Deutliche Kritik an der Bundesregierung Trümper zu Stellenabbau bei Enercon in Magdeburg: "Politische Katastrophe"

Die geplanten Massen-Entlassungen bei Enercon in Magdeburg sorgen für Verstimmung in der Landeshauptstadt. Oberbürgermeister Trümper sieht die Bundesregierung wegen falscher Energiepolitik in der Mitverantwortung – und verlangt jetzt Hilfe für Magdeburg.

Die Zufahrt zum Enercon-Werk in der Landeshauptstadt.
Bei Enercon in Magdeburg sollen rund 1.500 Stellen wegfallen. (Archivfoto) Bildrechte: dpa

Nach dem angekündigten massiven Stellenabbau bei Enercon hat Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) schwere Vorwürfe gegen die Bundesregierung erhoben. Trümper sagte MDR SACHSEN-ANHALT, was in Berlin "verzapft" worden sei, sei "politisch eine ganz große Katastrophe". Weil die Bundesregierung nicht in der Lage sei, eine "vernünftige Energiepolitik" zu machen, seien in Magdeburg insgesamt schon 3.500 Stellen bei Enercon weggefallen. Einst hatten rund 5.000 Menschen am Standort Magdeburg gearbeitet.

Dr. Lutz Trümper vor Stadtkulisse mit Dom und Elbe
Bildrechte: Landeshauptstadt Magdeburg

Wir haben eine eigentlich moderne Technologie entwickelt, die dazu dienen soll, die Energiewende einzuleiten. Wie soll das gehen ohne Atomstrom, ohne Kohlestrom und jetzt auch ohne Windstrom? Das ist doch eine völlig absurde Politik, die hier gemacht wird. Berlin ist dran, damit dieser Wahnsinn ein Ende hat.

Lutz Trümper (SPD) Oberbürgermeister von Magdeburg


"Das", so Trümper, "ist dramatisch für den Maschinenbaustandort Magdeburg". Der sei in den vergangenen Jahren schließlich auch mit viel Fördergeld – also Geld vom Steuerzahler – wieder aufgebaut worden. Trümper sprach deshalb von massiver Steuerverschwendung. Die Bundesregierung forderte er auf, Magdeburg nun nicht hängen zu lassen. Dass allein in einer Branche 3.500 Stellen in der Landeshauptstadt gestrichen worden sind, habe ähnliche Ausmaße wie in den Kohleregionen. "Der Bund muss helfen", sagte der Rathauschef.

Windenergie-Branche in Schwierigkeiten

Dass die Windenergie-Branche in Schwierigkeiten stecke, sei absehbar gewesen. In den vergangenen Jahren seien kaum mehr Windenergieanlagen aufgestellt worden. "Da ist es völlig klar, dass es bei den Unternehmen dann nicht weitergeht." Trümper kündigte gemeinsame Gespräche der Stadt mit Jobcenter und Arbeitsagentur an. "Wir werden uns schlau machen, was wir tun können, um den Mitarbeitern zu helfen."

Enercon: Schritt ist "alternativlos"

Der Windanlagenhersteller Enercon hatte am Freitag angekündigt, am Standort Magdeburg rund 1.500 Stellen zu streichen. Betroffen ist unter anderem die Rotorblattfertigung im Stadtteil Rothensee, die zu Enercon gehört. Das Unternehmen begründete seinen Schritt mit einem "drastischen Einbruch des Windenergiemarktes". Man bedauere die Entscheidung. Sie sei aber alternativlos, sagte ein Unternehmenssprecher am Freitagabend.

Quelle: MDR/ld

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 09. November 2019 | 12:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 11. November 2019, 21:11 Uhr

23 Kommentare

Rain Man vor 3 Wochen

Trümper hat gut reden - in Magdeburg bringen ja schließlich auch keine lärmenden Windräder die Menschen um Schlaf und Gesundheit! Krankmachende Windräder dürfen exklusiv nur die Landbevölkerung und dort lebende Tierwelt aushalten!

Der krankmachende Windkraftwahnsinn muss ein Ende haben, bevor unsere Natur komplett zerstört wird.

Heimatloser vor 3 Wochen

@MartinausMD,
Dynamo!Ja,ich habe mir bereits Dynamotaschenlampen gekauft.
Eine tolle Sache!
Ob aber diese Bundesregierung linkskonsequent ist,bezweifle ich.
Nein,sie ist nicht linkskonsequent.Das hat nur den Anschein.Der Bürger im
Land empfindet das so.Mehr nicht.Dazu hat die SPD von ihrer ehemaligen
linksorientierung (Arbeiterpartei) abgelegt.Ja,na klar gehen wir harten Energie-
zeiten engegen.Meine Frau hat schon begonnen warme Wollsocken zu stricken.
Dann sitzen wir mit Decke,Strickjacke und Wollsocken in der Stube.Und lesen
mit Dynamotschenlampe ein Buch.Lesen bildet ja.
Wir sind Rentner,wir dürfen das.

Heimatloser vor 3 Wochen

@Kritiker,
und wieder "Beifall" von mir.
Und die Seinkohle auf Halde im Ruhrgebiet?
Kann man die nicht auch veredeln?"Vor vielen,vielen Jahren hat die DR der DDR mit ihren schweren Güterlokomotiven mehr transportiert als heute....."
Bis zu 30 Waggongs wurden gezogen.Und das bei nur 10% Auslastung der
Energiezufuhr.Selbst Steigungen in den Harz (Wernigerode) wurden bewäl-
tigt.Über die Marktwirtschaft und die dazugehörige Politik will ich mich nicht
äußern.Sonst werde ich wieder ein Opfer der Zensur.

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