Umgang mit Mitarbeitern Gewerkschaft erhebt massive Vorwürfe gegen Enercon

Der Windkraftanlagenbauer Enercon will allein in Magdeburg bis zu 1.500 Stellen streichen. Den Mitarbeitern sollen im Herbst kommenden Jahres Sozialpläne angeboten werden. Schon vor den Massenentlassungen sieht sich das Unternehmen massiver Kritik ausgesetzt – wegen des Umgangs mit Mitarbeitern.

Kevin Poweska
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von Kevin Poweska, MDR SACHSEN-ANHALT

Enercon
Der Windkraftanlagenbauer Enercon sieht sich massiver Vorwürfe der Gewerkschaft IG Metall ausgesetzt. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Nach dem angekündigten Stellenabbau sieht sich der Windkraftanlagenbauer Enercon massiven Vorwürfen beim Umgang mit seinen Mitarbeitern ausgesetzt. Ein Enercon-Mitarbeiter aus Magdeburg, der unerkannt bleiben möchte, sagte im Gespräch mit MDR SACHSEN-ANHALT: "Bei Enercon wird bei Einstellungsgesprächen schon nach einer Gewerkschaftsmitgliedschaft gefragt, obwohl das bei einem Einstellungsgespräch gar nicht erlaubt ist. Und da ist das gleich ein Tabu – die werden gar nicht eingestellt."

Sollte das wirklich so sein, dann ist das schon eine Ungerechtigkeit sondergleichen.

Helmut Giesecke IG Metall Magdeburg/Schönebeck

Helmut Giesecke von der IG Metall Magdeburg/Schönebeck ist empört, wenn er die Worte des Enercon-Mitarbeiters hört: "Sollte das wirklich so sein, dann ist das schon eine Ungerechtigkeit sondergleichen." Giesecke sprach bei MDR SACHSEN-ANHALT von einer "totalen Ungleichbehandlung". Sollte sie sich bewahrheiten, sei das "ungerecht und unklug", betonte Giesecke. "Viele IG Metall-Mitglieder sind beste Facharbeiter – da entgeht auch Enercon als Unternehmen einiges an potenziellen hochqualifizierten Fachkräften."

Gewerkschaftler werden gemieden und Flugblätter entfernt

In Niedersachsen waren am Freitagnachmittag Gewerkschaftler am Betriebsgelände eines Enercon Betriebes von der Sicherheitsfirma aufgefordert wurden, das Gelände zu verlassen – offiziell aus versicherungstechnischen Gründen. Auch Flugblätter, die an die Windschutzscheiben von Autos der Mitarbeiter angebracht wurden, wurden nach Informationen von MDR SACHSEN-ANHALT von Sicherheitsleuten entfernt. Enercon soll seinen Mitarbeitern nach Angaben von IG Metall ein weiteres Tor zum Verlassen des Betriebsgeländes geöffnet haben, damit sie den Gewerkschaftlern aus dem Weg gehen können.

"Die Mitarbeiter werden auch unter Druck gesetzt", berichtet Thomas Gelder, erster Bevollmächtigter der IG Metall Leer-Papenburg in Niedersachsen. Gelder sagte MDR SACHSEN-ANHALT: "Die Mitarbeiter müssen alles hinnehmen und sollen den Kontakt zur IG Metall und der Presse meiden. Ihnen wird gesagt, dass dies auch Einfluss auf die Höhe der Abfindung haben wird."

Enercon weist Vorwürfe zurück

Unternehmenssprecher Felix Rehwald weist die Vorwürfe der Gewerkschaft allerdings zurück: "Enercon übt keinerlei Druck aus und schüchtert nicht ein. Das sind pauschale Vorwürfe, die wir in keiner Weise nachvollziehen können." Enercon pflege einen offenen Umgang. Man wolle die Mitarbeiter bei der Neuausrichtung des Unternehmens miteinbeziehen, sagte Rehwald. "Wir kommunizieren über die Thematik regelmäßig im Intranet."

Kevin Poweska
Bildrechte: MDR/Luca Deutschländer

Über den Autor Kevin Poweska ist Praktikant bei MDR SACHSEN-ANHALT. In seinem Praktikum ist er trimedial im Funkhaus unterwegs. Aktuell ist er im fünften Semester seines Bachelors Studiengangs Journalismus an der Hochschule Magdeburg-Stendal. Während seines Studiums absolvierte er bereits ein Praktikum bei der Braunschweiger Zeitung. Freizeit ist Kevin gerne sportlich aktiv: Seine Hauptambitionen liegen in den Sportarten Basketball, Tennis und Fußball – aber auch da probiert er sich gerne immer wieder neu aus. Zudem ist er journalistisch sportlich voll dabei: Kevin führt einen Blog zu den Deutschen Tennisherren und steht dabei mit den Spielern für Postgame-Interviews in regem Kontakt.

Quelle: MDR/ld

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 21. November 2019 | 15:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 21. November 2019, 14:15 Uhr

3 Kommentare

Elsburg vor 2 Wochen

Elsburg

Ist doch klar, daß das bald kommen mußte war zu erwarten, nachdem Bundesregierung schon Taten- +wirkungslos die Solarbranche in den Tod durch ssistisches Dumping in sicheren Tod treiben +ableben ließ!
Die alte Energiellobby für Atom- +Kohlestrom hat das aus Hintergrund partei-spendabel vereirklichen lassen - mit zig Mrd'DM ins Leben gerufen +jahrzehntelang am DM'tropf hängend künstlich ernährt am Leben gehalten wurde ... um die abgeschriebenen Altanlagen noch längér nutzen zu können.
So zuletzt bestätigend jugendlicher frische Franz ALt-FAZ-Pensionär am 20.11'19 -1.tv bei Maischberger.
Es ist die gleiche Strickmuster-masche der D-Kfz'hersteller,die zu Abwrack- +Elekto-Prämien noch krimminell raffend Diesel-gate inszenierte, um AKtanlagen länger nutzen zu können!
Weder rechtsstaatlich iS billig +gerecht denkender Bürger noch gemäß soziale MARKTwirtschaft handelnd wird nun auch Windkraft mit sozialistischer Planwirtschaft geopfert durch CDU/CSU-SPD/DGB rekommunalisI !erte RWE

Steffen 1978 vor 2 Wochen

Mit einer kompetenten Landes-und Bundesregierung hätten wir nicht diesen Rückgang an Errichtung von Windkraftanlagen und alle könnten Job weiter ausüben

Norbi vor 2 Wochen

Facharbeiter wachsen nicht an den Bäumen.

Das ist immer noch nicht bei jedem Unternehmen angekommen.

Gute Mitarbeiter sind das Größte Kapital eines Unternehmen.
Wertschätzung der Mitarbeiter,bindet Mitarbeiter an Unternehmen.

Enercon ist das beste Beispiel,wie wichtig Gewerkschaftsarbeit ist.

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