Bauvorbereitungen und Sanierung an der Anna-Ebert-Brücke in Magdeburg
Die Anna-Ebert-Brücke kann nicht mehr so stark belastet werden wie früher. Bildrechte: MDR/Kalina Bunk

Stadtratsentscheidung Hochtief soll neue Strombrücke in Magdeburg bauen

Es ist der zweite Anlauf für eines der größten Bauprojekte in Magdeburg: Der Stadtrat hat entschieden, dass die Firma Hochtief die neue Strombrücke über die Elbe bauen darf. Vorangegangen war ein Rechtsstreit, der den Zeitplan für das Projekt durcheinander gewirbelt hat.

Bauvorbereitungen und Sanierung an der Anna-Ebert-Brücke in Magdeburg
Die Anna-Ebert-Brücke kann nicht mehr so stark belastet werden wie früher. Bildrechte: MDR/Kalina Bunk

Der Stadtrat von Magdeburg hat bei seiner Sitzung am Donnerstagabend entschieden, dass die Bietergemeinschaft um Hochtief den Zuschlag für den Neubau der Strombrücke erhält. Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) sagte, das Bauvorhaben sei dringend notwendig und dulde keinen weiteren Aufschub.

"Durch das Vergabenachprüfungsverfahren müssen wir bereits einen Bauverzug von knapp eineinhalb Jahren hinnehmen", so Trümper. Jeder zusätzliche Monat bedeute weitere Bauzeitenverlängerung und höhere Kosten.

Vorangegangener Rechtsstreit

Im April hatte das Oberlandesgericht in Düsseldorf entschieden, dass die Stadt neu über die Vergabe entscheiden muss. Diese hatte eigentlich bereits im Dezember 2017 der Bietergemeinschaft Züblin/Strabag den Zuschlag erteilt. Der im Verfahren zweitplatzierte Bieter Hochtief ging jedoch durch mehrere Instanzen dagegen vor.

Grundlage für die neue Vergabe ist laut Stadt das von Hochtief eingereichte Angebot von Ende 2017. Wie die Stadt mitteilte, darf das Angebot laut Gesetz nicht geändert werden – auch wenn die ursprünglich ausgeschriebenen Fristen und Termine nun nicht mehr eingehalten werden können. Erst nach dem Zuschlag dürfe der Bauvertrag neu angepasst werden.

Bau kann starten So soll der neue Strombrückenzug in Magdeburg aussehen

Die Strombrücke in Magdeburg ist eine der wichtigsten Elbquerungen der Stadt. Doch sie ist in die Jahre gekommen, ebenso die Anna-Ebert Brücke über die Alte Elbe. Das sind die Pläne für den neuen Brückenzug.

