Strombrückenzug
Blick in die Zukunft: Das Bauwerk soll künftig die bestehende Strombrücke verlängern und die hochwassergeschädigte Anna-Ebert-Brücke vom Verkehr entlasten. Bildrechte: Bauwerksentwürfe Leonhardt, Andrä und Partner und VI-EX Visualisierung

Auftragsvergabe an Baufirma Stadtrat entscheidet über neue Strombrücke in Magdeburg

Nach den Kommunalwahlen trifft sich der scheidende Magdeburger Stadtrat am Donnerstag zu seiner letzten Sitzung. Und es steht eine mit Spannung erwartete Entscheidung an: Es soll Klarheit geben über den Bau der Strombrücke.

Strombrückenzug
Blick in die Zukunft: Das Bauwerk soll künftig die bestehende Strombrücke verlängern und die hochwassergeschädigte Anna-Ebert-Brücke vom Verkehr entlasten. Bildrechte: Bauwerksentwürfe Leonhardt, Andrä und Partner und VI-EX Visualisierung

Im Jahr 2012 hat die Stadt Magdeburg mit ersten Planungen für die neue Strombrücke über die Elbe begonnen. Im November 2017 starteten die Bauvorbereitungen. Doch eine neue Brücke ist weiterhin nicht in Sicht. Am Donnerstag soll der Stadtrat darüber entscheiden, welche Firma bauen darf. Die Entscheidung steht nicht zum ersten Mal an.

Hintergrund ist der Rechtsstreit zwischen zwei Baufirmen. Die Stadt hatte bereits im Dezember 2017 eigentlich der Bietergemeinschaft Züblin/Strabag den Zuschlag erteilt. Der im Verfahren zweitplatzierte Bieter Hochtief ging jedoch dagegen vor. Der Streit ging durch mehrere Instanzen. Im April urteilte das Oberlandesgericht in Düsseldorf, dass die Stadt neu entscheiden muss, welche Firma den Strombrückenzug baut.

Nach Informationen von MDR SACHSEN-ANHALT folgten die Richter der Auffassung von Hochtief. Der Konzern hatte beklagt, dass die Referenzen des Gewinners der Ausschreibung nicht ausreichen.

Warum der Fall in Düsseldorf verhandelt wurde

Der Widerspruch des zweitplatzierten Bieters Hochtief ist zunächst von der Landeskammer in Halle geprüft worden. Weil der Auftrag nicht nur aus Landes-, sondern auch aus Bundesmitteln finanziert wird, musste dieser an die Vergabekammer des Bundes übergeben werden. Diese hat ihren Sitz in Bonn und gehört zum Bundeskartellamt. Die Vergabekammer in Bonn stoppte die Vergabe des Auftrages an den erstplatzierten Bieter Züblin/Strabag. Dieser klagte wiederum vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf.

Im nicht-öffentlichen Teil der Sitzung am Donnerstag will der Stadtrat nun über eine Vergabe an den zweitplatzierten Bieter Hochtief entscheiden.

Wie hoch die Baukosten am Ende sein werden, ist nicht bekannt. Weil inzwischen so viel Zeit vergangen ist, sind die Baufirmen nicht mehr an ihre alten Gebote gebunden. Im Dezember 2017 war von Gesamtkosten von 107 Millionen Euro die Rede. Auch der zunächst geplante Fertigstellungstermin für die Brücke ist schon lange nicht mehr zu halten: März 2020.

Quelle: MDR/kb

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 13. Juni 2019 | 06:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. Juni 2019, 08:29 Uhr

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4 Kommentare

13.06.2019 15:43 Einheimischer 4

Jetzt erst recht!
Die Stadt sollte einfach der Bietergemeinschaft Strabag/Züblin den Zuschlag geben. Basta! Hochtief ist nicht der Nabel der Welt.
Es ist schon seltsam,wie dieser Konzern versucht,an Aufträge zu kommen.Und wenn sich dieses Klagen durch die Instanzen durchsetzt,na dann Prost Mahlzeit!

13.06.2019 13:12 realist 3

Neuausschreibung wäre das sinnvollste, dazu fehlt aber die Zeit. Wenn Hoch/tief jetzt seinen Willen kriegt,braucht man sich an kein Angebot mehr halten, denn die Zahlen sind überholt. Also kann man der Stadt Magdeburg jetzt unterschieben, was man will. Keiner kommt dann noch hinterher. Hurra, wir haben ein Millionengrab "Tunnel 2". Hochtief wirds freuen. Erinnerungen werden wach: War da nicht vor langer Zeit etwas mit dem Bau des Citycarree? Hochtief hatte, glaub mich zu entsinnen, damals seine Finger auch mit im Spiel.

13.06.2019 09:33 Mane 2

Wie überall diese Verzögerung in Deutschland. Ich würde eine Ausländische Firma nehmen,da ist die Qualität spitze!

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