Coronavirus Schulen und Kitas in Sachsen-Anhalt werden geschlossen

Das Land Sachsen-Anhalt schließt ab Montag alle Schulen und Kitas im Land. Das hat Ministerpräsident Reiner Haseloff am Freitag auf einer Pressekonferenz bekannt gegeben. Die Maßnahme ist ein weiterer Schritt angesichts der Ausbreitung des Coronavirus.

Stühle stehen in einem Klassenzimmer in einer Grundschule auf den Tischen.
Alle Schulen im Land sollen ab Montag geschlossen bleiben. Bildrechte: dpa

Die Entscheidung, Schulen und Kitas ab Montag zu schließen, teilte das Sonderkabinett am Freitagnachmittag bei einer Pressekonferenz in der Staatskanzlei mit. Die Maßnahme ist laut Ministerpräsident Reiner Haseloff zunächst bis Ostermontag, den 13. April 2020, geplant.

Die kurzfristige Umsetzung der Entscheidung, also die Schließung der Schulen direkt am Montag, begründete Haseloff mit der Notwendigkeit. "Wir sind an dieser Stelle sowieso ein lernendes System", sagte er. Es gebe keine Blaupause für die aktuelle Situation. Weiteres Zögern bringe nichts.

Dienstpflicht für Lehrer bleibt bestehen

Bildungsminister Marco Tullner kündigte an, dass für die Kinder, die keine andere Möglichkeit haben, eine Betreuung organisiert wird. Reiner Haseloff betonte, dass die Dienstpflicht für Lehrer nicht ausgesetzt sei. Es werde ein Notbetrieb in Schulen und Kitas aufrechterhalten, in der Schule mit unterrichtlichem Angebot. Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne sagte aber auch: "Wir gehen erstmal von Schließung aus." Sie sehe die Eltern in der Verantwortung, weil sie Angst um ihre Kinder haben. Der Notbetrieb ist nur für Familien gedacht, in denen eine Betreuung nicht möglich ist.

Dass Großeltern die Betreuung der Kinder übernehmen, hält Grimm-Benne nicht für sinnvoll, da ältere Menschen zur Risikogruppe gehörten, die es zu schützen gilt. Von den Schulschließungen betroffen seien Eltern von 106.828 Schülerinnen und Schüler in öffentlichen Schulen und ungefähr 11.000 Schülerinnen und Schüler in Schulen in freier Trägerschaft. Das ist die Anzahl derjenigen, die jünger als 14 Jahre sind, und für die eine Betreuungspflicht besteht.

Tullner versicherte, dass Abiturabschlüsse anerkannt werden, egal unter welchen Rahmenbedingungen der Abschluss gemacht wird. Es sei geplant, Abiturprüfungen durchzuführen, eine konkrete Planung gebe es dafür aber noch nicht.

Mehrere Ausschüsse forderten Schließungen

In Magdeburg hatten zuvor mehrere Ausschüsse des Stadtrats die Schließung aller Kitas und Schulen gefordert. Das geht aus einem offenen Brief hervor, der MDR SACHSEN-ANHALT vorliegt. Im Brief hieß es, Prävention sei keine Hysterie. Kinder und Jugendliche könnten das Virus ohne Krankheitszeichen weitergeben, das heißt sie könnten sich selber als auch andere anstecken.

Landesschülerrat gegen Schließungen

Der Landesschülerrat Sachsen-Anhalt hatte sich am Freitagvormittag über das soziale Netzwerk Instagram gegen Schulschließungen ausgesprochen. Sie fänden es wichtig, die Ausbreitung von SARS-Covid-19 durch Prävention einzudämmen, erachteten aber die Schließung von Schulen zum aktuellen Zeitpunkt als unverhältnismäßig.

Quelle: MDR/jh

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 13. März 2020 | 16:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. März 2020, 16:50 Uhr

10 Kommentare

Dab vor 2 Wochen

Hallo,guten Morgen.Mit großen Entsetzen haben Wir,erfahren daß die Schulen ab Montag zu bleiben.Was ist mit der Deutschen Schulpflicht?.Im vergangenen Schuljahr gab es schon 45% Unterichtsausfall,jetzt diese Überzogene Reaktion,unserer Volksvertreter.Danke!Denn wir haben,niemanden zur Kinderbetreuung.Leider werden wir nicht Freigestellt.Wie geht es jetzt weiter?

nilux vor 2 Wochen

Die Schulschließungen bedeuten für berufstätige Eltern große Einschnitte. Was leisten eigentlich die Lehrer in dieser Zeit? Bildungsminister Tullner war in der heutigen Pressekonferenz sehr bemüht, den Lehrern ihr Einkommen sicher zu stellen. Gerade deshalb frage ich mich, was diese Lehrer denn in den jetzt anvisierten 4 Wochen freier Zeit eigentlich machen für ihr Geld.

Realist62 vor 2 Wochen

Das mit den Armutszeugnis kann man wohl schreiben. Besonders in den KITAS achten die Erzieherinnen auf Hygiene bei den den Kindern. Und dabei spielen die Kids vorherher ziemlich oft im Sand und Dreck, wenn sie draussen sind oder mal Ausflüge in die Umgebung unseres Ortes unternehmen. Und das machen sie schon immer. Auch schon als es diese Corona-Hysterie noch nicht gab. Das kann ich bei meiner derzeitigen Tätigkeit in einer KITA Sachsen.Anhalt bestätigen. Herr Haseloff und Frau Grimm-Behnert sollten doch mal eine Kita erstmal besuchen und dort mit den Mitarbeitern reden, bevor sie zu solchen Maßnahmen schreiten. Und auch mit den Eltern!!!!.

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