Hasselbachplatz Magdeburg bei Nacht.
Seit Jahren bröckelt das Image des Magdeburger Hasselbachplatzes. An neuen Ideen mangelt es nicht. Bildrechte: MDR/Thomas Engst

Finanzierung unklar Erstmal doch kein Hasselmanager in Magdeburg

Längst sollte ein Nachtmanager das Image der Magdeburger Kneipenmeile aufbessern, doch die Finanzierung des Postens ist noch unklar. Das Thema soll den Stadtrat noch im Sommer beschäftigen. Unterdessen gibt es viele Ideen, wie die Ausgehqualität am Hasselbachplatz wieder verbessert werden kann.

Hasselbachplatz Magdeburg bei Nacht.
Seit Jahren bröckelt das Image des Magdeburger Hasselbachplatzes. An neuen Ideen mangelt es nicht. Bildrechte: MDR/Thomas Engst

Eigentlich sollte der neue Hasselmanager längst arbeiten, doch die Finanzierung des Postens ist noch unklar. Wie es von der Landeshauptstadt heißt, wird noch darüber beraten, wie es weitergehen soll. Eventuell soll es eine Entscheidung noch im Sommer geben.

Der sogenannte Nachtmanager soll für Kommunikation, Sicherheit und neue Ideen rund um das einst so beliebte Ausgehviertel Hasselbachplatz zuständig sein. Gastronomen der IG Hassel machen sich schon seit langem dafür stark. Bereits Ende 2018 gab es vom Stadtrat Grünes Licht für die zunächst auf zwei Jahre befristete Stelle.

Interessengemeinschaft Hassel

Die IG Hassel ist ein Zusammenschluss ansässiger Gastronomen, die etwas gegen das schlechte Image des Hasselbachplatzes in Magdeburg unternehmen wollen.

Julia Mantwill von der Interessengemeinschaft wundert sich nicht über die schleppende Entwicklung. Wenn man das wolle, dann müsse man auch dazu stehen und wirklich etwas unternehmen. Zuletzt war in einem Artikel der "Zeit" von einem sterbenden Magdeburger Zentrum die Rede.

Ausgehverhalten hat sich geändert

Mantwill ist allerdings auch der Ansicht, dass es dem "Hassel" so geht wie vielen Orten im Land. Das habe nicht unbedingt damit zu tun, dass viele geflüchtete Menschen nach Deutschland gekommen seien. Die strukturellen Defizite vor Ort seien älter.

Das Ausgehverhalten der Menschen habe sich einfach geändert. Heute liege das Interesse eher bei temporären und spektakulären Angeboten. Und das stehe natürlich in Kontrast zu einem Kneipenviertel – erst Recht zu einem, in dem in den vergangenen Jahren nicht viel Innovatives hinzugekommen sei, so Mantwill.

Neue Ideen für den "Hassel"

Hasselbachplatz mit Brunnen, Aufnahme um 1935
Hasselbachplatz mit Brunnen, Aufnahme um 1935 Bildrechte: imago/Arkivi

"Die Leute wollen was Neues", da ist sie sich sicher. Potenzial gebe es genug, sagt die junge Frau. So viele Läden stünden leer. Die Räume böten Platz für neue Lokale, Galerien oder Startups in Kooperation mit der Uni.

Wenn sich Mantwill etwas wünschen könnte, dann den Hasselbachbrunnen zurück an den Platz: "Das wäre mal ein richtig krasses Projekt". Als Standort würde sich aus ihrer Sicht die Liebigstraße eignen. Dort sei genug Platz, um ein bisschen mehr Grün zu schaffen, so Mantwill.

Ausgehviertel mit schlechtem Image

Am Hasselbachplatz gibt es seit Längerem Probleme. Viele Spätshops sorgen dafür, dass deren Kunden auf der Straße Alkohol trinken. Es kommt zu Streitereien und Auseinandersetzungen. Viele Magdeburger schreckt das ab. Auch die Zahl der Kneipen geht zurück. Einige Gastwirte haben schon geschlossen, andere planen dies. Alle verbliebenen Gastwirte versuchen nun gemeinsam, den "Hassel" als Ausgehviertel zu erhalten.

Quelle: MDR/agz

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | MDR SACHSEN-ANHALT | 20. Juni 2019 | 09:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 20. Juni 2019, 13:29 Uhr

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9 Kommentare

22.06.2019 10:05 Dieter 9

Es ist wie beim Waffenverbot in Leipzig: an die Tätergruppe traut man sich nicht ran, man wagt nichtmal sie zu nennen (fällt dann unter Hatespeech)- jetzt soll es Manager richten.

21.06.2019 22:09 OTTO 8

Durch die Gentrifizierung des Domviertels wird es sich eh bald ausgehasselt haben! Die älteren Herrschaften werden schon dafür sorgen, dass 22.00 Uhr die Bürgersteige hochklappen!

21.06.2019 17:32 Schulze 7

Der Ruf des Hasselbachplatzes und was sich dort seit wann, wie und warum zum Schlechten verändert hat, hat sich sogar bis zu mir ins Land Brandenburg herumgesprochen. Wie in dem Artikel um den heißen Brei herumgeredet wird, ist einfach nur eine Farce. Das latscht ein riesiger rosa Elephant über den Hassel, und man traut sich nicht, die Wahrheit anzusprechen.

Daß ein "Nachtmanager" das nun richten soll, ist eine Schnapsidee, die an Blauäugikeit nicht zu überbieten ist.

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