke erneut gesichert worden.

29. Juni 2016: Fluthilfe-Gelder für Strombrücke

Fördermittelübergabe: Magdeburg erhält 50 Millionen Euro aus dem Fluthilfefonds für die Verlängerung der Strombrücke. Die Stadt will sich mit 7,2 Millionen Euro an dem Projekt beteiligen.

10. August 2015: Antrag Planfeststellung für "Ersatzneubau Strombrückenzug"

Das Tiefbauamt stellt den Antrag auf Planfeststellung für den "Ersatzneubau Strombrückenzug". Hintergrund sind die irreversiblen Schäden, die das Elbehochwasser 2013 an der Anna-Ebert-Brücke angerichtet hat. Entstehen soll eine Pylonbrücke, also eine Art Hängebrücke mit gespannten Seilen.

4. Oktober 2012: Vorplanungen für Strombrücken-Verlängerung beginnen

Mit einem Stadtratsbeschluss werden die Vorplanungen für eine Verlängerung der Strombrücke mit einem Neubau über die Zollelbe und die Alte Elbe in Auftrag gegeben.

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Die Anna-Ebert-Brücke kann nicht mehr so stark belastet werden wie früher. Bildrechte: MDR/Kalina Bunk
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Bildrechte: Bauwerksentwürfe Leonhardt, Andrä und Partner und VI-EX Visualisierung
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Bildrechte: Bauwerksentwürfe Leonhardt, Andrä und Partner und VI-EX Visualisierung
Entwurf einer beleuchteten Brücke bei Nacht
Bildrechte: Bauwerksentwürfe Leonhardt, Andrä und Partner und VI-EX Visualisierung

Quelle: MDR/mh,mg,kb,agz

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 14. Juni 2019 | 08:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 14. Juni 2019, 08:41 Uhr

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3 Kommentare

01.10.2018 07:42 Ossi 65 3

Warum wird immer vom Neubau der Strombrücke Berichtet? Die Strombrücke wird doch gar nicht neu gebaut, sondern der Neubau betrifft doch nur die Zollbrücke und die Anna Ebert Brücke. Vor allem die neue Anna Ebert Brücke passt gar nicht in das Stadtbild dort hinten rein, und das liegt an den Pfeilern. Eine solche Brücke über die alte Elbe zu Spannen ist Blödsinnig, und wenn, dann würde das nur etwas Sinn machen, wenn so eine Brücke über die Komplette Elbe Gespannt wird, sprich also auch auch über die Stromelbe, alles andere ist Stuss.

30.09.2018 23:16 Baldur von Ascanien 2

@1 "Eine architektonisch bedeutende Brücke täte der Stadt an der Elbe sehr gut." Es gibt wunderbare geschichtsträchtige und architektonisch sehr schöne Brücken in Magdeburg. Eine verkehrstechnische sehr notwendige Brücke muss nicht unbedingt aussehen wie ein Teil von FFM und alles Andere um sich erdrücken.

30.09.2018 19:22 Sabine Sonntag 1

Eine architektonisch bedeutende Brücke täte der Stadt an der Elbe sehr gut.

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