Trotz steigender Infektionszahlen Magdeburg plant keine Verschärfung der aktuellen Corona-Regeln

Magdeburg reagiert verhalten auf steigende Corona-Infektionszahlen: Die Stadt will, anders als Halle, keine eigene Allgemeinverfügung aufstellen. Am Donnerstag wurde in der Landeshauptstadt der erste kritische Inzidenzwert von 35 Infektionen pro 100.000 Einwohern innnerhalb von 7 Tagen überschritten. Auf weitere Einschränkungen einstellen müssen sich aber vorerst nur Fußballfans.

Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper auf einer Pressekonferenz.
Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper (SPD) hat die neuen Regeln in Magdeburg vorgestellt. (Archivbild). Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Magdeburg wird keine eigene Allgemeinverfügung für strengere Corona-Maßnahmen verfassen. Das hat Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) gemeinsam mit Amtsarzt Eike Hennig am Donnerstag in einer Pressekonferenz bekanntgegeben. Die Stadt will außerdem – im Gegensatz zu Halle – keine Maskenpflicht verhängen. Man wolle abwarten, was die neue Landesverordnung beinhaltet, die am Dienstag veröffentlicht wird.

Steigende Infektionszahlen in Magdeburg

In Magdeburg hat die sogenannte 7-Tage-Inzidenz am Donnerstag erstmals die 35 überschritten, es waren also mehr als 35 Menschen pro 100.000 Einwohner mit dem Coronavirus infiziert. Die Tendenz sei steigend, so Trümper.

Magdeburg stockt am Montag die Zahl der Personen auf, die für die Kontaktverfolgung zuständig sind. Mehr als 20 Mitarbeitende sollen dann die Kontaktverfolgung infizierter Personen übernehmen. Zudem sollen dabei nun Prioritäten gesetzt werden, sodass Fälle in Gemeinschaftseinrichtungen, wie Kitas, Schulen und Pflegeheimen, zuerst auf den Tisch kommen.  

Fieberambulanz in der Brandenburger Straße bleibt

Zu sehen sind Menschen, die stundenlang Schlange stehen vor der Fieberambulanz in Magdeburg/ Brandenburger Straße.
Zahlreiche Menschen warten bei Herbstwetter und -temperaturen auf ihren Coronatest im Magdeburger Zentrum. Bildrechte: MDR/Norma Düsekow.

Nach Kritik wegen zu langen Wartezeiten an der Fieberambulanz in der Brandenburger Straße, sagte Amtsarzt Eike Hennig, der Standort bleibe so erhalten. Das Personal werde in Zusammenarbeit mit der Kassenärztlichen Vereinigung um einen Arzt beziehungsweise eine Ärztin aufgestockt.

Es gebe zudem Planungen, den Weg ins Gebäude witterungssicher zu machen, etwa mit überdachenden Planen. Es gebe auch Überlegungen diesen Gang dann zu beheizen. Personen, die zum Test kamen, hatten sich kürzlich beschwert, dass es stundenlange Wartezeiten gibt und sie bei Herbstwetter ungeschützt im Freien warten mussten.

Ticketverkauf für FCM-Spiel gestoppt

Für das Spiel des FCM gegen Wehen Wiesbaden am Samstag werden keine weiteren Tickets verkauft. Wer bereits ein Ticket hat, darf das Stadion besuchen. Die Stadt empfiehlt eine Maskenpflicht, Absprachen mit dem Verein und eine Entscheidung standen aber am Donnerstagnachmittag noch aus.

Auch das Spiel des SCM am Sonntag gegen Stuttgart soll unter den bisherigen Hygienebedingungen stattfinden sollen.

Quelle: MDR/jh

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 22. Oktober 2020 | 16:30 Uhr

4 Kommentare

Grosser Klaus vor 5 Wochen

Man muss andere Meinungen aushalten können, ohne gleich mit gefühlsmäßigen Mutmaßungen niedergeschrien zu werden. Und als Verweigerer, Verschwörungstheoretiker in die Ecke der wirklichen Verfassungsfeinde in eine Ecke gestellt zu werden.
Ein Hoch auf die letzten 30 Jahre, indem bisher solcher Diskurs auch kontrovers möglich war. Die Älteren erinnern sich!
Kritisches liberales hinterfragen gegen Duckmäusertum, vorauseilenden Gehorsam & Denunziantentum, mit der zugehörigen Hygiene und den minimalen Regeln die ein Leben außerhalb der vier Wände und der Arbeit lebenswert erhalten. Damit Social Distancing bei der Bevölkerung nicht überschaubare psychische Störung hervorruft die am Ende einen größeren Schaden der allgemeinen Gesundheit hervorrufen.

faultier vor 6 Wochen

Muss ihnen deswegen widersprechen da Leipzig noch geringere Zahlen Infiziertenzahlen hat wie Halle und das ein Einkauftempel mit einer Innenstadt mit Geschäften wo auch Maskenpflicht herrscht nicht zu vergleichen seien sollen ist mir schleierhaft ist doch eh ein Vorteil für Halle.

Tasty vor 6 Wochen

Auch wenn die Einwohnerzahl identisch ist, so sind die Randbedingungen meiner Meinung nach schon andere. Halle liegt in einer dichter besiedelten Gegend. Der Wirtschaftsraum mit Leipzig hat weit mehr als 1 Mio Einwohner. Es besteht ein Austausch zwischen den beiden Städten und so kann sich der Virus schneller austauschen. In Magdeburg hat man sicher in den Einkaufszentren schon die ganze Zeit Maskenpflicht. Die Einkaufstempel sind ja sozusagen die Innenstadt von Magdeburg. In Halle gibt es solche vergleichbaren Einkaufstempel nicht. Dafür eine Innenstadt, in der sich die Leute im Freien aber schon auf engem Raum begegnen. Glaube einfach aus diesem Grund kann man die Zahlen nicht wirklich vergleichen.

Mehr aus Magdeburg, Börde, Salzland und Harz

Mehr aus Sachsen-Anhalt