Musikfest Wegen Corona: Fête de la Musique in diesem Jahr digital

Schon seit 18 Jahren wird die "Fête de la Musique" in Sachsen-Anhalt gefeiert. In diesem Jahr wird es aber etwas anders aussehen. Alles was vorher verteilt auf den Straßen, mit kleineren und größeren Bühnen stattgefunden hat, wird diesen Sonntag digital über einen Stream laufen. Das hat Vor- und Nachteile.

Fete de la Musique/Artwork
Werbung für die "Fête de la Musique" Bildrechte: fetedelamusique.de/presse

Die ursprüngliche Idee dieses nichtkommerziellen Open-Air-Musikfestes stammt aus Frankreich. Dem Vorbild haben sich mit der Zeit immer mehr europäische Länder angeschlossen – auch mehrere Städte in Sachsen-Anhalt.

Umdenken durch Corona

Doch die Einschränkungen durch Corona machen sich auch im kulturellen Bereich bemerkbar. Deshalb hat man sich bundesweit Gedanken gemacht, wie das inzwischen traditionelle Musikfest in diesem Jahr gestaltet werden soll. Ein bequemes Schlendern durch die Straßen und gemeinsames Genießen der diversen musikalischen Aufführungen ist an vielen Orten nicht möglich.

Die Organisatorin des Musikfestes in Magdeburg, Sonja Renner, erzählt: "Wir wurden vom Organisationsteam Fête de la Musique Deutschland angesprochen, ob wir das in diesem Jahr nicht digital machen wollen. Mit den passenden Partnern haben wir uns ran getraut."

Kreative Lösungen, auch in anderen Städten

Insgesamt haben sich bundesweit über 80 Städte für die Variante Onlinestreaming entschieden. Alternative Umsetzungsmöglichkeiten sind ein Mitsingbalkon, wie es zum Beispiel in Dresden stattfinden wird, oder kleine Bühnen mit Voranmeldung des Publikums, wie unter anderem in Hannover. Auf der Website der "Fête de la musique" gibt es eine Übersicht aller Angebote.

Das Programm der Fête in Magdeburg wird am Sonntag von 15:00 bis 21:30 Uhr über mehrere Kanäle gestreamt. Die Übertragung organisiert das Kulturzentrum Moritzhof. Die Bands werden ohne Publikum vor Ort auftreten. Es wird eine Hauptbühne im Innenhof und weitere kleine Bühnen geben, die dazwischen geschaltet werden. Vorgesehen ist, dass neun verschiedene Künstlerinnen und Künstler auftreten. Das Programm vereint mehrköpfige Bands und Solokünstler aus verschiedenen Musikrichtungen.

Neuer Umgang, neue Chancen

Das ursprüngliche Motto der Fête de la Musique in Magdeburg ist "draußen und überall". "Das kann man mit einem Streaming nicht wiedergeben", erzählt Renner. Dennoch sei diese Erfahrung eine gute Möglichkeit, um neue Ideen mitzunehmen. "Das Positive kann man in die Zukunft ziehen. Das Streaming ist eine neue Chance für mehr Beteiligung von allen", meint Renner.

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Kooperation mit "Hof on Air"

Der Grund, warum die Fête über das Kulturzentrum Moritzplatz anstelle dem eigentlichen Träger Gröninger Bad laufen wird, ist das Format Hof on Air. Über mehrere Wochen wurden dadurch digitale Veranstaltungen organisiert und Spenden für die Magdeburger Kulturszene gesammelt. Am Sonntag ist mit der Fête der finale Tag des Spendenaufrufes. Bisher wurden rund 20.000 Euro gesammelt. "Das möchten wir an dem Tag ein letztes Mal hochschrauben und damit den Aufruf beenden. Die Spenden werden über den Verein ARTist e.V. an die Magdeburger Kulturszene verteilt", erzählt Renner.

Die ganze Veranstaltung ist technisch eigentlich eine große Herausforderung. Kulturelle Veranstaltungen seien aber auch in Zeiten von Corona wichtig. Dafür gibt es zwei Gründe, erklärt Renner:

Erstens gehört Kultur zum Leben der Gesellschaft und Musik ist ein bindendes Element. Zweitens darf man nicht vergessen, dass die Existenz vieler Menschen damit Zusammenhängt. Die ganzen Musiker und Tontechniker haben sonst keine Chance Geld zu verdienen.

Sonja Renner Fête de la Musique

Quelle: MDR/vö,jh

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 21. Juni 2020 | 19:00 Uhr

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