500-jähriges Domjubiläum Magdeburger Dom wird zur Leinwand

Kevin Poweska
Bildrechte: MDR/Luca Deutschländer

Ob am Brandenburger Tor in Berlin oder zur Weihnachtszeit in New York: Lichtvisualisierungen begeistern weltweit und ziehen wahrlich in ihren Bann – bald auch am Magdeburger Dom, anlässlich des 500-jährigen Domjubiläums. Vom 27. September bis zum 4. Oktober erstrahlen die West- und Nordseite des Doms in einem ganz besonderen Licht. Abends werden hier Animationen mit Beamern auf die Fassaden des Doms projiziert. Insgesamt wird es 12 Veranstaltungen geben.

Der Magdeburger Dom mit Lichtvisualisierungen an der Fassade der langen Seite hin zum
Der Magdeburger Dom mit einer animierten 3D Visualisierung. Vom 27. September bis 04. Oktober können die Visualisierungen vor Ort betrachtet werden. Bildrechte: Visual Impression

Eine Geschichte, die ganz ohne Sprache auskommt – für Stefan Haberkorn, dem Initiator der Domvisualisierungen von "Magdeburg in Light", ist das eine große Besonderheit. "Es ist eine künstlerische Sprache, die für jeden Menschen auf der Welt verständlich ist", erklärt er die projizierten Geschichten. Damit meint er: Musik und Bild. "Es soll keine Dokumentation sein, sondern eine Show: Überraschend, erfrischend und künstlerisch", erklärt Haberkorn die Domvisualisierungen, in denen sich auch die Zeit mit Corona wiederfinden soll.

Manchmal mit Ironie, manchmal mit Witz – manchmal vielleicht sogar mit Horror. In der Story sind alle möglichen Gefühle drin. Die Fantasie des Betrachters spielt eine große Rolle.

Stefan Haberkorn, Initiator der Domvisualiserungen in Magdeburg

Domvisualisierungen zum 500 jährigen Domjubiläum

In der Zeit vom 27. September bis zum 03. Oktober erstrahlen die West- und Nordseite des Doms in einem ganz besonderen Licht.
Ein paar Eindrücke vorab.

Der Magdeburger Dom mit Lichtvisualisierungen von der Seite mit den zwei Türmen
Der Magdeburger Dom wird in der Zeit vom 27. September bis zum 03. Oktober veschiedene Geschichten erzählen. Bildrechte: Felix Paulin
Der Magdeburger Dom mit Lichtvisualisierungen von der Seite mit den zwei Türmen
Der Magdeburger Dom wird in der Zeit vom 27. September bis zum 03. Oktober veschiedene Geschichten erzählen. Bildrechte: Felix Paulin
Visual Impressions: Der Magdeburger Dom an der Westseite mit den Türmen und Lichtvisualisierungen an der Fassade
Insgesamt wird es 12 Vorstellungen geben. Zuerst vier auf der Westseite, mit den zwei Türmen und dann acht auf der Nordseite des Doms, hin zum Domplatz. Bildrechte: Visual Impression
Visual Impressions: Dom von vorne mit Lichtvisualisierungen an der Fassade an der Seite mit den beiden Türmen
Zwei Themen sollen durch die Visualisierungen dargestellt werden. Bildrechte: Visual Impression
Visual Impressions: Dom von vorne mit Lichtvisualisierungen an der Fassade an der Seite mit den beiden Türmen
Zum einen eine künstlerische Interpretation vom Bau des Doms in der Vergangenheit bis hin zum Magdeburger Dom der Zukunft. Bildrechte: Visual Impression
Der Magdeburger Dom mit Lichtvisualisierungen an der Fassade der langen Seite hin zum
Beim zweitenThema soll der Lebenszyklus eines Menschen dargestellt werden.   Bildrechte: Visual Impression
Der Magdeburger Dom mit Lichtvisualisierungen von der Seite mit den zwei Türmen
Insgesamt belaufen sich für das gesamte Projekt in diesem Jahr die Kosten auf 120.000 Euro – finanziert auch durch EU-Fördermittel. Bildrechte: Felix Paulin
isual Impressions: Der Magdeburger Dom mit Lichtvisualisierungen an der Fassade der langen Seite hin zum Domplatz.
Die Domvisualisierungen arbeiten auch mit dem Projekt zur Kulturhauptstadt 2025 zusammen. Bildrechte: Visual Impression
Der Magdeburger Dom mit Lichtvisualisierungen von der Seite mit den zwei Türmen
Auch im kommenden Jahr soll es Domvisualisierungen in Magdeburg geben. Bildrechte: Felix Paulin
Der Magdeburger Dom mit Lichtvisualisierungen von der Seite mit den zwei Türmen
Einige Sponsoren für das Vorhaben sind bereits gefunden. Bildrechte: Felix Paulin
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Ein großes Team für die Umsetzung

Eine bearbeitete Version der Lichtvisualisierungen vom Magdeburger Dom
So sehen die Planungen für die Domvisualisierungen aus. Die Vorbereitungen für das Projekt am Magdeburger Dom haben etwa ein dreiviertel Jahr gedauert. Bildrechte: Felix Paulin

Die Arbeit für die Visualisierungen am Magdeburger Dom habe fast ein dreiviertel Jahr gedauert, erklärt Haberkorn. Für den Mann aus dem Mansfeldischen ist sein großes Team ein wichtiger Faktor für die Realisierung des Projekts. Elektrik, Management und auch die erweiterte Organisation für die spezielle Corona-Situation müssen auf der einen Seite gestemmt werden. Bildliche Inhalte und die musikalische Bearbeitung bilden den zweiten Teil der Aufgabenliste. Es stecke ein Team aus 20 bis 30 Leuten dahinter. Seit Ende 2019 gibt es die konkreten Pläne für die Umsetzung am Magdeburger Dom. Dabei hat Haberkorn mit dem Dom als Video-Objekt schon lange geplant – doch ohne Erfolg, bis vor kurzem.

