Zum ersten Mal waren Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Stahlknecht und Landtagsmitglied Tobias Krull im Vereinsheim von eSports Magdeburg.
Die Politiker Holger Stahlknecht und Tobias Krull (2. und 3. v.l.) besuchen den Verein eSports Magdeburg. Bildrechte: MDR/Maria Manneck

eSports Magdeburg: Politik trifft Gamer

Zum ersten Mal waren Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Stahlknecht und Landtagsmitglied Tobias Krull im Vereinsheim von eSports Magdeburg. Ein erster Einblick, der für den Vorsitzenden Martin Müller mit Hoffnungen für die eSports-Zukunft verbunden sind.

von Johanna Daher, MDR SACHSEN-ANHALT

Zum ersten Mal waren Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Stahlknecht und Landtagsmitglied Tobias Krull im Vereinsheim von eSports Magdeburg.
Die Politiker Holger Stahlknecht und Tobias Krull (2. und 3. v.l.) besuchen den Verein eSports Magdeburg. Bildrechte: MDR/Maria Manneck

So einen Besuch macht Innenminister Holger Stahlknecht nicht alle Tage. Montag war er beim Verein eSports Magdeburg. "Der Kontakt entstand vor allem über Tobias Krull. Ich hatte ihm vor etwa 1,5 Jahren das eSports-Event 'ESL ONE' in Köln empfohlen. Dort war er und ist seit dem vom eSports sehr angetan", sagt der Vereinsvorsitzende Martin Müller.

Vor Ort konnten sich die beiden Politiker dann selbst überzeugen, wie professionell die Vereinsmitglieder spielen. "Einer unserer Gamer hat ihnen das Spiel StarCraft gezeigt. Der Minister war beeindruckt, wie schnell er mit seine Händen ist", meint Müller. Seit kurzem hat das Team nicht nur die PlayStation im Vereinsheim, sondern auch Computer. "Wir müssen das alles selbst bezahlen, weil wir in keinen Fördertopf fallen, da wir nicht gemeinnützig sind", so der Vorsitzende weiter.

Ein Antrag für Gemeinnützigkeit

Der Besuch der beiden Politiker war eher informativ, um Einblick in die Welt des Gamings zu bekommen. Zukünftige Unterstützungen wurden nicht geplant, auch wenn sie Müller freuen würden. Das Problem der Gemeinnützigkeit geht der Verein aktuell mit den Grünen Sachsen-Anhalts an. Gemeinsam ist ein Antrag für die Anerkennung des eSports als gemeinnützig entstanden. Dieser befindet sich laut Grünen-Landtagsmitglied Sebastian Striegel in der Vorbereitung. Seine Grünen haben ihn in der ersten Lesung beschlossen. Jetzt liegt er bei den Koalitionsfraktionen CDU und SPD.

"eSports sollte eine Ergänzung zum bisherigen Sportangebot werden", sagt Striegel und fügt hinzu: "Eine Verbindung von kognitiven und motorischen Fähigkeiten wird benötigt, es gibt ein Gemeinschaftsgefühl und weitere gute Gründe, ihn zur Sportart zu machen." Der Bewilligung des Antrags sieht der Grünen-Politiker optimistisch entgegen, da eSports selbst auch im Koalitionsvertrag auf Bundesebene steht. "Letztendlich entscheidet der Bund, ob er das Gesetz dahingehend ändert. Wir positionieren uns aber ganz klar und zeigen, dass wir dafür sind", meint Striegel.

Politiker und eSports

So hatte sich Dorothee Bär, Staatsministerin für Digitalisierung, Anfang Februar für den eSports, seinen höheren Bekanntheitsgrad und das Schaffen von Verbands- und Vereinsrecht ausgesprochen. Darunter fällt dann theoretisch auch die Gemeinnützigkeit. Dass in Sachen-Anhalt das Thema auf politischer Ebene immer präsenter wird, zeigt nicht nur der Besuch von Stahlknecht und Krull: "Bei uns hat sich eSports Magdeburg damals auch vorgestellt. Das war ehrlich gesagt meine erste Berührung damit", erinnert sich Striegel.

Später war der Verein dann auf einem Teamabend der Grünen und sie haben gemeinsam gespielt. "Wir hatten dann auch nochmal ein großes Fachgespräch zum Thema. Da haben uns dann für den gemeinsamen Antrag mit eSports Magdeburg entschieden", sagt Striegel. So hofft Martin Müller mit seinem gesamten Verein auf die Bewilligung. Die Anerkennung als gemeinnützig würde die gesamte deutsche eSports-Welt beeinflussen, unter anderem mit möglichen Fördermitteln und dem Steigern des Bekanntheitsgrades – ganz im Sinne von Bär. Wie lange der Antrag in Sachsen-Anhalt derzeit noch benötigt, bis er ins Plenum gereicht wird, ist derzeit aber noch unklar.

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Quelle: MDR/jd

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 20. März 2018 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 10. April 2018, 18:01 Uhr

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