Entwurf einer Brücke in der Magdeburger Innenstadt
So soll der neue Strombrückenzug aussehen, wenn er fertig ist. Bildrechte: Bauwerksentwürfe Leonhardt, Andrä und Partner und VI-EX Visualisierung
Entwurf einer Brücke in der Magdeburger Innenstadt
So soll der neue Strombrückenzug aussehen, wenn er fertig ist. Bildrechte: Bauwerksentwürfe Leonhardt, Andrä und Partner und VI-EX Visualisierung
Entwurf einer Brücke, die über zwei Flußarme führt
Geplant ist ein Neubau des gesamten Strombrückenzuges bis in den Stadtteil Brückfeld. Bildrechte: Bauwerksentwürfe Leonhardt, Andrä und Partner und VI-EX Visualisierung
Entwurf einer Brücke in einer Stadt mit Hochhäusern
Künftig sollen Verkehrsteilnehmer ohne Kurven und Verengung auf die andere Elbseite gelangen. Bildrechte: Bauwerksentwürfe Leonhardt, Andrä und Partner und VI-EX Visualisierung
Entwurf einer beleuchteten Brücke bei Nacht
Auch bei Nacht soll der neue Strombrückenzug ein optisches Highlight in der Landeshauptstadt werden. Bildrechte: Bauwerksentwürfe Leonhardt, Andrä und Partner und VI-EX Visualisierung
Entwurf einer Straße mit Autos und einer Straßenbahnhaltestelle
Autos und Straßenbahnen müssen sich künftig den Platz über die Elbe nicht mehr teilen. Es soll über den gesamten Strombrückenzug getrennte Fahrbahnen geben. Bildrechte: Bauwerksentwürfe Leonhardt, Andrä und Partner und VI-EX Visualisierung
Die Strombrücke in Magdeburg – Stadteinwärts
Noch sieht die Strombrücke so aus. Bildrechte: MDR/Jörn Rettig
Die Elbe in Magdeburg mit Blick auf den Strombrückenzug und den Dom
Die jetzige Strombrücke stammt aus dem Jahr 1965. Bildrechte: MDR/Hanns-Georg Unger
Das Hochwasser der Elbe am Sonntag (09.06.2013) an der Anna Ebert Brücke in Magdeburg.
Die Anna-Ebert Brücke schließt an die Strombrücke an. Sie wurde beim Hochwasser 2013 stark beschädigt. Bildrechte: IMAGO
Die Bauarbeiten am Brückenzug in Magdeburg
Seit Jahren laufen Sanierungsarbeiten. Die Anna-Ebert Brücke steht unter Denkmalschutz. Bildrechte: MDR/Hanns-Georg Unger
Fahrräder, Autos und Fußgänger überqueren die Anna-Ebert-Brücke in Magdeburg
Die Anna-Ebert Brücke ist bisher ein Nadelöhr. Die Brücke stammt aus dem 19. Jahrhundert und ist den heutigen Anforderungen nicht mehr gewachsen.

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 14.06.2019 | 6:30 Uhr

Quelle: MDR/jw
Bildrechte: MDR/Pia Uffelmann
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Offener Baubeginn

Nach Angaben von Trümper wird alles daran gesetzt, noch in diesem Jahr mit den Arbeiten beginnen zu können. "Der Baubeginn ist jedoch abhängig von den Kapazitäten, der Auftragslage des Bauunternehmens und nicht zuletzt von den zusätzlichen Fördermitteln", so der Oberbürgermeister.

Die ersten Planungen für die neue Strombrücke gab es schon im Jahr 2012. Das Bauwerk soll den Osten der Stadt mit dem Zentrum verbinden und die hochwassergeschädigte Anna-Ebert-Brücke vom Verkehr entlasten. Die vorbereitenden Arbeiten begannen 2017.

Entwurf einer Brücke in einer Stadt mit Hochhäusern
Straßenbahnen und Autos sollen künftig die neue Strombrücke nutzen (Visualisierung). Bildrechte: Bauwerksentwürfe Leonhardt, Andrä und Partner und VI-EX Visualisierung

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Bildrechte: Bauwerksentwürfe Leonhardt, Andrä und Partner und VI-EX Visualisierung

Quelle: MDR/kb,fl

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT | 13. Juni 2019 | 21:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 14. Juni 2019, 11:14 Uhr

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9 Kommentare

15.06.2019 11:08 Didi 9

Wenn jetzt noch der Tunnelbauer klagt dann Prostmalzeit die wissen wie mann den Stadtrat übern Tisch ziehen kann bei dieser Inkompetenz von Trümper u.seine Schergen

15.06.2019 10:45 HT 8

Bitte einplanen: Die Brücke wird garantiert viel teurer.
Das garantiert schon Hochtief.

14.06.2019 18:21 Lotti 7

Für alles ist Magdeburg Geld da. Trümper lässt den
Tunnel bauen ( mit riesigen Mehrkosten ), er läßt locker mal ganz schnell das Stadion für 12 Mio umbauen, er läßt neue Brücken bauen ( mit riesigen Mehrkosten ), er läßt neue Strassenbahnlinien bauen
usw. usf. aber unter seiner SPD Flagge als Vorstandsvorsitzender von SWM verteuern sich die Strompreise, verteuern sich die Fahrpreise der Strassenbahnen, verteuern sich die Preise für Kinderbetreungsplätze usw.
Seltsam das alle gewählten Stadträte da mitmachen und nicht an ihre Wähler denken !!!!!!!!!!!!!

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