Eine Bühne auf dem Magdeburger Domplatz. Davor steht ein Fahrzeug.
Domplatz oder nicht Domplatz – das ist hier die Frage. Bildrechte: MDR/Sören Thümler

Domplatz Open Air Umfrage: Klares Nein zum Musical am Domplatz

Highlight des Sommers oder Verschandelung des Domplatzes? Die Magdeburger streiten über das Domplatz Open Air. Eine Umfrage unter mehr als 5.000 Nutzern von MDR SACHSEN-ANHALT ergab ein überraschend eindeutiges Ergebnis.

Eine Bühne auf dem Magdeburger Domplatz. Davor steht ein Fahrzeug.
Domplatz oder nicht Domplatz – das ist hier die Frage. Bildrechte: MDR/Sören Thümler

Die einen sehen West-Side-Story und Jesus Christ Superstar – die anderen die Bauzäune. Die einen sehen Touristen und Einnahmen – die anderen einen Platz, der zur schönsten Zeit des Jahres blockiert wird. Das jährliche Open-Air-Musical auf dem Magdeburger Domplatz spaltet die Landeshauptstadt. Um ein Stimmungsbild zu zeichnen, hat MDR SACHSEN-ANHALT eine Umfrage zur Zukunft des Open-Air erstellt.

Insgesamt haben 5.258 Nutzer ihre Stimme bei dieser nicht-repräsentativen Umfrage abgegeben. Das Ergebnis ist eindeutig. Nur ein Drittel ist mit dem Standort des Domplatz Open Air zufrieden. Fast 70 Prozent der Teilnehmer wollen stattdessen, dass der Ort des Musicals verlegt wird. Eine Möglichkeit hierfür wäre das östliche Ufer der Elbe – mit Blick auf den Dom.

Gespräche für Lösung angekündigt

Während das Magdeburger Theater auf den großen Erfolg mit 22.000 Besuchern allein im vergangenen Jahr verweist, ärgern sich die Anlieger des Domplatzes über die langen Auf- und Abbauzeiten. "Der ganze Charme geht mit einem Mal verloren." klagt ein Café-Besitzer. "An dem Tag, an dem der Domplatz beginnt, den Charme einer aufgehübschten Baustelle zu entwickeln, gehen die Umsätze einfach nach unten, weil die Gäste mit dem verständlichen Argument weg bleiben, dass sie während ihrer Mittagspause nicht auf Bauzäune blicken wollen."

Sandra Yvonne Stieger, Geschäftsführerin der Magdeburg Marketing Kongress und Tourismus GmbH und Arno Frommhagen, Sprecher der IG Innenstadt hatten sich vergangene Woche positiv zum Domplatz Open Air geäußert. Beide gingen davon aus, dass das Domplatz Open Air ein kultureller und finanzieller Erfolg ist. Dennoch: Beide sind der Meinung, dass es Kompromisse benötigt – zum Beispiel, indem die Auf- und Abbauzeiten verkürzt werden. Die IG Innenstadt kündigte an, die Anrainer zu ihrer Sicht zu befragen.

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Blick auf den  Magdeburger Domplatz mit dem Dom im Hintergrund. Auf dem Platz sind eine Bühne und eine Tribüne aufgebaut.
Bildrechte: Theater Magdeburg/Andreas Lander

Quelle: MDR/ms

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 07. Juni 2018 | 09:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 11. Juni 2018, 12:14 Uhr

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11 Kommentare

13.06.2018 11:21 kein Otto 11

@ #10 was ist denn daran schön? Das Barby-Haus? Die Bank-Gebäude? Die Betonwüste selber? Ok, der Landtag und ein paar zugehörige Bauten sehen ja ganz nett aus.

Die beste Sicht auf den Dom hat man übrigens aus einem Heißluftballon, wen man damit vom Stadtpark aus in Richtung Westen fährt. Das ist aber für den normalen Touristen etwas unpraktiisch. Ansonsten ist die Hubbrücke der Fotostandort Nummer 1, wenn man ein schönes Bild vom Dom mit nach Hause nehmen will. Machen sie den Selbstversuch, fotografieren sie den Dom aus verschiedenen Perspektivenn und sie werden merken, daß der Domplatz nicht unbedingt der geeigneteste Standort ist.

13.06.2018 10:10 böse-zunge 10

Der Dom - frühe Gotik, also erheblich schlichter und weniger filigran als hochgotische Nachfolger.

Der Domplatz - das preuß. Stadtschloß steht auf dem ott. Dom, die Staatsbank auf Kirchenresten und Wehranlagen, die Nord-LB auf der alten Probstei/Meierei.
Der Reiz bei beiden ist ein eher spezieller, in Autobahngeschwindigkeit erschließt sich da gar nichts, tut mir leid. Schnell konsumieren lässt sich da wohl doch nur ein kulturelles Schnellgericht.
Und genau dagegen ging Tobias W. mit einem ganz eigenen Konzept von "Sommerkultur" hoch erfolgreich an.
Ich frage mich - wieviele, der von ihm kritisierten, haben (idealerweise aus eigenem Erleben) inzwischen erkannt was sie mit ihm davongejagt haben. Das es damals weniger pers. Beleidigung als eher Warnung vor einer Entwicklung war, die wir jetzt seit Jahren "genießen" dürfen und die nun in Ablehnung resultiert.
Siehe Ottofest - es wird nicht gelernt, aus gar nichts.

12.06.2018 21:01 Tommy 9

Falsch Herr kein Otto! Ich fahre ja auch nicht erst nach Stendal um mir Havelberg anzuschauen. Unser Domplatz ist sogar sehr schön und von Bauten von verschiedenen Epochen umgeben und die beste Sicht auf den Dom hat man nun mal wenn man mitten auf dem Domplatz steht.