Die Idee das Ganze zu machen ist eigentlich alt – aber der Weg zur Umsetzung hat etwa 15 Jahre gedauert.

Stefan Haberkorn, 3D-Artist

Zahl der Besucher limitiert – kostenlose Tickets

Erschwerend kommt hinzu: Auch für das "Magdeburg in Light"-Event gelten die Coronaregeln. Stefan Haberkorn erklärt: "Maximal 1.000 Leute pro Vorstellung und zehn Quadratmeter Platz für die einzelnen Besuchergruppen." Wären diese Vorgaben so nicht gewesen, bräuchte man keine Abgrenzungen und es könnten sich unbegrenzt Zuschauer die Visualisierungen an den Domfassaden anschauen. "Wir haben ein Hygienekonzept erstellt und das sieht auch vor, dass der gesamte Domplatz abgesperrt werden muss", erklärt Stefan Haberkorn die Situation unter den speziellen Bedingungen.

Der Initiator versichert aber, dass die Vorstellungen per Online-Streaming auch für die Menschen Hause zu sehen sein würden. Aus gegebenem Anlass müssten die Besucher erfasst werden – dies geschehe über die personalisierten Tickets. Die Daten für die Reservierung seien für die Verfolgung von möglichen Infektionsketten wichtig. Die kostenlosen Tickets gibt es bereits seit Dienstag per Online-Anmeldung.

Wann sind die Vorstellungen?

An der Westseite des Doms – die Seite mit den Türmen – wird es am 27. und 28. September insgesamt vier Veranstaltungen mit Lichtprojektionen geben. Acht weitere folgen dann vom 1. bis zum 4. Oktober an der Nordseite – hin zum Domplatz.
Die Veranstaltungen finden dann je zwei Mal täglich statt: Einmal um 21 Uhr und um 23 Uhr.

Sechs Beamer werfen zwei Geschichten an den Dom

Mit den Domvisualisierungen sollen den Zuschauern Geschichten erzählt werden. Dabei gibt es laut Haberkorn zwei verschiedene Storys: Zum einen eine künstlerische Interpretation vom Bau des Doms in der Vergangenheit bis hin zum Magdeburger Dom der Zukunft. Beim zweiten Thema soll der Lebenszyklus eines Menschen dargestellt werden.

Sechs Beamer, die für die Lichtvisualisierungen sorgen
Diese sechs 15.000 Lumen-Beamer projizieren die Bilder an die Domfassaden. Bildrechte: Felix Paulin

Unterstützung erhält das Event von internationalen DJs, die ihre Musik für die Begleitung zur Verfügung gestellt hätten, erklärt Haberkorn stolz. Er betont, dass der technische Aufwand, um die Bilder an den Dom zu bekommen, nicht zu unterschätzen sei. "Die Bilder kommen über sechs Beamer an die Fassaden des Doms." Dabei würden je drei Beamer ein Bild ergeben. Diese drei Beamer müssten perfekt miteinander synchronisiert sein. Eine Software berechne die spezielle Lichtaddition, so der 3D-Künstler. "Das heißt, ich habe drei 15.000 Lumen Beamer, die ein helles Bild machen", sagt Haberkorn. Ein kleinster Ruckler könne zu einer Neukalibrierung führen.
Auf der Westseite, die Seite mit den beiden Türmen, sollen zudem zwei Bilder gleichzeitig entstehen: eins oben und eins unten. Habernkorn verspricht, dass durch die Bilder im oberen Bereich "die Spitze des Doms auch mindestens einen Kilometer zu sehen sein wird."

120.000 Euro Kosten für 12 Veranstaltungen

Die Kosten für das Projekt kann der Sachsen-Anhalter unter anderem durch EU-Fördermittel stemmen. Insgesamt belaufen sich die Ausgaben für das gesamte Projekt in diesem Jahr auf 120.000 Euro. Doch Stefan Haberkorn schaut weiter: Für ihn soll dieses Projekt nicht eine einmalige Sache bleiben. Vielmehr möchte er auch in den kommenden Jahren seine Idee immer weiter vergrößern. Da eine enge Zusammenarbeit mit dem Projekt "Kulturhauptstadt 2025" besteht, sei zumindest für das kommende Jahr schon wieder einiges geplant, erzählt Haberkorn. Einige Sponsoren für die folgenden Jahre sind laut dem Initiator bereits gefunden.

Kevin Poweska
Bildrechte: MDR/Luca Deutschländer

Über den Autor Kevin Poweska arbeitet trimedial im Funkhaus von MDR SACHSEN-ANHALT. Aktuell ist er den letzten Zügen des Bachelor-Studiengangs Journalismus an der Hochschule Magdeburg-Stendal. Während seines Studiums absolvierte er bereits ein Praktikum bei der Braunschweiger Zeitung.

In seiner Freizeit ist er gerne sportlich aktiv: Seine Hauptambitionen liegen in den Sportarten Basketball, Tennis und Fußball – aber auch da probiert er sich gerne immer wieder neu aus. Zudem ist er journalistisch sportlich voll dabei: Kevin Poweska führt einen Blog zu den Deutschen Tennisherren und steht dabei mit den Spielern für Postgame-Interviews in regem Kontakt.

Quelle: MDR/pow

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 25. September 2020 | 16:40 Uhr

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