Windkraftanlagen-Bauer Enercon streicht noch mehr Stellen in Magdeburg

Beim Windkraftanlagen-Bauer Enercon werden offenbar noch mehr Mitarbeiter entlassen als bisher gedacht. Das Unternehmen begründet das mit der Tatsache, dass viele Partner und Zulieferer ebenfalls betroffen seien.

Kevin Poweska
Bildrechte: MDR/Luca Deutschländer

von Kevin Poweska, MDR SACHSEN-ANHALT

Die Zufahrt zum Enercon-Werk in der Landeshauptstadt.
Enercon streicht in Magdeburg mehr Stellen als bisher angekündigt. Bildrechte: dpa

Der Windanlagen-Hersteller Enercon will am Standort mehr Mitarbeiter entlassen als bislang angekündigt. Bisher hatte das Unternehmen von 1.500 Stellen gesprochen – jetzt sollen es gut 1.600 Stellen sein, die gestrichen werden.

Unternehmenssprecher Felix Rehwald sagte MDR SACHSEN-ANHALT: "Wir haben immer gesagt, dass es eine vorsichtige Schätzung für das Jahr 2020 ist. Wir reden hier von der Gesamtbetroffenheit in der Zentralverwaltung und bei den Produktionspartnern, den Blattwerken, die keine Aufträge mehr in Deutschland bekommen werden. Aber eben auch von den weiteren Produktionspartnern, die nicht zu 100 Prozent für Enercon produzieren, bei denen wir die Auftragsvolumen anpassen müssen."

Bei der Rothenseer Rotorblattfertigung werden noch 20 Mitarbeiter über den 31. März hinaus beschäftigt, um bereits erteilte Enercon-Aufträge abzuwickeln. Die übrigen knapp 400 Mitarbeiter sollen demnach bis 31. März 2020 gehen müssen.

Diese Stellen werden in Magdeburg gestrichen

  • Rothenseer Rotorblattfertigung: 402 Mitarbeiter
  • Großrotoblattfertigung: 475 Mitarbeiter
  • Generatorenfertigung: 110 Mitarbeiter
  • Zentrale Verwaltung: 40 Mitarbeiter
  • Sowie 600 Leiharbeiter

Enercon sieht sich schweren Vorwürfen beim Umgang mit den eigenen Mitarbeitern ausgesetzt. Diese gaben an, bei Einstellungsgesprächen nach einer Gewerkschaftsmitgliedschaft gefragt worden zu sein. Das ist aber verboten. Außerdem wurden in Niedersachsen Gewerkschaftsmitglieder aufgefordert, das Firmengelände zu verlassen und Flugblätter entfernt. Enercon weist die Vorwürfe zurück. Man wolle die Mitarbeiter bei der Neuausrichtung des Unternehmens miteinbeziehen, sagte Rehwald.

Unternehmen will auf Instandsetzung bauen

So will Enercon den Standort Deutschland nicht aus den Augen verlieren. "Wir bekennen uns zu den Standorten Aurich und Magdeburg. Wir ziehen uns nicht aus Deutschland zurück. Wir müssen nur schauen, inwieweit die Neuausrichtung in Deutschland das internationale Geschäft unterstützen kann", sagt Rehwald. Auch in Magdeburg wolle das Unternehmen weiter präsent sein.

Laut Enercon-Chef Hans-Dieter Kettwig soll der Schwerpunkt des Unternehmens in Magdeburg künftig auf Recycling und Repowering liegen – also der Instandsetzung von Windkraftanlagen.

Kevin Poweska
Bildrechte: MDR/Luca Deutschländer

Über den Autor Kevin Poweska ist Praktikant bei MDR SACHSEN-ANHALT. In seinem Praktikum ist er trimedial im Funkhaus unterwegs. Aktuell ist er im fünften Semester seines Bachelors Studiengangs Journalismus an der Hochschule Magdeburg-Stendal. Während seines Studiums absolvierte er bereits ein Praktikum bei der Braunschweiger Zeitung. Freizeit ist Kevin gerne sportlich aktiv: Seine Hauptambitionen liegen in den Sportarten Basketball, Tennis und Fußball – aber auch da probiert er sich gerne immer wieder neu aus. Zudem ist er journalistisch sportlich voll dabei: Kevin führt einen Blog zu den Deutschen Tennisherren und steht dabei mit den Spielern für Postgame-Interviews in regem Kontakt.

Quelle: MDR/mx

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 22. November 2019 | 05:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 22. November 2019, 10:29 Uhr

2 Kommentare

Kelte vom Oechsenberg vor 2 Wochen

nur mal so als Randbemerkung: in ....14 Dörfern und Städten gibt es irgendwelche Bürgerinitiativen, die sich gegen Erdkabel, Stromtrassen und was weiß ich noch was wehren und sich dann beschweren, daß Unternehmen aus diesem Geschäftsfeld Arbeitsplätze abbauen. Aber jeder will Strom aus der Dose haben. Eventuell sollten sich mal einige dieser Leute in den Keller setzen und den heimischen Dynamo in Bewegung bringen. Noch `ne Anmerkung an "lummox" und/oder "kennemich", von euch beiden hat keiner eine Ahnung von politischer Willenskraft und/oder Umsetzung und von privatwirtschaftlicher Gewinnerzielung. Was hat der "Fall enercon" mit 30 Jahren nach dem Mauerfall zutun? Ist ja fast so wie, ich wurde 1956 geboren aber 1954 war noch kein Kindergartenplatz frei!!!!!

kennemich vor 2 Wochen

Ist nicht wieder mal ein Schag gegen die AN in Deutschland?

Erst große Sprüche mit Arbeitsplätzen und Energiewende machen und dann kommen wie bei der Solarindustrie die Dinger wohl aus dem Ausland ???

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