Wegen Bauarbeiten bis 2022 Magdeburger City-Tunnel wird Chefsache

Weil die Baufirma des Magdeburger City-Tunnels von einer Fertigstellung im Jahr 2022 ausgeht, hat Oberbürgermeister Lutz Trümper das Projekt zur Chefsache gemacht. Den späten Termin will er nicht akzeptieren – muss aber eingestehen, dass eine Eröffnung 2019 illusorisch ist.

Magdeburg: Baustelle Citytunnel
Die Arbeiten an der Citytunnel-Baustelle sollten eigentlich 2019 abgeschlossen sein. (Archivbild) Bildrechte: IMAGO

Sie teilt Magdeburg in zwei Hälften und wird die Einwohner noch länger beschäftigen: Die Baustelle am Magdeburger City-Tunnel wird 2019 noch nicht fertig. Das bestätigte Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) MDR SACHSEN-ANHALT. Eine Fertigstellung 2019 sei demnach illusorisch. Die beauftragte Baufirma gehe von einer Bauzeit bis 2022 aus.

Ein solch spätes Datum will Trümper aber nicht akzeptieren: "Das ist natürlich eine Provokation. Wenn man vorher einen Auftrag unter normalen Bedingungen für insgesamt vier Jahre hatte, kann ich nicht nach drei Jahren sagen, man bräuchte nochmal vier Jahre. Das kann nicht passen."

City-Tunnel wird Chefsache

Ein neuer Zeitplan soll bis Herbst erstellt werden. Um die Sache weiter zu beschleunigen, hat Trümper den Tunnelbau zur Chefsache erklärt und eine Projektgruppe ins Leben gerufen, die ihm unterstellt ist. "Die wird im City-Carré sitzen, neben der Baustelle. Damit man da auch täglich runtergehen kann. Wenn die Firma bisher eine Frage hatte, dann waren da lange Wege. Die schrieben das auf, machten eine Anzeige, dann wurde das geprüft und es dauerte zwei bis drei Wochen, bis man eine Antwort hatte. Das muss jetzt schneller gehen, damit wir keine weiter Verzögerung bekommen."

Keine provisorische Straßenbahn in diesem Jahr

Auch die Idee einer provisorischen Straßenbahnverbindung Ende 2018 ist vom Tisch. Man sei noch nicht soweit, so Trümper. Zudem müsse bei der zweiten Nord-Süd-Verbindung ein Gleisviereck gebaut werden – statt eines Gleisdreiecks, wie zuvor angenommen. Deshalb müsse man das Projekt neu ausschreiben. Ein weiteres Provisorium würde zusätzliche Kosten und mehr Zeit bedeuten, sagte Trümper.

Darum war meine Entscheidung: Jetzt machen wir Druck und wollen erreichen, dass wir 2019 komplett fertig sind mit der Straßenbahn. Das ist das erste Ziel.

Lutz Trümper, Oberbürgermeister von Magdeburg

Kostenexplosion

Wegen falscher Bohrlöcher gleich zu Beginn des Projekts hatten sich die Kosten fast vervierfacht. Ursprünglich waren 37 Millionen Euro, später 100 Millionen Euro angesetzt – im November war schließlich von 139 Millionen Euro die Rede. Trümper will die zusätzlichen Kosten aus Rücklagen der Stadt decken. "Das ist keine einfache Angelegenheit für die Stadt, aber wir werden das hinkriegen."

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Quelle: MDR/ms

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 28. April 2018 | 12:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 28. April 2018, 15:22 Uhr

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18 Kommentare

30.04.2018 13:46 U. Swar 18

Keine Aufregung! Der Tunnel ist immer noch preisgünstiger als ein Kampfjet und wesentlich langlebiger. Bei der Preissteigerung darf man nicht vergessen, ohne Klagereise hätte man früher anfangen können und wâre schon fertig. Wenn ich statt 900 1200 Hourpfähle setze habe ich auch mehr Massen. Merke kaufe ich statt einem Kilo Müsli zwei, muss ich auch zwei bezahlen. Als Schluss jetzt mit Sturm im Wasserglas.

30.04.2018 13:34 Serbser 17

Das ist doch nichts Neues. Kapiert denn niemand wie die Baufirmen rechnen?? Nein? Dann geht Ihr Politiker mal in die Lehre und lernt Kalkulationen. Aber hier geht es ja um Steuergelder. Wenn es ums eigene Geld geht, dann wird gehandelt bis die Schwarte kracht. Übrigens, was braucht MD einen Tunnel für die DB???

30.04.2018 10:44 böse-zunge 16

Gedenken wir für einen Moment des einen, mahnenden (heute eher prophetischen) Plakats am Grünen Baum.
Es sagte eine Kostensteigerung voraus und stammte von BUND und Grünen.
Ist es nicht, für die "bürgerliche Mitte", nicht schon schlimm genug - der politische Buhmann hatte Recht. Nein, schlimmer noch - nicht deren Verzögerungstaktiken treiben die Kosten ... Fehler von Baufirmen, Ausnutzen v. Sachzwängen - eine Mischung aus Unfähigkeit und Profitgier, vermischt mit politischen Blauäugigkeiten, kommen nun allen teuer zu stehen.
Willkommen im Jubiläumsjahr des Karl M. aus Trier.
Aber es sind ja die christlichen Werte die unsere Gesellschaft formen ... geht doch nichts über gute Realsatire ... Dankeschön

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